Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

3.10 Rastenberg

3.10.1 Schacht "Rastenberg I"

 

06647

Finne

OT Billroda

Schacht 59

 

RW 44 61 818

HW 56 73 418

 

51°11´40,07´´N

11°27´08,18´´O

  • Von 1906-1909 abgeteuft
  • 1924 Stilllegung der Grube
  • Grube ist mit Lauge erfüllt
  • Wasserspiegel im Schacht steht wenige Meter unter Ackersohle

 

 

3.10.2 Schacht "Rastenberg II"

 

06647

Finne

OT Billroda

 

nicht mehr lokalisierbar

Aus der Geschichte-Rastenberg I:

Ehemalige Gewerkschaft Rastenberg in Rastenberg (Sachsen-Weimar).

 

Die Gewerkschaft ist 1929 an die Burbach-Kaliwerke A.-G. als Schacht Rastenberg übergegangen.

Betriebsstilllegung gemäß § 83a, die Gewerkenversammlung vom 17. Mai 1924 beschloss gemäß § 83 c des Gesetzes über die Regelung der Kaliwirtschaft für die Zeit bis zum 31. Dezember 1953 das Werk stillzulegen. Nach Ausführung der durch die Bergbehörde vorgeschriebenen Versatzarbeiten ist der Betrieb am 1. 4. 1925 vollständig eingestellt worden.

Verhältnis zu Heldburg: Die Gewerkschaft hat am 25. November 1910 mit der Heldburg A.-G. einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem erstere für die Zeit vom 1. Januar 1911 ab bis zum 31. März 1912 an letztere sämtliche Anlagen über und unter Tage, bei gleichzeitiger Überlassung aller Rechte, Konzessionen usw., verpachtet zu einem Pachtzins von 600 000 M. pro Jahr. Alsdann ist der Pachtvertrag bis zum 31. 12. 1912 verlängert worden. Die Pächterin erwarb dann sämtliche 1000 Kuxe der Gewerkschaft Rastenberg. Seit dem 1. Januar 1913 wird der Betrieb für Rechnung der Gewerkschaft Rastenberg geführt.

Schachtbau: Im Schacht wurde am 5. April 1909 bei 506 m Teufe das Kalilager angefahren und in einer Mächtigkeit von ca. 50 m durchsunken. Die ganze Schachtteufe beträgt 659 m und ist der Schacht bis dahin in Mauerung gesetzt. Bis Ende des Jahres 1909 wurde der Schacht vollständig ausgebaut und zur Förderung fertig gestellt, desgleichen wurden auf der Wetter- und Fördersohle die Füllörter nach Nordwesten und Südosten angesetzt. Am 24. Januar 1910 wurde die Förderung der Kalisalze aufgenommen.

Zweischachtfrage: Die Zweischachtfrage sollte durch eine Verbindungsstrecke mit der preuß. Gewerkschaft Burggraf gelöst werden, mit Genehmigung der Behörde wurde jedoch von dem Bau Abstand genommen.

Tagesanlagen: Über Tage wurden, im Jahre 1909 sämtliche Betriebsanlagen, wie Schachtgebäude und Fördergerüst, Fördermaschinengebäude, Salzmühle, elektrische Zentrale und eine Chlorkalium - und Sulfatfabrik in Angriff genommen, im Jahre 1910 fertig gestellt. Die Ableitung bei der fabrikatorischen Verarbeitung fallenden Endlauge in die Ilm wurde seitens der zuständigen Behörde genehmigt. Die preußische Verwaltung hat gegen die Erteilung dieser Konzession Beschwerde eingelegt und die Hinzuziehung eines Gutachtens des Reichsgesundheitsrats beantragt. Das Gutachten des Reichsgesundheitsrates vom 28.Juni 1912 hat die von den zuständigen Behörden erteilte Genehmigung bestätigt, so dass die Abteilung der Endlaugen in die Ilm im Rahmen der Konzession erfolgen darf. Die Konzession gestattet die Abteilung der Endlaugen von einer täglichen Verarbeitung von 11500 dz Carnallit. Die Endlaugenleitung wurde 1910 fertig gestellt. Eine Grubenanschlußbahn nach Bahnhof Rastenberg ist im Februar 1910 dem Betrieb übergeben. 1912 ist eine Bromfabrik für eine Leistung von ca. 100 000 kg errichtet. Am29. 4.1919 hat der Bezirksausschuß zu Apolda den von der Gewerkschaft in Verbindung mit der Gewerkschaft Horst gestellten Antrag auf Erweiterung der Endlaugen-Konzession in erster Instanz genehmigt. Die Erweiterung besteht in einer Erhöhung der bisherigen Chlorgrenze im Ilmwasser von 450 auf 550 mg Chlor im Liter bei einer Höchstverhärtung von 65 Grad. Die Verarbeitungsmöglichkeit ist dadurch um mindestens 25 % gesteigert worden, so dass sie jetzt für etwa 16 000 dz Carnallit arbeitstäglich ausreicht. 1912 sind die vorhandenen Fabrikanlagen von der Heldburg A.-G. sehr erheblich erweitert. In der elektrischen Zentrale wurden Einrichtungen getroffen, welche es ermöglichen, an die benachbarte Gewerkschaft Bernsdorf elektrische Energie abzugeben, es wurden 1912 nach dort eine Freileitung für hochgespannten Strom angelegt. Rastenberg ist sowohl mit den Gewerkschaften Bernsdorf und Burggraf als auch mit den Gewerkschaften Reichskrone und Richard durch eine Schmalspurbahn verbunden. Im Jahre 1918 stellte die Fabrik von Rastenberg 93 551 dz Kali her, davon 5099 dz Kali als Sulfate, im Jahre 1919 73 793 dz K20 darunter 610 dz Sulfate, im Jahre 1920: 105 492 dz K20, darunter 14 231 dz Sulfate. Mit letzteren Gewerkschaften ist ein Vertrag abgeschlossen worden, auf Grund dessen deren Rohsalze in der Fabrik Rastenberg mitverarbeitet werden.

 

Eine Anzahl von Maschinen und Apparaten wurde nach der Betriebseinstellung an Konzernwerke, der Rest der Tagesanlagen im Jahre 1927 an Dritte verkauft. (Quelle:7+10*)

 

Schacht Rastenberg II:

 

Schachtbau: In Vorbereitung. Das Kalilager wird bei 600 m Teufe erwartet. Durchschlägigkeit mit Rastenberg I in Aussicht genommen. (Quelle: 7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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