Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

3.3 Dittrichshall-Paulshall

 

3.3.1 Schacht "Dittrichshall" (Dittrich, Fortschritt II)

 

06295
Lutherstadt Eisleben
OT Unterrißdorf
Fortschritt 2

 

RW 44 72 861

HW 57 09 785


51°31´19,06´´N
11°36´26,82´´O

 

  • Teufarbeiten von 1907-1914
  • Teufe 621,5 m
  • Kali-Sohlen in 321 m und 380 m Teufe
  • nur geringer Kalisalzabbau, welcher 1925 eingestellt wurde
  • bis 1960 als Kupferschieferschacht weiterbetrieben
  • 1968 wurde die Schachtröhre verfüllt

Historisches Foto:

 

3.3.2 Schacht "Paulshall" (Wachler, Dittrichshall)

 

06295
Lutherstadt Eisleben
OT Unterrißdorf
Fortschritt 2

 

RW 44 72 793

HW 57 09 875


51°31´22,02´´N
11°36´23,30´´O

 

  • Teufarbeiten von 1913-1914
  • Teufe 380 m
  • 1925 Stilllegung
  • Der Schachtkopf war z.Zt. der Begehung verbrochen

Historische Aufnahme von Paulshall:

 

3.3.3 Schacht "Wolfshall" (Wolfsschacht, Clothildenhall, Fortschritt I)

 

06295

Lutherstadt Eisleben

OT Volkstedt

Fortschritt-Schacht I

 

RW 44 70 210

HW 57 13 070

 

51°33´04,87´´N

11°34´08,32´´O

  • Teufarbeiten von 1906-1909
  • Teufe 581 m
  • Kalisohlen in 430 m und 490 m Teufe
  • Kaliförderung 1924 eingestellt
  • Bis 1967 als Kupferschieferschacht weiterbetrieben
  • Schachtröhre wurde verfüllt

Als der Mansfeld Konzern die Gewinnung von Kalisalzen als neues Geschäftsfeld aufnahm, betrachtete man diesen Betriebszweig zunächst als Nebenbetrieb. Man wollte offensichtlich die eigene Domäne, den Erzbergbau und den Hüttenbetrieb  nicht durch einen neuen Betriebszweig zersplittern. Jedoch zwangen die günstigen Betriebsergebnisse durch den Kaliverkauf zu einer anderen Einschätzung und zur Gründung einer eigenen Gesellschaft "Mansfelder Kaliwerke A. G".

Schächte und Fabriken wurden erneuert und zu leistungsstarken Betrieben entwickelt. So stieg die Förderung von Rohsalzen im Jahr 1923 auf 3 256 976 dz.

Trotzdem erschien es zweckmäßiger, die Stilllegung der Kaliwerke in Erwägung zu ziehen. Man entschloß sich, die gesamte Beteiligungsziffer an Kalisalz gegen eine Zahlung von 12 Millionen Mark auf die Kalivereinigung GmbH in Magdeburg zu übertragen. Somit kam der Mansfelder Kaliabbau zum Erliegen.

Erläuterungen zu einem weniger bekannten Betriebszweig des Mansfeld-Konzerns:  Grundbesitz.

 

Der Grundbesitz des Konzerns umfasste sowohl städtische, landwirtschaftliche als auch fortwirtschafliche Einrichtungen und Flächen. Mit Erweiterung des Unternehmens vergrößerten die sich u.a. auch durch den Ankauf beschädigter Gebäude und dazugehöriger Grundstücke. Um langwierige Schadensprozesse (übertägige Bergbaufolgeschäden) zu vermeiden, entschied man sich oft zum Ankauf des entsprechenden Hauses bzw. Grundstückes. So besaß der Konzern bereits 1924 ca. 900 Häuser mit mehr als 3200 Wohnungen in denen etwa 13 500 Personen lebten. Die Verwaltung dieser Häuser lag in den Händen einer eigenen besonderen Abteilung mit eigener Bauabteilung und "Bureaus".

An landwirtschaftlich genutzter Fläche besaß Mansfeld ca. 3000 ha zuzüglich 200 ha in Westfalen. Von diesen Flächen war ein beträchtlicher Anteil verpachtet, u.a auch die Rittergüter Burgörner, Großörner und Helbra. Das dem Konzern gleichfalls gehörende Rittergut Volkstedt mit 735 ha wurde mit eigener Verwaltung bewirtschaftet. Angebaut wurden alle Getreidearten sowie Hackfrüchte. In der eigenen Spiritusbrennerei wurde aus den selbst angebauten Kartoffeln jährlich ein Kontingent von 78.000 Litern gebrannt. Alle  Erzeugnisse wurden im freien Handel abgesetzt, Mehl wurde zu "wohlfeilen Preisen" abgegeben und von der eigenen Großbäckerei wurde billiges Brot angeboten. Im Konzern gab es eigens für diese Sparte einen "Güterdirektor" (Herrn Gröbler)

Der Forstbesitz des Konzerns umfasste mehr als 5.000 ha der in zwei Reviere unterteilt war. Beide Reviere waren zu einer Oberförsterei mit Sitz in Wippra zusammengefasst die von 1924-1935 von meinem Urgroßvater Hans Georg Kurt Redslob geleitet wurden. Die waldbaulichen Maßnahmen wurden nach den neuesten Erkenntnissen der Forstwirtschft durchgeführt und bestanden neben der Pflanzung von Laub- und Nadelhölzern in der Gewinnung von Grubenholz und Holzkohle sowie in der Minimierung der Waldschädigungen durch Wildschäden. Die jährliche Gewinnung an Grubenholz betrug 8.000 fm, die an Nadelholz 5.00 fm und die Gewinnung von Polstangen 50.000 Stück (Polstangen bestanden aus Buchenholz und fanden beim "Polen" des geschmolzenen Kupfers Verwendung). Aus dem Abfallholz des Forstes wurde im eigenen Meilerbetrieb Holzkohle hergestellt und belief sich auf ca. 60.00 hl.

Dem Mansfeldschen Unternehemen trat später auch noch die Hallesche Pfännerschaft AG bei. Ein weiterer bedeutender Schritt in der Entwicklungsgeschichte des Konzerns war die Gründung einer eigenen Handelsgesellschaft mit Sitz in Berlin (Mansfelder Metallhandels-Aktiengesellschaft) und der nachfolgenden Gründung von Tochtergesellschaften und Handelsvertretungen an allen größeren Handelsplätzen der Welt. (Quelle: 1*)

 

 

Aus der Geschichte (Quelle: 7*):

 

Salzbergwerk „St. Georg"

 

Eigentümer: Die Mansfeld'sche Kupferschiefer bauende Gewerkschaft in Eisleben.

 

Gründung: Durch Urkunde des Kgl. Oberbergamt zu Halle a. H. vom 8. Mai 1911 sind 50 333 139 qm = 25 preußische Maximalfelder vom Felderbesitz der Mansfeld'schen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft abgetrennt.

 

Schächte: Die Felder sind durch die Schächte Dittrich, Wolf und Wachler aufgeschlossen. Auf dem W o l f s c h a c h t bei Volkstedt wurde im Jahre 1908 in 391,5 m Teufe ein Kalilager von 24 m Mächtigkeit durchteuft. Auf dem D i t t r i c h-    s c h a c h t wurde gleichfalls im Jahre 1908 ein Kalilager bei 302,5 m Teufe angefahren. Auf dem W a c h l e r s c h a c h t wurde das Kalilager im Jahre 1913 bei 304 m Schachtteufe erreicht und in einer bauwürdigen Mächtigkeit von 18 m durch-fahren.

Bemerkenswertes aus der Geschichte der "Mansfelder Kupferschieferbauende Gewerkschaft"
Arbeiter- und Wohlfahrtseinrichtungen.do[...]
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Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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