Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

4.15 Salzdetfurth

 

 

4.15.1 Schacht "Salzdetfurth I"

 

31162

Bad Salzdetfurth

Schachtstraße 7

 

RW 35 68 560

HW 57 70 250

 

52°03´42,49´´N

09°59´54,89´´O

 

Historische Aufnahmen:

 

 

4.15.2 Schacht "Salzdetfurth II"

 

31162

Bad Salzdetfurth

Schachtstraße

 

RW 35 68 368

HW 57 69 730

 

52°03´25,74´´N

09°59´44,43´´O

 

 

 

4.15.3 Schacht "Salzdetfurth III"

 

31162

Bad Salzdetfurth

Schacht III

 

RW 35 70 353

HW 57 70 494

 

52°03´49,59´´N

10°01´29,16´´O

 

Aus der Geschichte:

 

Kaliwerke Salzdetfurth Aktiengesellschaft in Bad Salzdetfurth bei Hildesheim.

 

Konzern: Salzdetfurth - Aschersleben - Westeregeln. Salzdetfurth - Gruppe.

 

Eisenbahnstation: Bad Salzdetfurth.

 

Gründung: Zunächst am 3. 10. 1889 unter der Firma Aktiengesellschaft für Bergbau und Tiefbohrung zu Goslar, welche am 1. Juli 1899 in die gegenwärtige Firma umgewandelt wurde.

 

Gegenstand des Unternehmens: Erwerb und Betrieb von Bergwerken, insbesondere die Gewinnung und Verwertung von Salzen, Mineralien, Fossilien jeder Art und Vornahme aller Handlungen, welche mit derartigem Geschäftsbetrieben in Verbindung stehen. Die Gesellschaft kann Bergwerkseigentum, ebenso Grund-eigentum und jede Art von Gerechtsamen erwerben und veräußern, Fabrikbetrieb jeder Art unternehmen, An und Verkäufe von Produkten, Fabrikaten und Mobilien abschließen, sich auch bei allen gleichartigen Unternehmungen Dritter in jeder ihr gutscheinenden Weise beteiligen.

 

Umstellung des Kapitals auf Reichsmark: Das Reinvermögen der Gesellschaft betrug laut Reichsmark-Eröffnungsbilanz 17 710 000 Rm gemäß Beschluss der außerordentlichen Generalversammlung wurde beschlossen, das Papiermark-Stammaktienkapital im Betrage von 100 Mill. Rm auf 16 Mill. RM, das Papiermark-Vorzugsaktienkapital von 10 Millionen Rm auf 100 000 RM gemäß dem Goldeinzahlungswert der Vorzugsaktien herabzusetzen. Die Vorzugsaktien besitzen 8-faches Stimmrecht. Demnach betrug nach der Reichsmarkkapitalsumstellung per 1. Januar 1924 das Stammaktienkapital 16 Mill. RM, das Vorzugsaktienkapital 100 000 RM.

 

Gerechtsame: Rund 20 preußische Maximalfelder in den Gemarkungen: Salzdetfurth, Dethfurth, Wesseln, Egenstedt, Fünfberge, Wehrstedt, Hackenstedt, Söder im Kreise Marienburg, Breinum, Almstedt und Segeste im Kreise Alfeld; Petze im Kreise Gronau, Provinz Hannover; Oestrum im Kreise Gandersheim, Herzogtum Braunschweig. Die Gerechtsame ist benachbart mit der Gew. Hildesia.

 

Bohrergebnisse: Das Revier Salzdetfurth wurde seiner Zeit durch vier Tiefbohrungen aufgeschlossen, wovon drei kalifündig waren, Tiefbohrung I zwischen Detfurth und Wesseln wurde bei 693 m Teufe im Bundsandstein eingestellt und stand in einer Ueberschiebung. Dagegen wurde durch Tiefbohrung II(da wo jetzt Schacht I steht) am 4. September 1893 bei 197 m das Salz angetroffen und bei 640 m ein 17 m mächtiges Sylvinlager mit. einem KCl-Gehalt von 55-75 % durchbohrt. Tiefbohrung III erschloss bei 624 m Teufe ein 24 m mächtiges Lager normalen Carnallites und Tiefbohrung IV bei 1283 m Teufe ein ebensolches von 32 m Mächtigkeit.

 

Schacht I (am Ortberge): Der Bau des Schachtes wurde im Juni 1896 begonnen. Im Oktober 1897 wurde der Wasserabschluß bewirkt, im November desselben Jahres wurde bei 197,5 m das jüngere Steinsalz, im Februar 1899 bei 635 m das Syivinitlager erreicht. Der Schacht hat eine Teufe von 920 m. Auf diesem Schacht ist die gesamte Förderung konzentriert. Der Schacht ist mit neuer, 1930 in Betrieb genommener elektrischer Illgner-Fördermaschine für 170 TonnenStundenleistung und mit modernen Anlagen über und unter Tage ausgerüstet. Die geförderten Kalisalze werden zur Vermahlung und Verarbeitung der gemeinsamen Rohsalzmühle und Chlorkaliumfabrik durch eine Kettenbahn zugeführt.

 

Schacht II: Der II. Schacht wurde am 1. Juli 1907 auf dem Südflügel des Sattels in 700 m querschlägiger Entfernung von Schacht I mit einem Durchmesser von 5,20 m angesetzt, und bis zur Teufe von 760 m niedergebracht Der Durchschlag mit Schacht I erfolgte am 18. April 1909. Ende September 1909 war der gesamte Ausbau dieses zweiten Schachtes beendet. Die Schachtanlage ist mit einer elektrischen lllgner-Fördermaschine von 155 t Stundenleistung und wie Schacht I mit modernen Anlagen über und unter Tage und mit einer Kettenbahn zur Mühle und Fabrik versehen. Der Schacht II ist Reserveanlage und dient zur Wetterführung.

 

Schacht III (am Salzberge) hat eine Teufe von 828 m und ist mit einer elektrischen Fördermaschine von 90 t Stundenleistung ausgerüstet. Die Tagesanlagen sind neuzeitlich eingerichtet. Die Kalisalze werden mittels Drahtseilbahn nach Schacht I und von dort durch eine Kettenbahn nach der Mühle und Fabrik befördert. Schacht I, II und III sind miteinander durchschlägig.

 

Grubenbetrieb: Es sind zwei Kalisalzlagerstätten aufgeschlossen worden, eine jüngere in einer Teufe von 625-866 m , deren obere Partie aus reinen sylvinischen Salzen mit einem mittleren Gehalt von 25 % K2O, und deren untere Partie aus reinem weißem Carnallit mit einem mittleren Gehalt von 15 % K2O besteht, sowie einer älteren darunter liegenden Lagerstätte, die in der Hauptsache normalen Carnallit mit einem Gehalt von 10 % K2O und Hartsalze mit einem solchen von 15 % K2Oaufweist. Zurzeit wird nur die jüngere Lagerstätte abgebaut. Zur Versorgung der gesamten Schacht- und Fabrikanlagen mit elektrischem Licht- und Kraftstrom ist eine eigene elektrische Zentrale von etwa 4000 KW Leistung errichtet.

 

Chlorkaliumfabrik: Die Gesellschaft besitzt eine Chlorkaliumfabrik, deren Apparatur und Gebäude in den letzten Jahren eine stetige Vervollkommnung und Vergrößerung zur Herstellung von hochprozentigem Chlorkalium sowie Brom und Chlormagnesium als Nebenprodukte erfahren hat.

 

Belegschaft: Am 31.12.1933- 459 Arbeiter und Angestellte. (Quelle: 10*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten