Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

4.19 Ergebnislose Teufarbeiten/Abteufschächte

4.19.1 Schacht "Hermann" (Benthe)

 

30952

Ronnenberg-Benthe

Schachtweg

 

RW   35 43 313

HW   58 01 466

 

52°20´41,57´´N

09°38´ 04,28´´O

 

Historische Aufnahmen:

4.19.2 Schacht "Schieferkaute"  

 

31157

Sarstedt-Gödringen

Auf dem Schacht 3

 

RW    35 61 917

HW   57 90 732

 

52°14´47,87´´N 

09°54´19,59´´O

 

Aus der Geschichte:

Bentherwerk,

 

Industrie- und Handelsgesellschaft m. b. H. Berlin W 7, Reichstagsufer 10.

 

Konzern: Kali-Chemie A.-G. , Berlin.

 

Telephon: Berlin, A 2 Flora 0032.

 

Vorstand: Konsul Dr.-Ing. E.h. Theodor Feise, Generaldirektor, Berlin NW 7.

 

Gründung: Als Kalibohrgesellschaft Benthe am 25. 10. 1895, dieselbe wurde am 9. Februar 1897 in die Gewerkschaft Wallmont umgewandelt, aus welcher am 19. Januar 1901 die Kaliwerke Benthe Aktien-Gesellschaft hervorging.

 

Umgründung aus der früheren Kaliwerke Benthe A.-G. Nach der im August 1923 beschlossenen Umwandlung der Kaliwerke Benthe A.-G. als Finanzgesellschaft des Ronnenberg Konzerns wurden die Anlagen der Benthe A.-G. auf die obige G. m. b. H. übertragen.

 

Gegenstand des Unternehmens: Erwerb, Pachtung, Errichtung und Betrieb von Bergwerken und sonstigen industriellen Anlagen; Gewinnung, Verarbeitung und Verwertung von Bergbauprodukten und daraus hergestellten Fabrikaten. Bau von Apparaten und Geräten für Bergbau und Fabrikbetriebe, Großhandel in Düngemitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

 

Gerechtsame: ca. 300 ha in der Gemarkung Benthe.

 

Bohrergebnisse: Es wurden fünf Tiefbohrungen niedergebracht; Tiefbohrung II am nördlichen Ende des Dorfes Benthe traf bei 640 m in Steinsalzlager und Tiefbohrung III, ca. 1200 m nordöstlich vom Dorfe Benthe, traf bei 206 m ein ca. 350 m mächtiges Steinsalzlager und ferner Kalisalze von 565 bis 574 und von 622,5 bis 638 m Teufe. Tiefbohrung IV 600 m östlich von Benthe in der Richtung auf Empelde durchbohrte 5 Kalilager bei 339, 466, 475,5, 488 und 840 m und Tiefbohrung V 850 m nordwestlich von IV vier Kalilager bei 465, 618, 681 und 871 m Teufe, von denen sich das oberste als ein Sylvinitlager mit einem Chlorkaliumgehalt bis 94 % erwies.

 

Aufgabe und Wiederaufnahme des Kalibergbaus: Eine darauf am 22. November 1901 resp. 9. Januar 1902 stattgehabte Generalversammlung beschloß in Folge dessen, nach Dichtung und Sicherung des Schachtes die Verfolgung des Kalivor-kommens vorläufig einzustellen und sich auf den Betrieb der Saline zu beschränken, die dann am 10. Mai 1902 betriebsfertig wurde. Die am 15. März 1905 stattgehabte Generalversammlung aber beschloß, die Kaligewinnung wiederaufzunehmen und zwar mittels des Dr. Kubiersky'schen Ausholungsverfahrens. Im Juli 1905 wurden im Bohrloch V Sylvinitlager in entsprechender Mächtigkeit durchsunken. Eine Konzession zur Anwendung des Ausholungsverfahrens ist der Gesellschaft erteilt. Ende August 1906 wurde der Gesellschaft trotzdem die Anwendung dieses Verfahrens durch das Oberbergamt Clausthal verboten, wobei es trotz Einsprüchen und Klagen sein Bewenden behalten hat.

 

Neue Bohrung: 1911 haben die Werke, um die Gebirgsverhältnisse in dem Teil der Felder zu klären, wo der neue Schacht zweckmäßigst niedergebracht werden soll, 1200 m vom alten entfernt, ummittelbar an der Chaussee Empelde-Siebentrappen eine Schachtvorbohrung angesetzt, die bis auf 300 m niedergebracht wurde. Dieselbe erbohrte von:

0     - 163 m Sand und Ton,

163 - 173 m Gips,

173 - 300 m Steinsalz.

Man hofft, den Schacht mittels des Gefrierverfahrens mit sicherem Erfolge nieder-zubringen.

 

Schachtbau: Der Bau eines auf den Namen Hermann getauften Schachtes wurde am 6. April 1899 ca. 1 km nordöstlich von Benthe auf Bohrloch V begonnen. Der Schacht erreichte am 17. Oktober 1899 bereits bei einer Teufe von 163 m des Steinsalz. Am 1. Oktober 1901 hatte der Schacht eine Teufe von 228 m und stand mit 65 m im reinen Steinsalz. Am 15. Oktober jedoch erfolgte bei 238 m ein so starker Laugen-einbruch, daß die 25 % Salz haltenden Wasser innerhalb zweier Tage bis zu 135 m im Schacht hoch stiegen und erst bei einer Höhe von 41 m unter Tage schließlich zum Stillstand kamen. (Quelle:10*).

 

Aus der Geschichte:

 

Gewerkschaft „Schieferkaute"

in Hildesheim

 

Gründung: Als Kalibohrgesellschaft Teutonia konstituiert im Jahre 1898. Gründer waren der Obersteiger August Schulze in Hildesheim und Freiherr V. Morscy-Picard in Kassel. Beteiligt war die Vermögensverwaltungsstelle für Offiziere und Beamte in Berlin. Am 20. April 1900 wurde die Kalibohrgesellschaft in die jetzige Gewerkschaft umgewandelt.

 

Gerechtsame: ca. 10 000 000 qm in den Gemarkungen Gödringen und Hotteln, markscheidend nordöstlich im Streichen mit den Gewerkschaften Hohenfels und Carlshall, nördlich mit der Gerechtsame „Ingeln", südwestlich mit Glückauf-Sarstedt und Fürstenhall.

Bohrergebnisse: Die erste Bohrung, im Mai 1898 bei Hotteln bis auf 222 m nieder-gebracht, war ergebnislos, ebenso eine am 15. Sept. 1899 begonnene und am 3. Febr. 1900 bei 300 m Teufe eingestellte zweite Bohrung. Dagegen wurde fündig die bei Hotteln im Streichen der Kalisalzlager der Gewerkschaft Hohenfels bis auf 636,50 m niedergebrachte Tiefbohrung I. Es wurden durch diese 4 Kalisalzlager erbohrt. Das obere Lager von 272 bis 339 m ergab in den obersten 10 m einen Chlorkaliumgehalt von 10,4 bis 23,2 % und repräsentiert mithin ein abbauwürdiges Carnallitlager. Einige Proben der Kerne von 282 bis 339 m ergaben dagegen kaliarme Salze. Das zweite Lager von 408 bis 435 m hat nur 7,8 % ige Salze und kommt hiernach, ebenso wenig wie das dritte Lager von 470 bis 476,5 m, für den Abbau nicht in Betracht. Letzteres hat zwar 15,6 % Chlorkalium, indes ist die Mächtigkeit von 6,7 m zu gering. Das vierte Lager von 540 bis 569 m ist das wertvollste, da es bei 29 m Mächtigkeit einen durchschnittlichen Chlor-kaliumgehalt von 19,4 % hat. Tiefbohrung II, am südlichen Ausgange des Dorfes Gödringen 1260 m von I entfernt erreichte bei 274 m das Steinsalz und zwischen 306 und 316 m ein Kalisalzlager mit einem zwischen 9,58 % und 20,76 % schwankenden Gehalt an Chlorkalium. Tiefbohrung III, nördlich von Gödringen zwischen diesem Orte und Hotteln, ist 856 m tief eingestellt worden.

 

Schachtbau: Beschlossen in der Gewerkenversammlung vom 16. Februar 1903. Der erste Spatenstich erfolgte am 10. 11. 1903, bis Schluß des Jahres 1907 war der Stand der Arbeiten folgender: Hauptschacht gebohrt bis 204,29 m; Vorschacht bis 214 m; ausgebaut in gußeisernen Tübbings bis 189,50 m. Der Schacht ist durch die Firma Haniel & Lueg im Gefrierverfahren bis auf 180 m niedergebracht und hat eine lichte Weite von 5,2 m. Die letzte Rate an die Firma Haniel &. Lueg ist mit 150 000 Mark im Jahre 1907 bezahlt worden. Die weitere Abteufung sollte durch die genannte Firma durch das Abbohrverfahren erfolgen. Die Gewerkenversammlung vom 2. April 1908 beschloß aber die Abteufungsarbeiten zu sistieren, weil dieselben trotz aller aufgewandten Kosten und Zeitverluste in den Jahren nur geringe Fortschritte gemacht hätten:

 

Neuaufnahme der Teufarbeiten: Die Gewerkenversammlung vom 10. 1. 1911 beschloß wieder die Aufnahme der Schachtbauarbeiten und weitere; Aufschließung der Gerechtsame. Am 1. April 1911 wurde nördlich von Hotteln eine Schachtvorbohrung (durch die A.-G. für Tiefbohr- und bergbaul. Unternehmungen in Berlin) angesetzt, welche am 16. August 1911 bei 343 m das Steinsalz und ab 347,80 m ein 2,5 m mächtiges Hartsalzlager erbohrte. Eine 200 m weiter östlich umgesetzte Kontrollbohrung (Hotteln 2) wurde ausgeführt, um die seitliche Erstreckung und Mächtigkeit des Salzlagers festzustellen. Am 10. 1. 1913 wurde beschlossen, das Feld weiter aufzuschließen.

 

Chlorkaliumfabrik: Dieselbe ist am 2. Mai 1907 mit der Maßgabe genehmigt, daß eine Ableitung von Endlaugen in den Bruchgraben, wie es beabsichtigt war, unter-bleibe. (Quelle: 7*).

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten