Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

1.7 Hattorf

 

 

1.7.1 Schacht "Hattorf"

 

36269

Philippsthal

Hattorfer Straße

 

RW 35 69 024

HW 56 34 437

 

50°50´28,34´´N

09°58´43,98´´O

 

Historische Bilder:

 

 

1.7.2 Schacht  " Ransbach"

 

 

36269

Philippsthal

Nipper Straße

 

RW 35 66 373

HW 56 34 508

 

50°50´31,76´´N

09°56´28,52´´O

 

 

1.7.3 Schacht  "Heimboldshausen"

 

36269

Philippsthal

Nipper Straße

 

RW 35 66 448

HW 56 34 716

 

50°50´38,45´´N

09°56´32,52´´O

 

Gewerkschaft Ransbach in Röhrigshof a. Werra.

 

Gründung: 16. 6. 1909 durch Abtrennung von den Feldern der Kaliwerke Hattorf. Gesellschaftsvertrag vom 13. 7. 1910, genehmigt 1. 10. 1910.

Gegenstand des Unternehmens: 1) Ausbeutung des Bergwerkes Ransbach, 2) Mutung, Erwerb und Ausbeutung anderer Bergwerke sowie Beteiligung an anderen Bergwerksunternehmugen, 3) Herstellung von Anlagen und Betrieb von Unternehmungen, welche die Ausbeutung der zu 1 und 2 bezeichneten Bergwerke und die Weiterverarbeitung oder die Verwertung von Bergwerkserzeugnissen bezwecken, ferner Beteiligung an Anlagen und Unternehmungen der unter 3 erwähnten Art, 4) Verwertung der gewonnenen oder sonst erworbenen Erzeugnisse, Handel mit solchen Erzeugnissen sowie Beteiligung an Unternehmungen, die eine solche Verwertung bezwecken, 5) Veranstaltung und Betrieb von Wohlfartsunternehmungen zwecks Förderung des Wohls der Arbeiter und sonstigen Angestellten der Gewerkschaft sowie Beteiligung an derartigen Wohlfahrtsunternehmungen.

Zubussen: 6000 M. insgesamt eingezogen.

Gerechtsame: 15 703 964 qm gleich 7 preussische Normalfelder in den Gemarkungen Ransbach, Wehrshausen, Kreis Hersfeld, und Glaam, Oberbreizbach, Mannsbach, Kreis Hünfeld, markscheidond mit Heimboldshausen, Buttlar und Sachsen-Weimar. Im März 1917 wurde der Abbaubetrieb im Grubenfelde aufgenommen, nachdem die Kaliwerke Hattorf und die Gewerkschaft Heimboldshausen ihre Belegschaften zur beschleunigten Erschließung des Feldes zur Verfügung gestellt hatten.

Aufschlüsse: Hartsalze, Sylvinite und Carnallit mit Sylvin angereichert. Endtiefe des Schachtes 810 m. Vom März 1916 an wurden die Aufschlußarbeiten in vollem Umfange betrieben.

Schachtbau: Die Endteufe beträgt 810 m.

Zweiter Schacht: Durchschlägigkeit mit dem Schacht von Heimboldshausen. (Quelle: 7*)

Gewerkschaft Heimboldshausen zu Röhrigshof a. d. Werra.

 

Gründung: 16. 6. 1909 durch Abtrennung von den Feldern der Kaliwerke Hattorf. Gesellschaftsvertrag vom 12. 7. 1910, genehmigt am 1. 10. 1910.

Gegenstand des Unternehmens: 1) Ausbeutung des Bergwerks Heimboldshausen, 2) Mutung, Erwerb und Ausbeutung anderer Bergwerke sowie Berechtigung an anderen Bergwerksunternehmungen, 3) Herstellung von Anlagen und Betrieb von Unternehmungen, welche die Ausbeutung der zu 1 und 2 bezeichneten Bergwerke und Weiterverarbeitung oder Verwertung von Bergwerkserzeugnissen bezwecken, ferner Beteiligung an Anlagen und Unternehmungen der unter 3 erwähnten Art, 4) Verwertung der gewonnenen oder sonst erworbenen Erzeugnisse sowie Beteiligung an Unternehmungen, die eine solche Verwertunng bezwecken, 5) Veranstaltung und Betrieb von Wohlfahrtsunternehmungen zwecks Förderung des Wohls der Arbeiter und sonstiger Angestellten der Gewerkschaft sowie Beteiligung an derartigen Wohlfahrtsunternehmungen.

Gerechtsame: 15 101 004 gleich 7 preussische Maximalfelder in den Gerechtsamen Heimboldshausen, Röhrigshof, Ransbach, Hillartshausen, Ausbach, Gethsemane, Unter-Neurode im Kreise Hersfeld und in der Gemarkung Glaam, Kreis Hünfeld. Die Felder sind von denen der A.-G. Kaliwerke „Hattorf" abgetrennt und markscheiden im Norden mit denen von Neurode-Herfa, im Osten mit Hattorf.

Aufschlüsse: Hartsalze, Sylvinite und Carnallit mit Sylvin angereichert.

Endtiefe des Schachtes: 803 m.

Zweiter Schacht: Durchschlägigkeit mit Schacht der Gewerkschaft Ransbach bewirkt.

Schachtbau: Die Abteufarbeiten haben vor dem 17. 12. 1909 bogonnen. Endtiefe des Schachtes 803 m. Mit Wirkung vom 1. März 1917 ab wurde dem Werke eine endgültige Beteiligung von 80 % der durchschnittlichen Beteiligungsziffer gegeben. Hiergegen legte der Grubenvorstand Berufung ein. Diese hatte insofern Erfolg, als die Berufungskommission die Beteiligungsziffer auf 87,5 %, also von 4,7622 Tausendstel auf 5,2095 Tausendstel erhöhte.

Tagesanlagen und Chlorkaliumfabrik: Gemeinschaftlich mit der Gewerkschaft Ransbach ausgeführt. Eisenbahnanschluß an die Kreisbahn Heimboldshausen-Hersfeld. In den Gebäulichkeiten des angekauften Gutes „Nippa" wurden Beamtenwohnungen eingerichtet. (Quelle: 7*)

Zum Stand der Forschungen auf dem Gebiet der Flotation von Salzen:

Aus: Mitteilung aus dem Aufbereitungslaboratorium der Bergakademie Clausthal-

(Kali verwandte Salze und Erdöl, Heft 6, 1939)

 

Die Anwendung des Schaumschwimmverfahrens auf weitere Kalisalze.

 

Die vorstehenden Ausführungen zeigen, daß die Sehwimmaufbereitung von sylvinitischen Salzen, bei denen es fast ausschließlich auf eine Trennung von KCl und NaCl ankommt, leicht durchführbar ist und nur einfache Mittel erfordert. Schwieriger dagegen dürfte sich der Flotationsprozeß gestalten, wenn zu den beiden Hauptträgern des sylvinitischen Charakters in verstärktem Maße Anhydrit hinzukommt, wie es bei den Sylvinitvorkommen am Südharz der Fall ist. Denn bei den Versuchen mit Sylvinit von Buggingen zeigte sich, daß, gemessen am SO4-Gehalt, eine wenn auch geringe Anreicherung des Anhydrits im KCl-Konzentrat eintrat. Dieses wies durchschnittlich 5,8 %( CaSO4 gegenüber 4,8 % im Rückstand auf. Nur bei gröberem Gut enthielt das KCl – Konzentrat weniger Anhydrit als der Rückstand, und zwar bei Gut 1-0,3 mm 3,3 % CaSO4 gegen 5,3 %. Es ist daher damit zu rechnen, daß es bei stark anhydritischem Gut besonderer Mittel bedarf, um den Anhydrit am Ausschwimmen zu hindern. Ähnliche Schwierigkeiten dürfte beim Hartsalz der hohe Kieserit-Gehalt bereiten, so daß auch auf diese Salze -die an Buggingener Sylvinit gemachten Beobachtungen nicht ohne weiteres übertragen werden können. Völlig andere Voraussetzungen sind schließlich bei Carnallit und Kainit gegeben. Hier ist überhaupt kein Vergleich mit den Versuchssalzen möglich, da das KCl nicht als mineralogisch selbständiger Teil vorliegt, sondern zusammen mit MgCl2 bzw. MgSO4 ein Doppelsalz bildet von wahrscheinlich ganz anderen Oberflächeneigenschaften, auf denen bekanntlich die Schwimmaufbereitung beruht. Dem Wesen des Schaumschwimmverfahrens entsprechend kann es sich bei diesen Salzen auch immer nur um eine Flotation von Carnallit bzw. Kainit handeln. Diese aber kann niemals die hier üblichen Löseprozesse ersetzen, wie es zum großen Teil durch die Flotation bei der Sylvinit- und Hartsalzverarbeitung anzunehmen ist. Denkbar wäre allerdings, daß die Flotation als Hilfsprozeß dem Löseverfahren vorgeschaltet wird, um z. B. bei der Carnallit - Verarbeitung durch Vorreinigung der Salze die Anwendung wärmetechnisch günstiger Löseverfahren zu ermöglichen. Auch eine Flotation des beim „unvollkommenen Lösen" anfallenden Chlorkaliumschlammes könnte durch Beseitigung der in diesem enthaltenen Verunreinigung, wie Ton, Anhydrit , Schwimmkieserit und fein verteiltes Steinsalz, für das Gesamtausbringen dieses Löseprozesses eventuell vorteilhaft sein.

Zusammenfassung:

Als Ergebnis dieser Versuche wird festgestellt, daß mit den in der Flotation von Nichterzen gebräuchlichen Schwimmitteln keine erfolgreiche Trennung von KCl und NaCl möglich ist, daß aber in den in der Textilindustrie als Netzmittel bekannten sulfonierten Fettalkoholen geeignete Schwimmittel gegeben sind. Von den in den Versuchen verwandten Fettalkoholsulfaten erwies sich das Produkt Utinal V der Böhme Fettchemie G.m.b.H. in Chemnitz hinsichtlich der notwendigen Menge und benötigten Schwimmzeit als am wirksamsten. Mit diesem Schwimmittel wird in verschiedenen Versuchsreihen der Einfluß von Schwimmittelmenge, Trübedichte, Schwimmzeit und Korngröße auf Anreicherung und Ausbringen des KCl untersucht. Zwischen Schwimmittelmenge und Trübedichte wird dabei eine für Anreicherung und Ausbringen bedeutungsvolle Beziehung festgestellt. Für die Schwimmzeit ergibt sich, daß eine Verlängerung sich für den Gehalt des Konzentrates nicht sehr ungünstig auswirkt, daß sie aber ein bedeutend größeres Ausbringen zur Folge hat. Bemerkenswerte Beobachtungen werden auch hinsichtlich der Korngrößen-zusammensetzung des Flotationsgutes gemacht. Im Gegensatz zu dem amerika-nischen Versuchsbericht zeigt das gröbere Gut sowohl hinsichtlich Anreicherung als auch Ausbringen einen besseren Flotationserfolg als ein feinkörnigeres Versuchsgut.

 

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten