Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

2.12 Schwarzburg

 

 

2.12.1 Schacht "Schwarzburg"

 

99706

Kyffhäuserland

OT Seega

Schacht

 

RW 44 33 560

HW 56 88 290

 

51°19´31,89´´N

11°02´43,09´´O

 

 

Gewerkschaft Schwarzburg, Göllingen a. Kyffh.

 

Gründung: 24. 11. 1906 durch Kommerzienrat Franz Ohrtmann, Sondershausen, Kommerzienrat Friedrich Lindemann, Halberstadt und Bankdirektor August Strassen, Bochum. Handelsgerichtlich eingetragen: 22. Dezember 1910.

Grubenvorstand: Vorsitzender: Gerhard Korte, Magdeburg. Stellvertretender Vorsitzender: J. L. Kruft, Konsul a. D. Bad Oeynhausen. Mitglieder: A. Bock, Geheimer Oberregierungsrat, Rudolstadt. E. Böddinghausen, Bankier, Charlottenburg. Richard Dammann, Bankier, Hannover. Franz Ohrtmann, Geh. Kommerzienrat, Sondershausen. Ferdinand Schweisgut, Generaldirektor, Halle a. S. Fr.Wißmann, Staatsrat, Rudolstadt.

Oberleitung: Hans Heilmann, Direktor, Göllingen.

Geschäftsführung: A. Weber, kaufmänn. Betrieb. Göllingen. Dr. H. Albrecht, technischer Betrieb.

Gerechtsame: 2 200 000 qm zur Gewinnung von Kupfer- und Silbererz in der Gemeinde Böhlen, Amtsgerichtsbezirk Königssee in Schwarzburg-Rudolstadt, verliehen am 31. Mai 1907. Die Gewerkschaft erwarb ferner vonder Gewerkschaft Günthershall 94 045 600 qm Kaliterrain in der Unterherrschaft Frankenhausen östlich einer Demarkationslinie, welche über die Arensburg und den westlichen Teil des Ortes Seega nach Norden zwischen dem Kyffhäuser und dem Brandberg hindurchgeht und nach Süden und Norden die Landesgrenzen schneidet. Die Gerechtsame Seehausen ist an Günthershall für 800 000 M. zurückverkauft. Die Gerechtsame Schwarzburg beträgt nunmehr noch 27 167 700 qm. Der Gewerkschaft ist weiter Bergwerkseigentum an 2,2 Mill. qm, belegen im fürstlichen Amtsgericht zu Frankenhausen, verliehen worden. 1913 erhielt die Gewerkschaft in der Flur Seega und Günserode das Bergwerkseigentum in 6 Feldern von 13 000 000 qm Größe zum Abbau der dort lagernden Kalisalze.

Anzahl der Kuxe: 1000, von denen sich 167 im Besitz dar Gewerkschaft Günthershall befinden. 334 Kuxe hat der Schwarzburgisch-Rudolstädtische Staatsfiskus erworben.

Schachtbau: Die Gewerschaftsversammlung vom 20. 1. und 11. 6. 1910 hat beschlossen den Beginn des Schacht- und Werksbaus, des ersteren durch die Deutsche Schachtbau-Gesellschaft Nordhausen. Die Kosten werden durch eine von der Gewerkschaft Günthershall übernommene Anleihe von 1 500 000 M. und jene 800 000 M. bestritten, welche Günthershall an Schwarzburg für die überlassene Gerechtsame Seehausen bar bezahlt. Der Bau des Schachtes begann am 5. 12. 1910 in der Gemarkung Seega. Der Schacht hatte am Ende 1911 eine Teufe von 250 m. Wasserzuflüsse traten an 3 Stellen auf. Erstmalig wurden die Wasser bei125 m abgeschlossen; in dem Gebirge zwischen 179 und 181 m traten neue Wasserzuflüsse auf, welche sich bei 220 m Teufe nochmals wiederholten, und zwar in einer Menge von 400 Liter der Minute. Im Mai 1912 hatte der Schacht eine Tiefe von 440 m erreicht und war bis 257,7 m in Eisen ausgebaut. Das Steinsalzlager wurde bei 567 m Teufe und das Kalilager bei 387 m Teufe angefahren und mit einer Mächtigkeit von 30,8 m durchteuft. Bei 746,60 m wurde die Endteufe erreicht. Von 257,7 m an bis zur Endteufe ist der Schacht ausgemauert. Das Carnaliitlager ist in 2 Sohlen durch ein Streckennetz von fast 2500 m auf ca. 800 m in streichender Richtung aufgeschlossen und hat sich von überaus regelmäßiger Lagerung und gleichmäßig guter Beschaffenheit mit durchschnittlich über 10 % K2O Gehalt erwiesen. Im Jahre 1917 ruhte der Förder- und Gewinnungsbetrieb. Ebenso, wie im Jahre 1916, waren im Jahre 1917, 1918 und 1919 sämtliche Marken an andere Werke, hauptsächlich an das Stammwerk Günthershall, übertragen.(Quelle:7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten