Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

3.12 Roßleben

 

 

3.12.1 Schacht "Roßleben" (Heinrich Rau)

 

06571

Roßleben

Haldenstraße

 

RW 44 62 886

HW 56 85 373

 

51°18´07,13´´N

11°27´58,68´´O

 

Historische Bilder:

 

 

3.12.2 Schacht "Roßleben II" (Wendelstein)

 

06571

Roßleben

Haldenstraße

 

RW 44 63 987

HW 56 84 033

 

51°17´24,03´´N

11°28´56,00´´O

 

  • Der Schacht wurde im Zeitraum von 1910-1912 geteuft und im Jahr 1998 verwahrt
  • Die Schachtanlage hatte von 1956 bis 1964 als Haftarbeitslager für Strafgefangene gedient, die zur Sicherung des Arbeitskräftebedarfs in der Grube arbeiteten und sich dort eine Strafverkürzung erwerben konnten

 

 

3.12.3 Schacht "Georg"

 

06642

Nebra

OT Wangen

Am Schacht

 

RW 44 68 970

HW 56 81 362

 

51°15´58,66´´N

11°33´13,98´´O

 

Historische Bilder:

 

 

3.12.4 Schacht "Unstrut"

 

06642

Nebra

OT Wangen

Am Schacht

 

RW 44 69 029

HW 56 81 422

 

51°16´00,63´´N

11°33´17,04´´O

 

Historische Bilder:

 

 

3.12.5  Schacht "Dreilinden I"

 

06571
Roßleben
OT Bottendorf
Steinbruchweg

 

RW 44 60 576

HW 56 87 425

 

51°19´12,98´´N
11°25´58,64´´O

 

 

3.12.6  Schacht "Dreilinden II"

 

06571

Roßleben

OT Bottendorf

Steinbruchweg

 

RW 44 60 497

HW 56 87 486

 

51°19´14,94´´N

11°25´54,56´´O

 

Gewerkschaft Rossleben in Rossleben a. d. Unstrut

 

Gründung: Die Gewerkschaft Rossleben ist gebildet durch Consolidation der Gewerkschaften Rossleben I, II und V, welche durch Urkunde des Königlichen Oberbergamtes von Halle vom 10. August 1903 bestätigt worden ist. Sie ist am 29. Juni 1905 in das Handelsregister des Königlichen Amtsgerichts zu Querfurt einge-tragen.

Gegenstand des Unternehmens: Nutzbarmachung des Kalisalzbergwerks Rossleben, sowie der später von der Gewerkschaft zu erwerbenden Bergwerke. Auch kann die Gewerkschaft Chlorkaliumfabriken und andere Fabriken erwerben und betreiben.

Gerechtsame: 25 preußische Normalfelder von 52 241 370 qm Grösse, in den Gemarkungen Rossleben, Lodersleben, Ziegelroda, Forst Ziegelroda, Leimbach, Oberschmon, Bottendorf, Schönewerda, Gatterstedt, Schmoner Wüste, Weissen-schirmbach, Pretitz, Gölbitz und Wendelstein im Kreise Querfurt Regbz. Merseburg, nördlich der Unstrut bis Querfurt, Bergrevier West-Halle, markscheidend mit den Feldern der Gewerkschaft Thüringen zu Heygendorf. Die Gewerken-versammlung vom 22. 10. 1908 beschloss einen Teil von 3,7 Normalfeldern abzutrennen. Das Oberbergamt Halle genehmigte der Gewerkschaft Rossleben, dass das ihr gehörige konsolidierte Salzbergwerk Rossleben in zwei selbständige Felder geteilt wird. Das eine durch die Teilung neu entstandene Bergwerk namens „Wendelstein" hat einen Flächeninhalt von 8 134 327 qm und liegt in den Gemarkungen Wendelstein, Forst Ziegelroda, Weissenschirmbach und Vitzenburg; das andere durch die Teilung nebenstehende Bergwerk namens „Consolidiertes Steinsalzwerk Rossleben" hat eine Grösse von 44 107 043 qm und liegt in den Gemarkungen Rossleben, Boltendorf, Schöneweida, Schmoner Wüste, Leimbach, Lodersleben, Gatterstedt, Gölbitz, Weissenschirmbach, Ziegelroda, Forst Ziegelroda, Wendelstein, Kleineichstedt und Oberschmon.

Bohrergebnisse: Durch zahlreiche Bohrungen ist ein reiches und mächtiges Vorkommen von hochprocentigen Hartsalzen und Carnalliten in günstigen Tiefenver-hältnissen festgestellt worden.

Schachtbau: Im Juni 1903 wurde ca. 3 km nordöstlich von Rossleben ein Schacht angesetzt, der nach Ueberwindung von eingetretenen Wasserschwierigkeiten Ende September 1904 in den Zechsteinletten bei 210 m Teufe stand. Ende Dezember erreichte derselbe bei 318 m das Hartsalzlager. Bei 324 m wurde im Lager die Wettersohle und bei 350 m Teufe im älteren Steinsalz die erste Tiefbausohle angesetzt. Mit dem Querschlage in der 350 m Sohle wurde bei 85 m Streckenlänge das unter 15 Grad einfallende Hartsalzlagcr angefahren, dessen Hangendes bei 144 m Streckenlänge erreicht wurde. Nachdem auf dieser 350 m Sohle die Hartsalze hinreichend aufgeschlossen und in Abbau genommen waren, wurden auf einer tieferen, der 400 m Sohle die entsprechenden Vorrichtungsarbeiten in Angriff genommen. Auch auf dieser Sohle sind nur hochprocentige Hartsalze und Kalidüngesalze in grossen Mengen aufgeschlossen worden. Die Verbindungsstrecke auf der 350 m-Sohle nach Schacht II erreichte bis jetzt eine Länge von 1479 m.

Zweiter Schacht: Wurde im Grubenfelde Wendelstein angesetzt und war Ende 1910 -31 m, im April 1911- 85 m, im Juli- 130 m tief. Ende 1911 hatte der Schacht eine Teufe von 270 m. Der Ausbau besteht bis 30 m und von 199-260,5 m aus Mauerung und von 30-199 m aus gusseisernen Tübbings. Bei 190 m gelang es die zusitzenden Wasser abzuschliessen. Am 9.2.1912 wurde das Hartsalzlager bei 315 m angefahren. Am 1. Juni 1912 wurde dem Werk eine Quote von 4,22 % zuerkannt.

Chlorkaliumfabrik: Der Bau einer Chlorkaliumfabrik für eine tägliche Verarbeitung von 3000 dz Carnallit mit Abführung der Endlaugen an die Unstrut ist, nachdem der Bezirksausschuss zu Merseburg eine diesbezügliche Konzession erteilt hat, ausgeführt. Die Fabrik wurde im Dezember 1907 versuchsweise in Betrieb genommen. 1911 wurde die Fabrik ausgebaut und mit neuen Einrichtungen versehen, sodass sie im Monat November zur Verarbeitung der eigenen Quote dem Betriebe übergeben werden konnte.

Sonstige Tagesanlagen: Eine normalspurige Anschlussbahn vom Schacht zum Bahnhof Rossleben; eine Mühlenanlage mit 3 Mahlsystemen, eine elektr. Kraftstation, das Fördermaschinenhaus, das Kesselhaus mit 12 Kesseln a 10 Athmosphären, Verwaltungsgebäude, Beamtenwohnungen, Werkstätten, Arbeiterwohnhäuser, ca. 60 ha Grundbesitz.

Anzahl der Kuxe: 1000, sämtlich im Besitz der Consolidierten Alkaliwerke Wester-egeln.

Zubussen: Bisher wurden auf die 1000 Kuxe im ganzen 3050 Mark Zubussen pro Kux geleistet.

Absatz: Chlorkalium 38 %, Sulfate, Kalidüngesalz, Kalirohsalz, Carnallit. (Quelle:7*)

Gewerkschaft Georg in Kleinwangen

bei Nebra a. d. Unstrut (Prov. Sachsen).

 

Repräsentant:

Georg Ebeling, Bergrat, Hindenburgstr. 42, Hannover,

Stellv. Repräsentant: P. Ebeling, Generaldirektor, Westeregeln.

Verwaltung Leiter: Bergassessor V. Ebeling, Direktor, Kleinwangen bei Nebra.

Prokurist: Paul Hagel, Kaufmann, Kleinwangcn bei Nebra.

Anzahl der Kuxe: 1000, davon sind 950 im Besitze der Alkaliwerke Westeregeln

Schachtbau: Der Schachtbau ist fertiggestellt.

Zweischachtfrage: Durchschlag mit dem Schachte der Gew. Unstrut

Tagesanlagen: Dieselben sind fertiggestellt.

Absatz: Im Jahre 1918 bestritt die Gewerkschaft hauptäichlich den Absatz der vier Unstrutwerke. Abgesetzt wurden im Jahre 1918: 119 246 dz Reinkali, im Jahre 1919: 115 392 dz K2O, im Jahre 1920: 113 804 dz K2O. (Quelle: 7*)

Gewerkschaft Unstrut

in Kleinwangen b. Nebra (Provinz Sachsen),

 

Repräsentant: Georg Ebeling, Bergrat, Hindenburgstraße 42, Hannover.

Stellv. Repräsentant: Paul Ebeling, Generaldirektor, Westeregeln.

Verwaltung: Victor Ebeling, Bergassessor, Direktor, Kleinwangen bei Nebra.

Prokurist: Paul Hagel, Kaufmann, Kleinwangen b. Nebra.

Anzahl der Kuxe: 1000, davon sind 950 im Besitze der Alkaliwerke Westeregeln

Schachtbau: Der Schacht ist fertiggestellt.

Zweischachtfrage: Lösung erfolgt mit dem Durchschlage nach dem Schachte der Gewerkschaft Georg.

Tagesanlagen: Dieselben sind fertiggestellt. Die Gewerkschaft ist im Besitz einer provisorischen Quote. (Quelle: 7*)

Personalien.

Am 22. Febr. verstarb in Roßleben der Fabrikdirektor Dr. Wilhelm S u n d m a c h e r an den Folgen eines vor einigen Wochen erlittenen Unfalles. Der Genannte, der im 64. Lebensjahre stand, hat sich namentlich um die Entwicklung des Werkes Roßleben der Vereinigten Kaliwerke Salzdetfurth AG. besondere Verdienste erworben und erfreute sich weit über seinen Wirkungskreis hinaus allgemeiner Wertschätzung. (Aus Kali verwandte Salze und Erdöl, Heft 6, 1939)

 

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten