Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

3.6 Heldrungen

 

 

 

3.6.1 Schacht "Anna" (Heldrungen II)

 

06577

Oberheldrungen

Schachtstraße

 

RW 44 47 331

HW 56 82 686

 

51°16´32,54´´N

11°14´37,31´´O

 

  • Die Abteufarbeiten wurden am 20.01.1902 begonnen und 1905 wurde die Endteufe von 491 m erreicht
  • 1926 wurden aus der Schachtröhre die Tübbinge ausgebaut, was die Grube in kurzer Zeit zum Ersaufen brachte
  • Die Schachtröhre wurde verfüllt

 

 

 

 

3.6.2 Schacht "Sachsenburg"

 

06577

Gorsleben

Harraser Weg

 

RW  44 43 476

HW  56 82 606

 

51°16´31,85´´N

11°11´18,40´´O

 

 

Teufort mit Koordinaten noch nicht verifiziert

Aus der Geschichte:

 

Gewerkschaft Heldrungen I und Heldrungen II

 

Gründung: 1897 als Kalibohrgesellschaft Heldrungen, am 18. Juli 1901 als Gewerkschaften Heldrungen I und Heldrungen II , jede zuerst 100 teilig, dann 1000 teilig. Die handelsgerichtliche Eintragung ist unter dem 17. Juni 1904 erfolgt.

 

Gerechtsame: Ursprünglich 16 preußische Normalfelder in den Gemarkungen Oberheldrungen, Schloß Heldrungen, Harras, Gorsleben, Hemleben, Königl. Forst Heildrungen, Hauteroda, Cöllndaer Küchenhölzer, Hemleben im Kreise Eckartsberga. Den Feldernbenachbart sind Großherzog Wilhelm Ernst, Ludwigshall, Gilückauf- Sondershausen, Günthershall, Gewerkschaft Roßleben. Dieses Gebiet ist vollständig zusammenliegend und schließt den Nord und Südflügel, in denen die Kalisalze vorkommen, ein. Der dazwischen liegende Steinsalzrücken ist ebenfalls vollständig eingemuthet worden, damit kein fremder Betrieb später in der Nähe eingerichtet werden kann. Bei der einen Tiefbohrung ist eine Soolqueile erbohrt und darauf Muthung eingelegt worden. Das daraufhin gestreckte Feld liegt unmittelbar an der Südwestgrenze des Gebietes.

 

Schachtbau: Der Bau des Schachtes (Schacht Anna) der Gewerkschaft Heldrungen II wurde durch eine am 20. Januar 1902 abgehaltene Gewerkenversamnilung beschlossen und bei Oberheldrungen angesetzt. Am 14. Juni 1904 hatte er eine Teufe von 324 m erreicht und stand bei 322 ra inm Steinsalz. Ende 1904 war er bis 440 m ahbgeteuft und durch festen Ausbau teils in Mauerung, teils mit Tübhings gesichert. In den Jahren 1905 und 1906 wurde er bis zur Teufe von 491 m fertiggestellt. Bei 430 m und 480 m wurden Abbausohlen angesetzt Anfang September 1907 trat auf der oberen Sohle ein Wasserdurchbruch ein, der sich bis auf 2,5 cbm pro Minute steigerte, dann auf 500, 400, 350, 270, 180, 110 und 90 Liter pro Minute zurückging. Die Ursache der Zuflüsse konnte nicht ermittelt werden. Dieselben kamen vom höchsten Punkt der 430 m- Sohle, der Abbau auf dieser Sohle mußte infolgedessen als zu gefahrvoll vollstündig aufgegeben werden. Zur Sicherung dieser Sohle wurden die Versatzarbeitenim beschleunigtem Tempo zu Ende geführt. Um die in der Einbruchsfirst zusetzenden Laugen billiger zu Tage heben zu können, wurde die Anlage einer Pumpenanlago mit elektrischem Antrieb beschlossen. Der Betrieb wurde allein auf die 480 m-Sohle verlegt. Es sind 20 Firsten vorgerichtet und unterschossen. Durchschnittliche Mächtigkeit des Carnallitlagers im 0sten 25 m, im Westen 12 m. Das angetroffene Hartsalz ist zu gering, als daß der Abbau lohnte. Auf der 480 m-Sohle ist daher in der liegenden Stieinsalzstrecke 530 m östlich des Hauptquerschlages ein Gesenk abgeteuft, um die Lagerstätte nach der Tiefe hin auf Hartsalze zu untersuchersuchen. Bei 265 m Gesenkteufe wurde ein Querort angesetzt und vorgetrieben, wobei außer Carnallit auch 1 m Hartsalz durchfahren wurde. 1911 wurden die Vorrichtungsstrecken in der Grube nach Westen und Osten 150 m weiter getrieben.

 

Zweiter Schacht: Die zweite Schachtfrage wird für Heldrungen II dadurch gelöst werden, dass der Schacht mit demjenigen der von Heldrungen I abgetrennten Gewerkschaft Walter durchschlägig wird.

 

Tagesanlagen: Die neu erbaute Chlorkaliumfabrik hat im Dezember 1905 angefangen, zu arbeiten. Die Konzession, deren Erteilung anfangs wegen der Abwässerfrage auf Schwierigkeiten stiess, ist im Jahre 1904 endgültig erteilt. Die Gewerkschaft hat das Recht, die Abwässer von täglich 3000 dz Carnallitverarbeitung in die Unstrut abzuleiten und darüber hinaus weitere beliebige Kalisalze ohne Ableitung der Endlaugen zu verarbeiten. Die Gewerkschaft hat im August 1907 bei der Kgl. Regierung einen Antrageingereicht auf Duldung eines größeren Laugenabflusses in die Unstrut.

 

Die Gewerkschaft besitzt ferner eine Salzmühle, Kesselhaus (neue Keeselanlage mit Ueberhitzern) Kaue, Beamten- und Arbeiterwohnhäuser. Eine Kalimagnesium-, eine Kieserit- und eine Sulfatfabrik wurden zu Beginn des Jahres 1909 in Betrieb genommen. Die Konzession zur Errichtung einer Bromfabrik wurde im Februar 1909 erteilt.

 

 

Gewerkschaft Sachsenburg

in Oberheldrungen.

 

Gerechtsame: Das der Gewerkschaft Sachsenburg gehörige Steinsalzbergwerk Hauteroda mit einem Flächeninhalt von 13 862 496 qm in den Gemarkungen Oberheldrungen, Schloßheldrungen, Hauteroda, Gutsbezirk Kommunalforst, Großmonra und Burgwenden und das Steinsalzbergwerk Sachsenburg mit einem Flächeninhalt von 15 164 437 in den Gemarkungen Oberheldrungen, Kgl. Forst Heldrungen, Gorsleben, Kannawurf und Sachsenburg.

 

Schachtbau: Der für das Steinsalzbergwerk Sachsenburg in Aussicht genommene Schacht liegt in der Gemarkung Gorsleben, Kreis Eckartsberga. Die im Januar 1912 begonnenen Abteufarbeiten ruhen seit August 1913. Durchschlägigkeit wird voraus-sichtlich mit dem Kaliwerk Heldrungen II erfolgen. Die Gerechtsame ist jedoch von derjenigen des Steinsalzbergwerks Heldrugen I abgetrennt.

 

Eisenbahnstation: Heldrungen.

 

Bohrergebnisse: Die niedergebrachten Bohrungen ergaben in einer Teufe von 365,60 und 428,50 m hochprozentigen Carnallit in guter Mächtigkeit. (Quelle: 7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten