Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

2.4 Glück auf

2.4.1 Schacht "Brügman" (Glückauf I)

 

 

99706

Sondershausen

Schachtstraße

 

RW 44 19 256

HW 56 95 593

 

51°23´21,50´´N

10°50´18,56´´O

Das Kaliwerk vor 100 Jahren
Veröffentlichung von:
Chr. Most in "Heimatecho Sondershausen" Nr. 05/03
Der Brügmanschacht.pdf
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Unter Baers Leitung wurde die Gewerkschaft Glück auf Sondershausen um weitere 4 Schachtanlagen sowie eine Chlorkaliumfabrik und Bromfabrik erweitert.
Geheimer Bergrat Baer.doc
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Historische Aufnahmen:

 

2.4.2 Schacht "Petersen" (Glück auf II)

 

99706

Sondershausen

Am Petersenschacht

 

RW 44 19 785

HW 56 93 409

 

51°22´11,10´´N

10°50´47,64´´O

Historische Aufnahme:

 

2.4.3 Schacht "Müser" (Hachelbich, Glückauf III)

 

99706

Sondershausen-

Hachelbich

Müserschacht

 

RW 44 27 132

HW 56 91 407

 

51°21´09,90´´N

10°57´08,86´´O

 

2.4.4 Schacht "Raude" (Glückauf IV, Berka)

 

99706

Sondershausen-Jecha

Schacht

 

RW 44 24 671

HW 56 91 696

 

51°21´18,09´´N

10°55´01,49´´O

 

 

2.4.5 Schacht "Dr. Esser" (Glück auf V)

 

99706

Sondershausen-

Stockhausen

Schachtstraße

 

RW 44 17 696

HW 56 96 114

 

51°23´37,54´´N

10°48´56,57´´O

Historische Aufnahmen:

 

2.4.6 Schacht "von Nesse" (Glück auf VI)

 

99706

Sondershausen-

Stockhausen

Schachtstraße

 

RW 44 17 141

HW 56 96 526

 

51°23´50,57´´N

10°48´28,37´´O

 

 

Gewerkschaft Glückauf in Sondershausen

 

Gründung: 9. Februar 1893 durch H. L. Brügman, Dortmund, auf Grund des mit dem Fürstl. Schwarzburg- Sondershausenschen Ministerium am 20. November 1892 geschlossenen, im Berggrundbuch von Sondershausen eingetragenen Kaligewinnungsvertrages, nach welchem die Sondershausener Regierung jährlich 15 % des Reingewinns und außerdem 40 000 M. Grubengefälle erhielt. Die 15 % ige Gewinn-beteiligung des Staates wurde mit Wirkung vom 1. August 1917 durch Hergabe von 210 Stück neuen Kuxen abgelöst.

Interessengemeinschaft: Die Gewerkschaft Glückauf ist mit 25 % des Stammkapitals an den Chemischen Werken Glückauf G.m.b.H., Sondershausen, in deren Fabriken die Verarbeitung der Robsalze erfolgt, beteiligt.

Besitztum:Unterherrschaft Schwarzburg Sondershausen, früher 6,25 Quadrat-Meilen gleich 237,15 preußische Normalfelder mit einem Flächeninhalt von 519,121 Quadratkilometer. Die Felder markscheiden mit denen der Nordhäuser Kaliwerke, der Gew. Ludwigshall, Immenrode, Neu-Sollstedt, Felsenfest, Volkenroda, Schlotheim und Günthershall. Durch die in den letzten Jahren niedergebrachten kalifündigen Bohrungen und Schachtungen der im Norden, Osten, Westen bzw. Südwesten benachbarten Bergwerksgesellschaften kann jetzt für die Gewerkschalt Glückauf die Erstreckung des Kalilagers über weitaus den größten Teil ihrer Gerechtsamen als nachgewiesen gelten. Die Gewerkenversammlung vom 28. März 1908 faßte den Beschluß von der Gerechtsame 207,15 Felder abzutrennen und daraus folgende selbständige Gewerkschaften zu bilden: Glückauf-Bebra mit 42 484 410 qm, Glückauf-Berka mit 68 623 232 qm, Glückauf-Ost mit 75 000 522 qm, Glückauf-Ebeleben mit 110 525 037 qm und Glückauf-West mit 104 817 026 qm, zusammen 207,15 Feldern. Für Glückauf-Sondershausen verbleiben die am meisten nach Norden belegenen 117 678 655 qm. Die Gewerkenversammlung am 31. März 1916 beschloß einen Austausch von Feldesteilen der Gewerkschaft mit der Gewerkschaft Glückauf-Bebra, um das Feld der letzteren wertvoller zu machen, damit es bei der Neueinschätzung eine höhere Beteiligung bekomme.

Beteiligungen: Die Gewerkschaft besitzt:

sämtliche 1000 Kuxe der Gewerkschaft Glückauf-Bebra,

sämtliche 1000 Kuxe der Gewerkschaft Glückauf-Berka,

sämtliche 1000 Kuxe der Gewerkschaft Glückauf-Ost,

sämtliche 1000 Kuxe der Gewerkschaft Glückauf-West,

sämtliche 1000 Kuxe der Gewerkschaft Glückauf-Ebeleben, weiterhin

die Mehrheit der Kuxe der Gewerkschaft Heiligenmühle, die Mehrheit des Aktienkapitals von Großherzog von Sachsen. Auf Grund eines Betriebsvertrages wird die A.-G. Kaliwerke Großherzog von Sachsen mit dem 1. 1. 1920 für Rechnung von Glückauf Sondershausen geführt, sowie annähernd sämtliche Kuxe der Braunkohlen-Gewerkschaft Hohenzollernhall. Ferner ist die Gewerkschaft mit 25 % des Stammkapitals an den Chemischen Werken Glückauf, G.m.b.H., Sondershausen, in deren Fabriken die Verarbeitung der Rohsalze erfolgt, beteiligt. Die Chemischen Werke betreiben die Fabrik I auf Schacht I Glückauf-Sondershausen und die Fabrik II auf Schacht IV Glückauf-Ost. Im Jahre 1916 gingen die im Besitze des Schwarzburgischen Staates befindlichen je 335 Kuxe der Gewerkschaften Glückauf-Bebra und Glückauf-Ost auf Glückauf über, wodurch diese beiden Werke der Karenzzeit unterworfen wurden. Ende 1918 erwarb schließlich die Gewerkschaft 96 Kuxe Anna von den Deutschen Kaliwerken. Von der Gewerkschaft Anna besitzt die Gesellschaft augenblicklich 827 Kuxe.

Bohrergebnisse: Bohrung 1: Am 1. August 1892 beim Dorfe Jecha begonnen, war bei 405,20 m im Steinsalz; bei 600,50 m zeigten sich Spuren von Kalisalzen, von 626,20 bis 638,46 wurde ein Carnallitlager erbohrt. Bohrung 2: Ca. 1500 m südwestlich vom Schachte am Frauenberge, wurde am 12. Juni 1896 begonnen und ergab bei 622,63 m Steinsalz, bei 799,6 m ein ca. 8 bis 20 m mächtiges Lager Carnaliit und Hartsalz und Svlvinit mit bis zu 42 % Chlorkalium. Unweit des Dorfes Oberspier, 7 km südlich von Sondershausen im gemeinsamen Berührungspunkte der Berechtsamen von Glückauf-Ebeleben, Glückauf-Ost und Glückauf-Bebra, ist im Jahre 1910 eine Tiefbohrung angesetzt, die bei 1066 m fündig wurde.

Zweiter Schacht: Im Gelände der im Süden sich unmittelbar anschliessenden abgezweigten Gewerkschaft Glückauf-Bebra ist in der Nähe des Bahnhofs Sondershausen ein Schacht niedergebracht, der im August 1910 bei 760 m Teufe das Hartsalzlager erreicht. Dieser Schacht ist unterirdisch mit dem Schacht von Glückauf-Sondershausen verbunden Die Gewerkenversammlung vom 4. 2. 1911 beschloss je ein Kaliwerk auf der Gerechtsame der Gewerkschaft ,,Glückauf-Berka" und der von ,,Glückauf-Ost" zu errichten. Die Gewerkenversammlung vom 29. 3. 1912 beschloß, die Schächte V und VI in nächster Nähe von Schacht I niederzubringen.

Schachtbau: Der Schacht wurde am 1. Mai 1893, 4 km nordwestlich von Sondershausen, begonnen und erhielt den Namen ,,Brügman". Am 2. April 1895 war der Schacht bei 404,50 m Teufe im Steinsalz, am 9. September 1895 bei 634 m im Hartsalzlager. Durchteuft wurden von 9,10-439,00 m Buntsandstein, von 439,00-404,50 m rote Letten mit Gypsknoten, von 404,50-482,20 m Steinsalz, von 482,20-483,25 Meter Anhydrit, von 483,25-504,50 m blauer und roter Salzton, von 504,50-586 mSteinsalz, von 586-617 in Anhydrit, von 617-632 m fester Salzton, von 632-634 m Steinsalz, 634-648 m Sylvinite und Hartsalz, von 648-675 m Steinsalz. Der Schacht hat eine Teufe von 670 m. Bei 648 m ist eine Aufschlußstrecke und Fördersohle angesetzt. Die Wasserzuflüsse betrugen während des Abteufens 3 Kubikmeter pro Minute; Abschluß der Wasser bei 120 m. Die Wasserhaltung erfolgte durch Pulsometer.

Tagesanlagen: Nördlich vom Brügman-Schacht Bureauräume, Magazine, Werkstätten, Wohlfahrtseinrichtungen und Beamten-wohnhäuser, östlich die im Jahr 1897 in Betrieb genommene Chlorkaliumfabrik, südlich die Rohsalzmühle, westlich Maschinen-gebäude und Kesselhaus. Die Förderung erfolgt mit Dampfmaschine, der übrige maschinelle Antrieb unter und über Tage durch eine elektrische Zentrale mit einer Dampfturbine von 2500 KW und einer solchen von 600 KW. und einer liegenden Dampfturbine mit Dynomo von 120 KW-Leistung. Die Chlorkaliumfabrik zu Stockhausen hat eine jährliche Leistung von 700 000 dz Chlorkalium zu 80 % KCl, die Fabrik II zu Berka eine Jahresleistung von 200 000 dz Chlorkalium zu 80 % KCl. In letzterer Fabrik wird außerdem Kaliumsulfat und Brom erzeugt. (Quelle: 7*)

 

Grewerkschaft Glückauf-Bebra in Sondershausen

 

Gründung: 28. 3. 1908 durch Abtrennung von der Gewerkschaft Glückauf-Sondershausen.

Verwaltung und Vorstand: Wie bei „Glückauf-Sondershausen".

Gegenstand des Unternehmens: Ausbeutung des Salz- und Kalibergwerks Glückauf-Bebra und der etwa noch zu erwerbenden Bergwerke; Herstellung von Anlagen und Betrieb von Unternehmungen welche die Ausnutzung dieser Bergwerke befördern.

Gerechtsame: 42 484 410 qm. (Siehe Gewerkschaft „Glückauf'.)

Schachtbau: In der Nähe des Bahnhofs Sondershausen ist ein Schacht niedergebracht, der bei 762 m das Hartsalzlager erreichte. Derselbe hat den Namen „Petersenschacht" erhalten. Der Schacht steht bis 243 m in eisernen Tübbings und ist 792 m tief. Er ist querschlägig mit dem von Glückauf-Sondershausen verbunden worden, sodass jeder für den anderen als zweiter fahrbarer Ausgang im Sinne der Bergpolizeiordnung Verwendung findet.

Gebirgsverhältnisse: Das Kalilager ist flach, wellenförmig, ca. 6-42 m mächtig. Es besteht aus Sylvinit, Hartsalz und Carnallit. Die Gewerkschaft ist durch Vertrag berechtigt, ihre Beteiligung in der Fabrik der Chem. Werke „Glückauf" G.m.b.H. zu Sondershausen herstellen zu lassen, an welcher sie mit 25 % beteiligt ist.

Letzte ordentliche Gewerkenversammlung: 23. 4. 1921.

Tagesanlagen: Kauengebäude mit Büroräumen, Kainitmühle, 2 Maschinengebäude für 2 elektrische Fördereinrichtungen.

Kalisyndikat: Die Beteiligungen beider Werke (Brügmanschacht und Petersenschacht) betrugen am 1. Mai 1921- 8,2028 Tausendstel und 5,1951 Tausendstel.

Kuxe: 1000. Sämtlich im Besitz der Gewerkschaft Glückauf-Sondershausen.

Gewerkschaft Glückauf-Berka in Sondershausen

 

Gründung: 28. März 1908.

Gegenstand des Unternehmens: Bergmännische Ausbeutung des Salz- und Kalibergwerkes Glückauf-Berka und der etwa noch zu erwerbenden Bergwerke, sowie Herstellung von Anlagen und Betrieb von Unternehmungen, welche die Ausnutzung dieser Bergwerke befördern. Der Betrieb auf dem Werk ruhte im Januar 1918. Der im Jahre 1918 erzielte Überschuß von 221 330 M. wurde zu Abschreibungen verwendet.

Gerechtsame: 68 623 322 qm abgetrennt von der ursprünglichen Gesamtgerechtsame der Gewerkschaft Glückauf-Sondershausen auf Grund Gewerkschaftsbeschlusses vom 28. 3. 1908.

Schachtbau: Ein Schacht „Müserschacht".

Art des Minerals: Canallit von ca. 10 m Mächtigkeit und 10 % K2O.

Zweischachtfrage: Lösung erfolgt durchquerschlägige Verbindung mit dem Schachte der Gewerkschaft Glückauf-Ost.

Tagesanlagen: Kauengebäude mit Büro, Kainitmühle, 2 Förder-maschinenhäuser für 2 elektrische Fördereinrichtungen, wozu der erforderliche Strom von der Zentrale der Gewerkschaft „Glückauf" geliefert wird. Die Salze werden in den Fabriken der Chemischen Werke „Glückauf GmbH“ in Sondershausen verarbeitet. (Quelle: 7*)

Gewerkschaft Glückauf-Ost in Sondershausen

 

 

Gründung: 28. März 1908.

Gegenstand des Unternehmens: Bergmännische Ausbeutung des Salz- und Kalibergwerkes Glückauf-Ost und der etwa noch zu erwerbenden Bergwerke, sowie Herstellung von Anlagen und Betrieb von Unternehmungen, welche die Ansnutzung des Bergwerks fördern.

Gerechtsame: 75 000 522 qm abgetrennt von der ursprünglichen Gesamtgerechtsame der Gewrkschaft Glückauf-Sondershausen auf Grund des Gewerkschaftsbeschlusses vom 28. 3. 1908.

Schachtbau:

Schacht IV- Raudeschacht

Schacht V- Esserschacht

Schacht VI- von Nesseschacht

Zweischachtfrage: Lösung bei Schacht IV erfolgt durch querschlägige Verbindung mit dem Schachte von Glückauf-Berka. Im Jahr 1919 waren nur Schacht IV und V im Betrieb, während Schacht VI ruhte.

Tagesanlagen: Kauengebäude mit Büro, Kainitmühle, 2 Fördennaschinen- häuser, wozu der erforderliche Strom von der Zentrale der GewerkschAFT „Glückauf“ geliefert wurde. Die Salze werden in der Fabrik der „Chemischen Werke Glückauf“ GmbH verarbeitet. (Quelle: 7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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