Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

3.1 Adler (Adler Kaliwerke)

 

 

 

 

3.1.1 Schacht "Adler"  ( Adler Kali I, Adlerkaliwerke)

 

06317

Seegebiet Mansfelder Land

Siedlung Adler Kali 5

 

RW 44 75 905

HW 57 03 545

 

51°27´57,66´´N

11°39´06,25´´O

 

  • Teufarbeiten von 1906-1908
  • Teufe 605 m
  • Bis 1926 Abbau von Carnallitit am Südflügel des Teutschenthalet Sattels, Anlage ab 1926  stillgelegt
  • Grubengebäude über Zuflüsse aus der Schachtröhre abgesoffen
  • Schachtröhre Ende der 1980 Jahre verfüllt

 

 

 

 

3.1.2 Schacht "Oberröblingen" (Adler II)

 

06317
Röblingen am See
Schraplauer Straße 4

 

RW 44 77 429

HW 57 02 315

 

51°27´18,09´´N

11°40´25,49´´O

 

  • Teufarbeiten 1909-1913
  • Teufe 642 m
  • Vorbohrung in Schachtachse bis 867 m
  • Abteufarbeiten wurde 1925 wegen enormer Wasserzuflüsse (3200I/min) im Buntsandstein eingestellt
  • Der Schacht war als zweiter Ausgang für die Adler-Kaliwerke gedacht

Aus der Geschichte Schacht Adler I:

 

Adler-Kaliwerke Aktiengesellschaft in OBERROEBLINGEN am See.

Konzern: Salzdetfurth - Aschersleben - Westeregeln. Aschersleben-Gruppe.

 

Betriebsstillegung gemäß § 83a: Die Kaliprüfungsstelle erteilte dem Werk im Jahre 1927 auf seinen freiwilligen Stillegungsantrag eine Beteiligungsziffer von 83 % der durchschnittlichen Beteiligung aller Kaliwerke, (Wegen Betriebsstillegung (siehe auch unter Stillegung nachfolgend.)

Vorstand:

  • Adolf Soa, Bergwerksdirektor, Oberröblingen am See.

Aufsichtsrat:

  • Generaldirektor Bergrat Dr. Ing. h. c. Heinr. Zirkler, Kassel, Vorsitzender.
  • Dr. jur. Hermann Fischer, Rechtsanwalt und Notar, Berlin-Charlottenburg
  • Dr. Ernst A. Mandel, Direktor der Deutschen Bank und Discontogesellschaft, Berlin, stellv. Vorsitzender.
  • Richard Pöpondiker, Aschersleben.
  • Heinrich Vogel, Berghauptmann, Bonn, Drachenfelsstr. 3.
  • Generaldirektor Dr. Wilhelm Feit, Berlin.
  • Bergrat Walter Köhler, Salzdetfurth.
  • Generaldirektor Paul Ebeling, Hannover.

Gründung: 14. Juni 1905, handelsgerichtliche Eintragung 20. September 1905. Gründer waren die Firmen Wulkow & Cornelsen in Hamburg, Bergwerksbesitzer Friedrich H. Krüger in Halberstadt, Joh. Ohligschläger in Aachen, Gebr. Röchling in Saarbrücken und die Internationale Bohrgesellschaft in Erkelenz.

 

Gerechtsame: Die Firma Wulkow & Cornelsen inferierte in die Gesellschaft für 2 250 000 M ein von der Internationalen Bohrgesellschaft aufgeschlossenes durch acht Salzmutungen gesichertes Interessengebiet in den Gemarkungen Erdeborn, Unterröblingen, Oberröblingen, Alberstedt, Schraplau, Unterfarnstedt, Stedten, Oberesperstedt, Unteresperstedt, Amsdorf und Kuckenburg im Mansfelder Seekreis und dem Kreise Querfurt. Durch Abbohren des Schlagkreises wurde das Gebiet wieder um mehrere Maximalfelder erweitert. Die Gesellschaft besitzt die Felder Erdeborn I , I I und I I I , Oberröblingen I I , I I I , IV, Alberstedt und Schafsee I, II, III, zusammen 10 Felder mit 21890 000 Quadratmeter Flächeninhalt. Das Interessengebiet liegt westlich von Halle a. S., südöstlich des Hornburger Sattels, markscheidend mit dem Kalischacht Wansleben der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft, ferner mit Feldern der Schutzbohrgemeinschaft, des der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft gehörigen Kaliwerk Ernsthall, der Gew. Salzmünde, des Preuß. Fiskus und der Act.-Ges. Krügershall. Im Norden ist die natürliche Grenze des Gebietes durch den „Salzigen See" gegeben, über welchen hinaus das Kalivorkommen hier nicht fortsetzt.

 

Schachtbau: Der erste Schacht (Adler I) ist seit dem 11. Juni 1900 im Bau begriffen, nachdem die erforderlichen Grundstücke käuflich erworben wurden. Am 1. 1. 1907 hatte der Schacht eine Teufe von 89 m. Ende Januar eintretende Wasser-schwierigkeiten und Schwimmsanddurchbrüche wurden durch Betonierung beseitigt. Anfang August 1907 wurde bei 50,5 m der Buntsandstein, am 14. August 1908 bei 424 Meter das Steinsalz und am 1. Dezember bei 577 m das Kalilager angefahren. Hierauf wurden auf der ersten Abbausohle bei 582 m Teufe die Füllörter hergestellt und mit dem Aufschuss der Kalilager begonnen. Im Ost- und Westfelde sind normale und hochprozentige Karnallite angefahren, in der westlichen Hauptförderstrecke ist außerdem bei einer Entfernung von 65 m vom Schacht ein dem Karnallit übergelagertes Lager von Hartsalz bew. Sylvinit mit einem Durchschnittsgehalt von 45-55 % KCl. angetroffen und bis an die Grenze des Bohrloch-sicherheitspfeilers, der ca. 170 m vom Schacht entfernt liegt, verfolgt. Der Schacht ist vollständig ausgebaut und mit zwei Fördereinrichtungen versehen. Die Förderung von Rohsalzen begann im März 1909. Der Schacht Oberröblingen hatte ultimo 1912 eine Teufe von 455 m, im Mai 1913 eine Teufe von 642,5 m, bei welcher ein Wassereinbruch erfolgte.

 

Zweiter Schacht (Adler II): Die zweite Schachtfrage ist durch Vertrag mit dem im Bau befindlichen Nachbarwerk Oberröblingen gelöst, das später mit Adler durch-schlägig wird. Das Durchschlägigwerden ist bereits im Jahre 1910 oberberg-amtlich grundsätzlich genehmigt worden (ist aber nie vollendet worden-siehe unter „Stillegung)

 

Tagesanlagen: 46 ha 77 ar 31 qm Grundbesitz nebst einer Braunkohlentagebaugrube, Schachtgebäude, Rohsalzmühle, Laboratorium, Bureaugebäude, Kaue, Werkstättengebäude, 1 Fördermaschine mit Gebäuden, 1 Kesselhaus mit 10 Dampfkesseln von 1000 qm Heizfläche, 2 Dampfmaschinen von je 100 bezw. 250 PS. und eine Turbine von 1500 PS., Pumpstation für Wasserversorgung, Salzschuppen, sowie 8 Wohnhäuser und Anschlußgleis. Nach der Betriebsstillegung wurden die sämtlichen Tagesanlagen auf Abbruch verkauft.

 

Stillegung: Die beabsichtigte Modernisierung der Fabrikanlage mußte nach reiflicher Erwägung aller wirtschaftlichen und technischen Verhältnisse, insonderheit wegen des Schachtes Oberröblingen, unterbleiben. Nach den bergpolizeilichen Vorschriften war für den Schacht ein zweiter fahrbarer Ausgang zu schaffen, wofür der Schacht der Gewerkschaft Oberröblingen vorgesehen war. Die Möglichkeit, diesen Schacht, der in der Teufe von 642,5 m durch einen starken Soleeinbruch zum Erliegen kam, niederzubringen, scheiterte nicht nur an der Höhe der dafür noch aufzuwendenden Beträge, sondern vor allen Dingen daran, daß die Gewerkschaft keine Gewähr für das sichere Gelingen der Niederbringung des Schachtes besaß. Unter solchen Umständen beschloß die Gewerkschaft Oberröblingen im Monat Oktober 1925 den Schacht stillzulegen, wofür ihr eine Stillegungsquote von 0,7555 Tausendstel von der Kaliprüfungsstelle gewährt wurde. Die Adler-Kaliwerke mußten aus dieser Stillegung die notwendigen Folgerungen ziehen, weil ihnen der zweite fahrbare Ausgang nach den bergpolizeilichen Vorschriften fehlte, und weil es ihnen nicht möglich war, mehrere Millionen zu opfern, ohne die Gewißheit zu erhalten, daß damit der zweite fahrbare Ausgang geschaffen würde. Die Verwaltung hatte deshalb die Frage zu prüfen, ob sie im Interesse der Aktionäre den zur Erhaltung der Beteiligungsziffer bis zum Jahre 1953 am 31. Dezember des Jahres 1926 endgültig ablaufenden Termin für die Abgabe einer solchen Erklärung wahrnehmen sollte oder nicht. Nach eingehender Prüfung aller Verhältnisse und bei der Unmöglichkeit, den zweiten fahrbaren Ausgang zu schaffen, wurde im Dezember 1925 der Beschluß gefaßt, das Werk bis zum Jahre 1953 stillzulegen, und dieser Beschluß der auf den 18. Dezember 1925 einberufenen Generalversammlung unterbreitet. Die Generalversammlung genehmigte die Abgabe der Stillegungserklärung und die Uebertragung der Beteiligungsziffer nach erfolgter Stillegung des Werkes. Das Jahr 1925 war somit das letzte, in dem der Betrieb in seinem vollen Umfange aufrechterhalten wurde. (Quelle:10*)

Schacht Adler II:

Gewerkschaft Oberröblingen, Kalisalzbergwerk zu Oberröblingen a. See,

 

Konzern: Salzdetfurth - Aschersleben - Westeregeln. Aschersleben - Gruppe.

Gründung: 1909.

Beziehungen zu den Adler Kaliwerken A . - G . Im Zusammenhang mit der finanziellen Neugestaltung des Konzerns „Adler Kaliwerke A.-G." sind die Kuxe der Gewerkschaft bis auf weiteres in den Besitz der Adler-Kaliwerke übergegangen. Entsprechend der hierdurch erzielten wirtschaftlichen Einheit beider Gesellschaften haben die Adler Kaliwerke im Jahre 1916 die Bankschuld von Oberröblingen abgelöst und die erststellige Grundschuld von 1 500 000 M. übernommen.

Gerechtsame: 10 preußische Maximalfelder gelegen in den Gemarkungen im Bergfreien des Oberbergamtsbeizirks Halle-Saale. Von diesen Feldern sind 5, in welchen Hartsalze nachgewiesen sind, im Herbst 1910 von der Internationalen Bohrgesellschaft für 800 000 M. käuflich erworben. Von dem Kaufpreis sind 500 000 M. dadurch gedeckt, daß die Grundschuld der Gewerkschaft, die auf den alten 5 Feldern in Höhe von 1 000 000 M. bestand, auf 1 500 000 M. erhöht und auf den gesamten Felderbesitz eingetragen wurde. Die übrigen 300 000 M. sind in 3 Jahresraten von je 100 000 M. berichtigt.

Bohrungen: Das ganze Gebiet ist durch 10 Bohrungen aufgeschlossen, von denen 8 bis ins Salz durchgeführt und 2 kalifündig sind. Die Beschaffenheit der Kalisalze ist die gleiche, wie die der Adlerkaliwerke, Aktiengesellschaft zu Oberröblingen am See.

Schachtbau: Mit dem Schachtbau ist Ende Dezember 1909 begonnen worden und zwar in dem früheren Felde Oberröblingen I. Durchschlägigkeit mit dem Schacht der Adlerkaliwerke ist behördlich genehmigt. Die Niederbringung des Schachtes verlief bis 21,25 m glatt, dann zeigten sich Wasserzuflüsse bis zu 700 Liter pro Minute. Ende 1910 war der Schacht 48,30 m tief. Im neuen Jahre steigerten sich die Wasserzuflüsse bis zu 3200 Liter pro Minute. Im Jahre 1911 war eine Teufe von 82 m erreicht und wurde ein Keilkranz eingebaut, um die zufließenden Wasser nach Möglichkeit abzuschließen, was auch insoweit gelang, als Mitte Juli diese Zuflüsse bis auf 100 Liter pro Minute reduziert werden konnten. Ende 1912 war eine Teufe von 463 m erreicht. Der eiserne Schachtausbau reicht bis 377 m. Bis Mai 1913 hatte der Schacht eine Teufe von 642,5 m erreicht. Wegen Wasserdurchbruchs kamen die Abteufarbeiten zum Stillstand.

Stillegung des Kalibetriebes: Da keine sichere Gewähr für die Niederbringung des Schachtes bestand, auch seinerzeit die hierfür notwendigen Mittel bis zu 2 000 000 RM nicht zu beschaffen waren, sowie auf Grund der Tatsache, daß es sich bei dem Werk lediglich um ein Carnallitvorkommen handelt, beschloß die Generalversammlung am 29. Oktober 1925 die Stillegung und Abgabe der Stillegungserklärung.  Letzte ordentliche Generalversammlung: 30. Juni 1934. (Quelle:10*).

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
Anzeige von 1902
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Lars Baumgarten