Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

3.8 Johannashall-Wils

 

 

 

 

3.8.1 Schacht "Johannashall" (Kurt)

 

06198

Kloschwitz

Johannsahall

 

RW 44 84 213

HW 57 15 262

 

51°34´17,88´´N

11°46´14,76´´O

 

  • Teufarbeiten: 1900-1902
  • Teufe: 555 m, Trümmercarnallitlagerstätte
  • Auffahrung eines Stollens zwischen dem Schacht (in 92 m Teufe) und der Saale zu Transportzwecken. Der Henriettenstollen wurde 1999 durch eine hydraulisch durchlässige Verfüllung stabilisiert
  • Durchschlag mit Grube Wils 1912
  • Fabrik auf Johannashall verarbeitete gleichzeitig Rohsalze der Grube Wils
  • 1922 wegen geringwertiger Lagerstätte stillgelegt
  • Grubengebäude 1924 über den Schacht ersoffen
  • Die Chlorkaliumfabrik des Werkes Johannashall verarbeitete auch die in der Nachbargrube geförderten Rohsalze

 

 

 

3.8.2 Schacht "Wils"

 

06198

Beesenstedt

Zum Sportplatz 16

 

RW 44 81 869

HW 57 14 365

 

51°33´48,57´´N

11°44´13,21´´O

 

  • Teufarbeiten von 1908-1911
  • Teufe 651 m
  • 1912 Durchschlag mit Grube Johannashall
  • Abbau von Leinesteinsalz
  • 1922 wegen geringwertiger Lagerstätte stillgelegt
  • Grubengebäude 1924 über den Schacht Johannashall ersoffen

Gewerkschaft Johannashall, bei Beesenstedt, Konzern Wintershall

 

Gründung : als Kalibohrgesellschaft „Johanna“ im Jahr 1897, als Gewerkschaft „Johannashall“ am 18. August 1899,

Gerechtsame: 14 Felder = 30.505.814 qm, consolidiert unter dem Namen “Kalisalzbergwerk Johannashall”, in den Gemarkungen Beesenstedt, Naundorf, Schwittersdorf, Dederstedt, Zörnitz, Fienstedt, Wils, Gödewitz, Pfutztal, Gorsleben, Schochwitz, Trebitz, Rumpin, Kloschwitz und Zaschwitz, am Mansfelder Seenkreis, markscheidend mit den Feldern der Gewerkschaft Wils, den Feldern der Schutzbohrgemeinschaft, der Kaliwerke Krügershall, des preußischen Fiskus und der Mansfelder Gewerkschaft. Von den Feldern waren sieben, nämlich Johanna I, XIII, XIV, mit zusammen 15.189.490 qm bereits früher uzw. am 27. Okt 1903 unter dem Namen „Johannashall“ zu einem einheitlichen Bergwerk consolidiert worden. Außer den Kalifeldern besitzt die Gewerkschaft 3 Erzfelder. Die Gewerkschaft verfügt außerdem über Grundbesitz in Rebitz und Kloschwitz

Bohrergebnisse:. Von der Bohrgesellschaft Johanna waren im östlichen Felde der Mansfelder Mulde acht Tiefbohrungen ausgeführt. Steinsalz hatte man in Teufen von 415 und 646,5 m, Carnallit in Teufen von 427 bis 655 m in Mächtigkeiten von 6 bis 19,5 m erbohrt.

Schachtbau: Am 25. Oktober 1899 wurde nach Ankauf einer Grundfläche von 67 Morgen in der Gemeinde Trebitz mit dem Bau des Schachtes begonnen. Im März 1902 erreichte man das Steinsalz und baute, den Schacht bis zu einer Teufe von 555 m aus.

Zweiter Schacht: Der Bau eines zweiten Schachtes ist von der Bergbehörde angeordnet. Zu diesem Zwecke ist mit der Gewerkschaft Wils, welche über 5 Felder verfügt, ein Durchschlagsvertrag geschlossen. Diese Gewerkschaft Wils hat in der Nähe des Bahnhofs Beesenstedt einen Schacht hergestellt, welcher Ende 1911 fertig geworden ist und am 1.10.1912 eine prov. Beteiligung erhielt. Auf der Neuanlage wird als Betriebskraft die von der Turbinenanlage der Gewerkschaft Johannashall zu liefernde elektrische Energie benutzt. Der Durchschlag mit dem Schachte der Gewerkschaft Wils ist im Februar 1912 erfolgt.

Chlorkaliumfabrik: Der Bau wurde am 15. Juli 1903 begonnen und im April 1904 beendet. Allfang Mai 1904 war er betriebsfähig zur täglichen Verarbeitung von 5000 dz Kalisalzen. Eine Kieseritgewinnungs- und Sulfatanlage wurde errichtet. Die Fabrik verarbeitet gleichzeitig die Rohsalze von Wils.

Sonstige Anlagen: 100 Wohnungen, 100 Morgen Grundbesitz, Anschlussgleis mit der Halle-Hettstedter Eisenbahn, eine 1000 PS. Wasserkraftanlage in der Saale.

Absatz: 1915: 30.427 dz K2O. 1916: 32.246 dz K2O, 1919: 30.662 dz K2O

  

Gewerkschaft Kalibergwerk Wils zu Beesenstedt, Bez. Halle, Konzern Wintershall

 

Gründung: Die Gewerkschaft Johannashall trat ihre Rechte an den Salzmutungen Kurt bei Schochwitz und Else I bei Fienstedt an den Gheimen Justizrat Alexander Thoene, Naumburg, und den Rentier Felix Rauter, Essen-Ruhr, ab. Diese haben auf die diese Mutungen begründenden Fundpunkte neue Mutungen eingelegt. Vom Oberbergamt Halle wurde ihnen in den Jahren 1906 und 1907 zunächst auf Grund von zehn Mutungen die Bergwerke Wils, Wils 2, 3, Alexander, Rautendelein, Nickelmann, Goethe, Lessing, Schiller und Wieland. vom Königlichen Oberbergamt zu Halle S. zur Gewinnung von Steinsalz und beibrechenden Salzen verliehen. Diese 10 Kalisalzbergwerke sind sodann gemäss Bestätigungsbeschluss des Königlichen Oberbergamtes zu Halle an der Saale vom 6. August 1908 zu einem einzigen Kalibergwerk Wils vereinigt und durch Feldesaustausch arrondiert worden. Als Eigentümerin wurde die Gewerkschaft Kalibergwerk Wils zu Beesenstedt eingetragen.

Gerechtsame: Das konsolidierte Bergwerk hat einen Flächeninhalt von 21.880.466 qm und liegt in den Gemarkungen Schochwitz, Raether, Höhnstedt, Krimpe, Elbitz, Gorsleben, Naundorf, Beesenstedt, Schwittersdorf, Dederstedt, Volkmaritz, Zoernitz, im Mansfelder Seekreis. Die Gerechtsame markscheidet mit den Feldern der Mansfelder Gewerkschaft, der Schutzbohrgesellschaft und der Gewerkschaft Johannashall. Das Oberbergamt Halle genehmigte die Abtrennung der Hälfte der Gerechtsame zwecks Bildung eines besonderen Bergwerkes Schochwitz.

Bohrergebnisse: 10 Bohrungen, sämtlich kalifündig.

Tagesanlagen: Ein Schachtgebäude, Maschinengebäude, Mühlengebäude, Salzmagazine, Büro- und Kauengebäude.

Schachtbau: Mit dem Schachtbau wurde 1909 begonnen. Im Nov. 1911 wurde bei 600 m das Salzlager erreicht. Der Schacht dient gleichzeitig als zweiter Schacht (sogenannter Polizeischacht) der Gewerkschaft Johannashall, deren Schachtanlage ungefähr 2,8 km davon entfernt ist.

Kaliabsatz: 1916: 15.247 dz K2O, 1918: 33.909 dz K2O, 1919: 21.728 dz K2O

 

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten