Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

 

4.12 Wittekind-Hildasglück

 

 

4.12.1 Schacht "Wittekind" (Justus)

 

37170

Uslar-Volpriehausen

Industriestraße 2

 

RW 35 51 858

HW 57 25 454

 

51°39´39,73´´N

09°44´54,06´´O

 

Teufarbeiten von 1898 - 1901, Teufe 558 m.

1932 weitgehende Einstellung der Kali- u. Steinsalzproduktion.

Ab 1937 Nutzung des Bergwerkes durch die MUNA.

1945 Explosion eingelagerter Munition und Ersaufen des Bergwerkes.

2002 Schachtverfüllung und Einbau einer Tonbarriere in den Schacht.



Historische Aufnahmen:

Personalien:

Am 2. Juni 1939 verschied an den Folgen eines schweren Unfalles, den er in Ausübung seines Berufes unter Tage erlitt, der Grubeninspektor

 

H e i n r i c h   F r ü n d t

 

der Burbach-Kaliwerke AG., Werk Wittekind. Der Verstorbene hat sich in 23 jähriger Tätigkeit durch seine Tüchtigkeit und Pflichttreue größte Wertschätzung erworben. Der Kalibergbau wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

(Aus Kali verwandte Salze und Erdöl, Heft 12, 1939)

 

 

 

4.12.2 Schacht "Hildasglück"

 

37170

Uslar-Volpriehausen

Hammweg

(Im Wald)

 

RW 35 53 525

HW 57 26 147

 

51°40´01,61´´N

09°46´21,19´´O

 

Teufarbeiten von 1909 - 1915, Teufe 949 m.

1931 Grube Hildasglück und Wittekind durch Querschlag und Blindschacht verbunden.

Tagesbruch am Schacht Hildasglück infolge Ersaufen des Bergwerkes über die Schachtröhre.

2002 Verfüllung des Schachtes und strossenweises Hereinsprengen des Tagesbruches.





Bergbau-Aktiengesellschaft Wittekind

in Volpriehausen, Kreis Uslar, (früher Bergbau-Aktiengesellschaft Justus)

 

Gründung: Als Gewerkschaft Justus I am 27. November 1895. Die handels-gerichtliche Eintragung der Gewerkschaft beim Amtsgericht Köln erfolgte am 12. März 1901. Die am 20. Oktober 1905 stattgehabte Gewerkenversammlung beschloss, das gesamte Vermögen der Gewerkschaft mit Ausnahme des Eisenerzbergwerks Justus 1 in Mudersbach und eines Betrages von 285 000 M. ihres Bankkontos, welche zur Deckung der Grünrlungskosten und der zwei letzten Ausbeuteraten durch die Gewerkschaft dienen sollten, an eine mit einem Aktienkapital von 5000 000 M. zu begründende Aktiengesellschaft derart zu übertragen, dass gegen Einlieferung eines Kuxes 4000 M. Aktien der neuen Gesellschaft in einfachem Umtausch bezogen werden konnten. Die übrigen 1 000 000 Mark Aktien sollten von einem Konsortium zu 175 % übernommen und den Gewerken zu 185 % zum Bezug angeboten werden. Diesen Beschlüssen entsprechend ist die Gründung der Bergbau-Aktiengesellschaft Justus und die Eintragung der Firma in das Gesellschaftsregister beim Amtsgericht Uslar am 22. Januar 1906 erfolgt.

 

Gerechtsame: In der Gemarkung Volpriehausen, 20 weiteren Ortschaften des Kreises Uslar und 2 Ortschaften des Kreises Northeim, nachdem die damalige Gewerkschaft Justus I im October 1901 die Grerechtsame der (in Folge dessen aufgelösten) Kalibohrgesellschaft Hardegsen gegen Hergabe von 100 5%igen Schuldverschreibungen a 150 M. hinzuerworben hat, die Felder markscheiden östlich mit denen von Hildasglück

 

Schachtbau: Der Schachtbau wurde am 30. Juli 1898 von der damaligen Gewerkschaft Justus I in Köln beschlossen, bald darauf begonnen und im Februar 1901 definitiv fertiggestellt Derselbe durchteufte drei Kalilager von 469,5 bis 475,5 m, von 488 bis 497 m und von 521,5 bis 527 m. Im ersten Lager enthielten die Salze zwischen 13,75 und 65,39 % durchschnittlich 24,5 %, im zweiten zwischen 17 und 24,5 % durchscimittlich 20 %, im dritten zwischen 18,7 und 35,3 %, durchschniltlich 28 & KCl, wobei die Sylvine mit zumTeil über 90 % KCl . außer Betracht gelassen sind. Auf 6 Sohlen, nämlich in 480, 494, 518, 526, 534 und 540 mTeufe wurden Querschläge nach Westen und Osten getrieben. Unterhalb der 540 m-Sohle ist dann der Ostflügel durch ein flaches Gesenk von 100 m, welches direkt im Kalilager getrieben und bis zur 720 m-Sohle abgeteuft ist, weiter aufgeschlossen und von diesem Gesenk aus bis595 meine neue Sohle angesetzt. Die tiefste Sohle ist jetzt (Juni 1917) 781 m.

 

Grubenaufschlüsse: Das Kalilager wird auf der Hauptsohle (540 m) jetzt in die dem Grubenfelde angeschlossene forstfiskalische Enklave im Norden in der Richtung Hildasglück bei guter Beschaffenheit verfolgt.

 

Zweiter Schachtausgang: Der Schacht ist durch einen Verbindungs-querschlag auf der 786 m-Sohle mit demjenigen der Gewerkschaft Hildasglück (Schwesterwerk) verbunden.

 

Salinenbetrieb: Die Gesellschaft gehört dem Verband Norddeutscher Salinen mit einer Beteiligung von 12 000 t an.

 

Quotenübertragung: Nachdem die Quote fünf Jahre lang übertragen war, ist der Kalibetrieb Ende 1915 wieder aufgenommen. Anfang April 1920 nahm die Gesellschaft die Herstellung von Fabrikaten wieder auf und liefert einstweilen vornehmlich 20 er, 30 er und 40 er Düngesalze.

 

Tagesanlagen: Die Gesellschaft besitzt eine im Jahre 1902 begonnene und im October 1901 in Betrieb genommene C h l o r k a l i u m f a b r i k zur Verarbeitung von tägliich 1000 bis 5000 dz Hartsalz und eine S u l f a t f a b r i k zur Herstellung von täglich 100 bis 150 Ctr. höchstprozentigem Kaliumsulfat sowie eine Kali- und Steinsalzmühle. Im Jahre 1905 ist ferner eine Saline errichtet worden. Sie hat 5 Pfannensysteme aus je einer Feuer-, Rauch-, Dampf- und 2 Trockenpfannen bestehend. Im Oktober 1912 wurde das neue Elektrizitätswerk fertiggestellt; es leistet 2000 PS. und versorgt die Werke Wittekind und Hildasglück mit Kraft. (Quelle:7*)

Gewerkschaft Hildasglück zu Gotha

Verwaltungssitz Volpriehausen 

 

Gründung: Im Jahre 1896 wurde die Kalibohrgesellschaft Hardegsen gegründet, welche ca. 6400 Morgen in den Gemarkungen Hardegsen, Ellierode, Lichtenborn und Erlinghausen im Kreise Northeim sowie den Ortschaften Schlarpe und Bollerts Mühle im Kreise Uslar umfasste. Im Frühjahr 1901 verkaufte die Gesellschaft Verträge bezüglich der Ortschaften Schlarpe, Bollerts Mühle, Lichtenborn und Ellierode an die Gewerkschaft Justus I in Volpriehausen für 150 000 Mark in 5%igen ab 1. März 1901 verzinslichen und mit 25 000 Mark jährlich amortisablen Schuldverschreibungen, während die Veträge bezüglich der Gemarkungen Ertinghausen und Hardegsen, durch Vermitlung der Firma H. Borner & Co. Ltd. in London an die am 3. März 1905 begründiete Kalibohrgesellschaft Dortmund übergingen. Als Kaufpreis gewährte diese letztere 150 Anteile zubussefrei für zwei Bohrungen bis zu je 800 m Teufe. Durch Generalversammlungsbeschluss vom 11. August 1906 ist dann die Kalibohrgesellchaft Dortmimd in die Gewerkschaft  Hildasglück  zu  G otha umgewandelt worden.

 

Gegenstand des Unternehmens: 1) Ausbeutung der Lettekohlengrube „Aschara II" in der Eckardsleber und Ascharaer Flur, 2) Beteiligung an anderen Bergwerks-unternehmen, 3) Erwerb und Ausbeutung von bergbaulichen Gerechtsamen, Übernahme von Ausbeutungsverträgen, Verwertung der gewonnenen oder ander-weitig beschafften Produkte, Herstellung der zur Verarbeitung erforderlicher Anlagen und Einrichtungen.

 

Gerechtsame: ca. 5500 Morgen, davon 900 Morgen in der Gemarkung Ertinghausen und 4600 Morgen in der Gemarkung Hardegsen, beide im Kreise Northeim Prov. Hannover, markscheidend im Westen mit den Feldern von. Justus, im Norden und Osten mit denen der Kalibohrgesellschaft Oldenrode. Die Gerechtsamen Ertinghausen und Hardegsen liegen an den östlichen Ausläufen des Sollinger Waldes und werden in der Nähe von Ertinghausen durch die Eisenbahnlinie Northeim-Ottbergen durchschnitten.

 

Schachtbau: Zum Zweck der Vorbohrung für den Schacht wurde eine dritte Tiefbohrung im Westen des Feldes niedergebracht, welche zu Anfang des Jahres 1909 in Betrieb gesetzt wurde. Sie soll bei 903 m gut kalifündiggeworden sein. Der Schacht, der einen lichten Durchmesser von 5,25 m hat, ist unterirdisch mit dem Justus-Schacht verbunden. Stärkere Wasserzuflüsse traten zwischen 130 und 170 m und beim weiteren Abteufen von 218 m ab auf. Die Zuflüsse der oberen Zone von 1200 Liter pro Minute wurden bei 170 m abgeschlossen. Bei 300 m wurde ein Keilkranz gelegt. Der unterste Keilkranz liegt bei 577,5 m Teufe. Der Schacht wurde bei 945 m Teufe Anfang Juni 1915 vollendet. Die Gewerkschaft erhielt ab 1. Juli 1915 die vorläufige Quote mit 1,869 Tausendstel. Der Betrieb in 1916 beschränkte sich auf die Wasserförderung und auf Instandhaltung des Schachtes. Die Beteiligung in den einzelnen Gruppen des Absatzes war auch im Jahre 1919 an andere Werke übertragen. Erst im Oktober 1919 konnte die Gesellschaft die durch den Krieg unterbrochene Arbeiten auf dem Werk wieder aufnehmen. Der Schacht kann nach menschlichen Ermessen als gesichert gelten; er wird jetzt mit dem für die endgültige Schachtförderung nötigen Holzausbau versehen. Gleichzeitig werden in der Grube die Aufschlußarbeiten im Kalilager betrieben und zwar bis zur Fertigstellung des Förderschachtes vom Werk Justus aus. Es wird beim Schachtausbau in 3 Schichten, in der Grube in 2 Schichten gearbeitet. Die Belegschaft beträgt z. Zt. etwa 130 Mann.

 

Zweischachtfrage: ist gelöst mittels Durchschlag nach dem Schachte der Wittekind-Aktien-Gesellschaft. Von dem Querschlage aus wird die Aufschließung des Kalilagers betrieben. Das Lager besteht aus hoch-prozentigen Hartsalzen und Sylviniten bei einer Mächtigkeit von 3-5 m.

 

Tagesanlagen: Eine gemeinschaflliche elektrische Kraftzentrale (Wittekind) von 2000 PS., Zechenhaus, Bürogebäude, Maschinen-haus, Werksstätten- und Magazingebäude, Kalimühle, sowie eine Drahtseilbahn zum Zechenbahnhof mit Anschlußgleise und ein Rohsalzmagazin. (Quelle:7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten