Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

4.3 Carlsfund

 

 

4.3.1 Schacht "Carlsfund I"

 

 

38723

Seesen-Rhüden

Carlsfund/

Am Schlörbach

 

RW 35 76 169

HW 57 58 340

 

51°57´13,63´´N

10°06´24,65´´O

 

Historische Aufnahmen:

Dem langjährigen Direktor der Gewerkschaft Carlsfund zum Gedenken
Bergwerksdirektor Wittjen.doc
Microsoft Word-Dokument [744.5 KB]

 

 

4.3.2 Schacht "Carlsfund II"

 

38723

Seesen-Rhüden

Heberbaude

 

RW 35 74 876

HW 57 58 225

 

51°57´10,54´´N

10°05´16,87´´O

 

Gewerkschaft Carlsfund, Gross-Rhüden a. Harz

Konzern: Deutsche Kaliwerke AG

Gründungsjahr: 1893 als Bohrgesellschaft, Gewerkschaft seit 1896. Die Gewerkschaft übernahm im Oktober 1919 die Kuxe der Gewerkschaft Hermann II.

Gerechtsame: Ein zusammenhängendes Terrain von 27.000.000 m2 auf Kali und andere Salze in den Gemarkungen Gross-Rhüden, Wohlhausen, Ammenhausen und Mehlhausen.

Anlagen über Tage: Die im März 1899 concessionierte Chlorkaliumfabrik zur Verarbeitung von täglich 2.000 dz Carnallit wurde Anfang Oktober 1900 in Betrieb genommen. Die Endlaugen wurden durch eine Rohrleitung in die Innerste abgeleitet. Später erhielt die Gewerkschaft noch die Concession zur Verarbeitung von 1.000 dz Hartsalz. Neben der Erzeugung von Chlorkalium und Kalidüngesalzen wurde in der Folge auch die Herstellung der schwefelsauren Salze aufgenommen. Der Gewerkschaft wurde ein Verfahren patentiert zur Gewinnung von Kieserit aus den Löserückständen der Kalisalzverarbeitung. 1911 wurde ein neues Magazin zur Einlagerung gemahlener Rohsalze errichtet, 14 Beamten- und 20 Arbeiterwohnhäuser. Im Jahr 1916 wurden 677.000 dz Rohsalze verarbeitet.

Schachtanlage Carlsfund II: Der Schacht der auf der Schachtvorbohrung niedergebracht wurde, hatte Ende 1914 eine Teufe von 386 m erreicht und steht im älteren Steinsalz. Der Tübbingausbau erstreckt sich bis zu einer Teufe von 145,5 m, von da ab Mauerung.

Zweitschachtfrage: Mit der benachbarten Gewerkschaft Hermann II wurde ein Vertrag geschlossen, wonach der Schacht dieser Gewerkschaft als zweiter fahrbarer Ausgang im Sinne der berpolizeilichen Vorschriften zu gelten hat.

Braunkohlengrundbesitz: 1920 erwarb die Gewerkschaft in Gemeinschaft mit der Gewerkschaft Hermann II die Braunkohlengrube Georg Engelhardt bei Bonhausen a. Harz.

Anlagen über Tage: Eine im März 1899 concessionierte Chlor-kaliumfabrik zur Verarbeitung von täglich 2000 dz Carnallit wurde Anfang Oktober 1900 in Betrieb genommen. Die Endlauge wurde durch eine Rohrleitung in die Innerste abgeleitet. Später erhielt die Gewerkschaft noch die Concession zur tägl. Verarbeitung von 1 000 dz Hartsalz. Neben der Erzeugung von Chlorkalium und Kalidüngesalzen wurde in der Folge auch die Herstellung der schwefelsauren Salze aufgenommen. Der Gewerkschaft wurde ein Verfahren patentiert zur Gewinnung von Kieserit aus dem Löserückstand der Rohsalzverarbeitung. 1911 wurden ein neues Magazin zur Rohsalzeinlagerung sowie 14 Beamten- und 20 Arbeiterwohnhäuser errichtet. Im Jahr 1916 wurden 677 000 dz Rohsalz verarbeitet. (Quelle: 10*)



 

 

 

 

4.3.3 Schacht "Hermann II"

 

31167

Bokenem

OT Wohlenhausen

Hermann II

 

RW 35 76 982

HW 57 59 122

 

51°57´38,56´´N

10°07´07,87´´O

 

 

 

Gewerkschaft Hermann II in Gross-Rhüden a. Harz

Konzern: Deutsche Kaliwerke AG

Gründungsjahr: Als Kalibohrgesellschaft Othfresen am 12.09.1894 gegründet, umgewandelt in die Kalibohrgesellschaft Beständigkeit am 15.01.1897, danach in die Gewerkschaft Hermann II am 18.12.1899.

Gerechtsame: Etwa 2.500 Morgen Gerechtsame in der Gemarkung Königsdahlum, markscheidend südl. mit den Feldern der Gewerkschaft Carlsfund. Durch Vertrag mit dem braunschweigischen Staat erwarb die Gewerkschaft 1913 drei braun-schweigische Normalfelder unter dem Namen Gewerkschfat Salzgraf in der Gemarkung Klein-Rhüden.

 

Schachtbau: Der Schacht besitzt einen lichten Durchmesser von 5,5 m anfangs bis 885 m niedergebracht und später bis 970 m vertieft. Das kompakte Kalilager weist eine durchschnittliche Mächtigkeit von 7-9 m auf. Der Gehalt an KCl beträgt zwischen 16 und 19%.

 

Zweitschachtfrage: In einer Teufe von 600 m wurde ein Querschlag von 1.000 m Länge nach der 600 m-Sohle des Schachtes Carlsfund I (Gewerkschaft Carlsfund) auf gemeinsame Kosten getrieben. Es wurde vereinbart, daß jeder der beiden Schächte für den anderen als zweiter fahrbarer Ausgang gilt.

 

Tagesanlagen: Schachtgebäude mit Förderturm, Verwaltungsgebäude, zwei Fördermaschinengebäude, Rohsalzmühle, Werkstätten, Kesselhaus, Kühlturm, Maschinenhalle mit Ventilatorgebäude, Magazine für Rohsalze und Fabrikate, zwei Brunnenhäuser, Chlormagnesiumschuppen, Laboratorium, Lokomotivschuppen, zur Dampferzeugung zwei Cornwall-Kessel, eine 3,5 km lange Grubenanschlußbahn.

 

Chlorkaliumfabrik: Eingerichtet zur tägl. Verarbeitung von 3.000 dz Carnallit. Gemäß Vereinbarung ist Hermann II in der Lage, gegen Zahlung einer Entschä-digung die Abwasserleitung der Gewerkschaft Carlsfund mitzubenutzen. Die Konzession zur Ableitung in die Innerste wurde für eine tägliche Verarbeitung von 2.500 dz Carnallit erteilt. (Quelle: 10*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten