Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

3.11 Richard-Reichskrone

Kurzchronik der Historie des Kaliwerkes Richard/Reichskrone:

  • 1909-1913: Abteufen des Schachtes Reichskrone, Teufe 576 m
  • 1910-1913: Abteufen des Schachtes Richard, Teufe 576 m
  • 1913-1916: Förderbetrieb
  • 1916 Einstellung des Grubenbetriebes
  • 1921: Schachterhaltungsarbeiten werden eingestellt, Grube wird dem Ersaufen preisgegeben
  • 1945: Versenkung von Sprengstoff, Bomben und anderem Kriegsmaterial
  • 1947: Explosion in beiden Schächten und daraufhin Einstellung der Versenkung von Bomben

 

 

 

3.11.1 Schacht "Richard"

 

06647

Finne

OT Lossa

Hauptstraße

 

RW 44 57 788

HW 56 76 984

 

51°13´34,41´´N

11°23´39,11´´O

 

 

 

 

 

3.11.2 Schacht "Reichskrone"

 

06647

Finne

OT Lossa

Hauptstraße

 

RW 44 57 780

HW 56 76 955

 

51°13´33,46´´N

11°23´38,71´´O

 

Gewerkschaft Richard zu Lossa i. Thür.

 

Gründung: 14. 12. 1909 durch Vereinigung der 11 Salzbergwerke der Gewerk schaften Richard I , II , III , IV, V, VI, VII, Lossa, Billroda, Zeisdorf II; das Oberbergamt erteilte im November 1909 seine Genehmigung zu dieser Vereinigung.

Gerechtsame: 8 Normalfelder in den Gemakungen Garnbach, Wiehe, Allerstedt, Lossa, Langenroda, Hechendorf, Kleinroda und Donndorf im Kreise Eckartsberga. Laut notarieller Verhandlung vom 23. 6. und 2. 10. 1911 ist das Kalisalzbergwerk Richard in zwei selbständige Bergwerke geteilt und zwar in; 1) das Salzbergwerk Richard mit einem Flächeninhalt! von 17.478.731 qmund 2) das Salzbergwerk Burggraf mit einem Flächeninhalte von 6.599.999 qm. Diese reale Teilung ist inzwischen durchgeführt worden.

Schachtbau: Mit der benachbarten Gewerkschaft Reichskrone, welche seinerzeit den Bau von zwei Schächten begonnen hatte, ist eine Vereinbarung zustande gekormnen, wonach der eine dieser beiden Schächte an Richard übergegangen ist nebst entsprechendem Felderaustausch und beide Schächte durchschlägig gemacht werden derart, daß jeder der beiden der zweite fahrbare Ausgang im Sinne der Bergpolizeiordnung wird. Der Richard-Schacht, der am 25. Juni 1910 begonnen war, hat eine lichte Weite von 3,5 m. Er hat im Jahre 1913 seine Endteufe von 676 m erreicht und ist mit dem Schachte der Gewerkschaft Reichskrone durchschlägig. Das Steinsalzlager wurde bei 470 m, das Kalilagerbei 527,5 m Teufe erreicht. Das Kalilager besteht bis zu 545 m Teufe aus hochprozentigem Carnallit. Der Schacht ist bis 578 m ausgebaut.

Förderung: Die Förderung ruht. Die Quote ist auf andere Werke übertragen.

Tagesanlagen: Die sämtlichen Tagesanlagen wurden für die Gewerkschaften Reichskrone und Richard gemeinsam errichtet und sind fertiggestellt.

Chemische Fabrik : Von den Gewerkschaften Reichskrone und Richard ist auf Grund des neuen Preußischen Wassergesetzes der Antrag gestellt auf Verleihung des dauernden Rechts zur Ableitung der Endlauge in die Saale, welche bei einer täglichen Verarbeitung von 8.000 dz Carnallit entstehen. Über den Antrag, welcher sich zur Zeit in der zweiten Instanz befindet, ist eine Entscheidung noch nicht getroffen.(Quelle:7*)

Gewerkschaft Reichskrone, Gotha, in Lossa Kr. Eckartsberga

 

Gerechtsame: 7 preußische Maximalgrubenfelder in der Gemarkung Lossa, verliehen auf Steinsalz und beibrechende Salze vom Oberbergamt Halle, begrenzt westlich durch Heldrungen, nördlich durch Thüringen und östlich durch Roßleben. Es handelt sich um sieben 100 teilige preussische Gewerkschaften und zwischen Finne I-VII die von der Heinrich Lapp Aktiengesellschaft für Tiefbohrungen infolge fündiger Bohrungen erworben und auf die Gewerkschaft übertragen wurden. Das Terrain erstreckt sich in einer streichenden Ausdehnung von ca. 5 km und zerfällt in zwei Gruppen, deren eine die Gewerkschaften Finne IV, V und VI, deren andere Finne I, II, III und VII umfasst. Das Konsolidationsverfahren, mittels dessen der 7 teilige Bergwerksbesitz zu einem Werke „Konsolidiertes Kaliwerk Gewerkschaft Reichskrone" vereinigt wurde, ist durchgeführt. Beide Gruppen liegen über 1 km auseinander,

Bohrergebnisse:In jeder der beiden Gruppen ist eine Bohrung bis ins Kalilager fortgesetzt und durch dasselbe hindurchgetrieben. In der Gruppe der Felder IV, V und VI reichte dasselbe von 506,10 bis 533,09 m, inder zweiten Gruppe von 528,65 bis 556,99 m. Die Analysen ergaben 21,3%, 19,1%, 21,3% und 18,1% KCl. Das Deckgebirge gehört in der Hauptsache der Buntsandstein- und Zechstein-Formation an.

Nächste Eisenbahnstation: Lossa, der staatl. Nebenbahn Laucha-Lossa-Cölleda. Die Gewerkschaft Reichskrone hat in Gemeinschaft mit der Gewerkschaft Richard eine Schmalspurbahn nach der Gewerkschaft Rastenberg gebaut, die seit Juni 1912 in Betrieb.ist.

Schachtbau:Die Vorarbeiten für die Festlegung des Schachtpunktes wurden im Jahre 1908 ausgeführt. Die Abteufarbeiten sind im Dezember 1909 gleichzeitig für zwei Schächte, nämlich für den Schacht Reichskrone und den der benachbarten Gewerkschaft Richard begonnen. Bei 414,5 m wurde im September 1912 das Steinsalzlager erreicht. Am 8. Januar 1913 wurde in 528 m Teufe das Kalilager angefahren. Letzteres ist in einer Mächtigkeil von 11 m durchteuft worden und besteht aus Carnallit mit einem Chlorkaliumgehalt von 15-17%.

Zweischachtfrage: Mit der benachbarten Gewerkschaft Richard ist eine Vereinbarung zustande gekommen, wonach der eine der beiden seinerzeit durch die Gewerkschaft Reichskrone begonnenen Schächte mit entsprechendem Feldesaustausch an die Gewerkschaft Richard überging und daß beide Schächte durchschlägig gemacht werden, um jeder für den andern der zweite fahrbare Ausgang im Sinne der Bergpolizeiverordnung zu werden. Der Schacht hat im Jahre 1913 seine Endteufe von 560 m erreicht und ist mit dem Schacht der Gewerkschaft Richard durchschlägig.

Tagesanlagen:Die sämtlichen Tagesanlagen wurden für die Gewerkschaften Reichskrone und Richard gemeinsam errichtet und fertiggestellt.

Chlorkaliumfabrik: Von den Gewerkschaften Reichskrone und Richard ist gemeinsam auf Grund des neuen Preußischen Wassergesetzes vom 7. April 1913 der Antrag gestellt auf Verleihung des dauernden Rechts zur Ableitung von Endlaugen in die Saale, welche bei einer täglichen Verarbeitung von 8000 dzCarnallit entstehen. Über den Antrag, welcher sich zurzeit in der II. Instanz, dem Königl. Landeswasseramt zu Berlin befindet, ist eine Eilentscheidung noch nicht getroffen. Vorläufig werden die Rohsalze der Gewerkschaft mit in der Fabrik der Gewerkschaft Rastenberg verarbeitet. (Quelle:7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten