Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

1.10 Sachsen-Weimar

 

1.10.1 Schacht Sachsen-Weimar (Unterbreizbach I)

 

36414

Unterbreizbach

Schachtstraße

 

RW 35 68 884

HW 56 31 399

 

50°48´50,11´´N

09°58´34,74´´O

Historische Fotos:

 

 

1.10.2 Schacht Mühlwärts (Unterbreizbach II)

 

36414

Unterbreizbach

OT Mühlwärts

Frankfurter Straße

 

RW 35 69 183

HW 56 27 695

 

50°46´50,13´´N

09°58´47,52´´O

 

 

 

1.10.3 Schacht Sachsen-Weimar II (W. Grolman, Räsa)

 

36414

Unterbreizbach

Alt Räsa

 

RW 35 69 308

HW 56 30 467

 

50°48´19,76´´N

09°58´55,80´´O

 

Verwahrungsarbeiten 2012 am Schacht Grolman:

Bergassessor Wilhelm Grolman- Leiter der Gewrkschaft Sachsen-Weimar
Wer war Grolmann, der Namensgeber des Schachtes in Räsa ?
Bergassessor Wilhelm Grolmann.doc
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Gewerkschaft Sachsen-Weimar

in Unterbreizbach bei Vacha, Sachsen-Weimar, Konzern-Wintershall

 

Gründung: Als Kalibohrgesellschaft Sachsen-Weimar am 7. Juli 1897 durch Herrn Paul von Scheven und Dr. jur. Mittenzwey, beide zu Eisenach konstituiert, nachdem dem ersten der beiden Herren unterm 3. Juli 1897 durch das Großherzoglich Sächsische Staatsministerium das Schürfrecht nach Salzen aller Art bis zum1. Oktober 1899 eingeräumt worden war. Nachdem durch die vom 7. August 1897 bis Ende 1899 vorgenommenen Bohrungen die Gesellschaft fündig geworden und ihr daraufhin das Bergwerkseigentum verliehen war, wurde am 9. Dezember 1899 die Bohrgesellschft in die jetzige Gewerkschaft umgewandelt. Das neue Statut vom 30. März 1906 ist am 9. Dezember 1908 in das Handelsregister des Amtsgerichts zu Eisenach eingetragen.

Gerechtsame: Ca. 29.000.000 qm gleich 14,5 preußische Maximalfelder in den Gemarkungen Vacha, Sünna, Wenigentaft, Deicheroda, Hüttenrode, Mühlwärts, Pferdsdorf und Unterbreizbach. Die Felder sind im Osten begrenztdurch diejenigen der Gewerkschaft Grossherzog von Sachsen, im Norden und Westen durch diejenigen der Kaliwerke Hattorf, im Süden durch diejenigen der Gewerkschaften Buttlar, Heimboldshausen und Ransbach.

Schachtbau: Der Bau eines Schachtes wurde am 9. 12. 1899 beschlossen, aber vorläufig noch nicht ausgeführt, weil von den Kuxen 205 Stück der Gewerkschaft zur Verfügung gestellt waren, und bei der Versteigerung von ihr selbst angekauft werden mussten und, unter Berücksichtigung der Weimarischen Regierung gehörigen 100 zubussefreien Kuxe, sonach nur noch 695 zubussepflichtige Kuxe in Betracht kamen, von denen die Kosten des Schachtbaus nicht aufgebracht werden konnten. Der Betrieb wurde daher vorläufig am 11. Mai 1901 mit Genehmigung der Weimarischen Regierung eingestellt. Nachdem es aber zu Anfang 1905 der Gewerkschaft gelungen war, jene 205 Kuxe wieder, und zwar für 105 234 Mark, das heisst mit einem Buchgewinn von 72 034 Mark an potente Gewerken abzustossen, wurde am 22. Mai 1905 die Aufnahme des Schachtbaus beschlossen. Die Vorarbeiten für den Schachtbau haben am 4. Juli 1905 begonnen; das Abteufen wurde am 21. August aufgenommen. Bis zu einer Teufe von 125 m traten Wasserzuflüsse auf, die in der Zone von 59-67 m eine Stärke von 4,5 cbm pro Minute erreichten. Nachdem am 8. Juli 1906 die Wasserzuflüsse bei 125 m abgeschlossen waren, konnte seitdem in vollständig trockenem Gebirge gleichzeitig abgeteuft und ausgemauert werden. Der Schacht hatte am 31. Dezember 1900 eine Teufe von 362 m und Ende 1907 eine solche von 584 m. Da in der Teufe von 529 bis 550 m im Plattendolomit des Zechsteins noch Wasserzuflüsse erwartet wurden, waren schon bei Zeiten die erforderlichen Vorkehrungen getroffen. Zunächst waren um den Schacht herum 10 Bohrlöcher zur Aufnahme von Cement bis ins Liegende des Dolomits niedergebracht, dann wurden vom 5. October bis 8. November 1907 die bereits vorher beschafften beiden Tomson'schen Wasserziehvorrichtungen eingebaut. Die Massnahmen erwiesen sich als wirkungsvoll. Die zeitwese bis zu 3 cm pro Minute gestiegenen Zuflüsse wurden zu Sumpf gehalten und am 1. Januar 1908 wurde bei 540,50 m das Liegende des Dolomits erreicht. Im Anschluss an die im Schacht befiindliche Tübbingsäule wurden neue Tübingsringe eingebaut, aber immerhin waren noch vielerlei Schwierigkeiten zu überwinden, ehe ein vollständiger Wasserabschluss bewirkt werden konnte. Das erste Steinsalzlager wurde am 9. 2. 1903 bei 602 m, das erste Kalilager am 28. Mai 1909 bei 709,5 m erreicht. Das Lager hat eine Mächtigkeit von 3,5 m und charakterisiert sich als Sylvinitlager (Hartsalz, Sylvinit ). Am 21. 11. 1909 wurden im Schacht die Zimmerarbeiten beendet und wurde, wegen Einrichtung der Füllörter, der am 28. 6. 1910 bereits eröffnete Betrieb vorläufig wieder sistiert. Am 7. 2. 1910 ist, nachdem Fördergerüst und Schachtgebäude fertiggestellt waren, die Förderung wieder aufgenommen. Die Endteufe beträgt 728,50 m.

Aufschluss: Das Lager zeigt in dem aufgeschlossenen Teil eine regelmäßige Ablagerung und führt an allen Betriebspunkten den außergewöhnlich hohen Durchschnittsgehalt von 18-19% reinem Kali, in den besten Partien bis 45 % reinem Kali.

Zweischachtfrage: Durch Verordnung der Bergbehörde ist der Gewerkschaft die Schaffung eines zweiten fahrbaren Ausganges auferlegt worden.

Tagesanlagen: Die Tagesanlagen sind vollständig fertig und bestehen aus dem Schachtgerüst, der Rohsalzmühle, Fördermaschinengebäude mit Fördermaschine, elektrischer Zentrale mit 5 Turbinen vonzusammen 3000 KW, Dampfkabel, Ventilator von max. 6000 cbm pro Minute, Kesselhaus mit 14 Dampfkesseln von 1700 qm Heizfläche, Werkstätten- u. Magazingebäude, Pumpenanlage für die Wasserversorgung nebst Wasserleitung, sowie Verwaltungsgebäude, Zechenhaus mit Waschkaue, 1 Gasthof, 17 Beamtenhäuser für 45 Familien. Die Grubenanschlußbahn ist am 22. luni 1909 dem Betrieb übergeben worden. Am 4. 8. 1911 wurde vom Bezirksausschuß in Dermbach die Konzession für eine Chlorkalium- und Sulfatfabrik erteilt. Eine sehr leistungsfähige Chlorkalium- und Sulfatfabrik ist vorhanden und in Betrieb.

Zur Zweischachtfrage

(Quelle: Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar)

 

 

Die Archivalien dokumentieren verschiedene Überlegungen und Versuche zur Lösung der Zweischachtfrage:

 

  • Etwa 1,5 km südlich von Pferdsdorf wurden Vorarbeiten mit der Bohrung Mansbach begonnen, mit dem Ziel, hier einen zweiten Ausgang zu schaffen.
  • Es gab Planungen zum Auffahren einer ca. 6 km langen Doppelstecke zwischen dem Schacht Sachsen Weimar und dem Schacht Georg in Dietlas.
  • Weitere Pläne sahen die Aufwältigung und den Ausbau des Schachtes Buttlar vor. Der hatte aber die wasserführenden Zechsteinschichten noch nicht durchteuft und überdies waren die Tübbinge ausgebaut worden.
  • Im Jahr 1927 wurde das Auffahren einer Verbindungsstrecke zwischen den Schächten Hattorf und Sachsen Weimar gestoppt. Die dort angefahrene Störung wurde abgedämmt, mit Ton und Beton sowie Klinkermauerwerk abgedichtet.
Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten