Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

4.6 Friedrichshall

Ab 1897 entstanden auf dem hier anstehenden Salzstock die Schächte:

  • Bergmannsssegen,
  • Hugo,
  • Erichssegen,
  • Ottoshall,
  • Hohenfels,
  • Friedrichshall I+II,
  • Carlshall,
  • Schieferkaute,
  • Glückauf Sarstedt,
  • Siegfried-Giesen,
  • Fürstenhall,
  • Rössing-Barnten.

 

 

4.6.1 Schacht "Friedrichshall I"

 

31319

Sehnde

Bismarckstraße

 

RW  35 65 569

HW  57 98 086

 

52°18´44,25´´N

09°57´37,26´´O

1901 Beginn der Teufarbeiten für Friedrichshall I.

1921 war mit Unterbrechungen die Endteufe von 720 Meter erreicht.

1983 wurden die Abbaufelder von Bergmannssegen-Hugo und Friedrichshall verbunden.

1994 Einstellung der Förderung und anschließende Stilllegung.

Die Grube wird geflutet.

 

Quelle: 44*

 

 

 

 

 

4.6.2 Schacht "Friedrichshall II"

 

31319

Sehnde

Billerbachstraße

Schacht II

 

RW 35 66 531

HW 57 99 430

 

52°19´27,30´´N

09°58´28.93´´O

 

1911-1912 Teufarbeiten bis auf 813 Meter

1981 Stilllegung und Abriss der übertägigen Anlagen

anschließend Verfüllung und Verschlußß mit Betondecke.

Quelle: 44*

Kaliwerke Neu-Stassfurt - Friedrichshall Aktiengesellschaft

In Sehnde Prov. Hannover.

 

Gründungsjahr: Als Bohrgesellschaft 6. September 1896, als Aktiegesellschaft 14. September 1899. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 29.06.1907 wurde der Sitz der Gesellschaft von Berlin nach Sehnde verlegt.

 

Grubenbetrieb: Die Grubenbaue befinden sich auf 3 Sohlen, 450, 500 und 600 munter Tage. Auf diesen Solen sind neun abbauwürdige Kalilager und zwar sieben Hartsalzlager und zwei Sylvintlager nachgewiesen und durch Streckenbetrieb aufgeschlossen. Steil aufgerichtet und bis zu 400 m mächtig, zeigen diese Lager zum Teil günstige, zum Teil ausserordentlich hohe Gehalte an Chlorkalium, so dass es möglich ist, 30 % iges Düngesalz direkt aus der Grube zu fördern. Der Hauptabbau vollzieht sich zurzeit im Hartsalzlager III und im Sylvinitlager I.

 

Gerechtsame:Gerechtsame auf Kali in den Gemarkungen Bolzum, Kreis Hildesheim, Sehnde und Rethmar, Kreis Burgsdorf, Provinz Hannover, markscheidend mit Hohenfels und Hugo.

 

Schacht I : Der Schacht ist von der Firma Haniel u. Lueg in Düsseldorf nach dem Kind-Chaudronschen Verfahren abgebohrt. Am 12. März 1902 wurde mit den Bohrarbeiten begonnen, und am 9. März 1904 konnten diese bei einer Teufe von 182 m definitiv eingestellt werden. Am 5. Juli 1905 war eine Schachtteufe von 510 m erreicht. Bis zu 202 m ist der Schacht kuveliert, von da ab in Mauerung gesetzt.

 

Schacht II: Am 28. März erfolgte der erste Spatenstich. Die 500 m Sohle, als Durchschlagssohle, wurde am 19. November 1912 erreicht Der Abschluß der zusitzenden Wässer erfolgte bis 45 m durch Einbau dreier Keilkränze nebst, den dazugehöriigen Tübbingssätzen. Im März 1912 wurde in der Teufe von170 m das Steinsalz angefahren. Am Salzkopfe, von 159-181 m, sind Tübbings eingebaut; im übrigen steht der Schacht in Mauerung. Der Durchschlag mit Schacht I erfolgte am 27. bezw. 31. März 1913 auf der 500 m Sohle. Schacht II wurde weiter verteuft bis zur Endteufe von 813,5 m, die am 7. Oktober 1913 erreicht wurde. Der zweite Schacht ist fertig ausgebaut und mit entsprechenden Tagesanlagen versehen. Er wurde mit den ihn umgebenden Feldesteilen abgetrennt und hat seit 1. April 1915 eine definitive Beteiligungsziffer von 96 % der Durchschnittsbeteiligimg aller Werke.

 

Fabrikbetrieb: Zwecks Verarbeitung der Hartsalze auf Chlorkalium wurde zunächst im Sommer 1907 ein Fabrikprovisorium errichtet, im Frühjahr1908 indes eine definitive Fabrik gebaut, welche nach verschiedentlich ausgeführten Erweiterungen imstande ist, täglich über 5000 dz Kalisalz zu verarbeiten. Da die Salze kein Chlormagnesium enthalten, entstehen bei ihrer Verarbeitung keinerlei Endlaugen; eine Verdampferstation oder Endlaugenleitung ist daher nicht erforderlich. Die Fabrik besteht aus einem Lösehaus mit fünf Lösekesseln, jeder mit zwei Kippnutschen und den erforderlichen Nebenapparaten, aus einer Klärstation mit 11 Klärkästen, einer Deckstation mit acht Deckbottichen, einerTrockenstation mit drei Trockenöfen, einem Kristallisierraum mit 200 Kristallisierkästen zu 12 cbm, sowie den erforderlichen Nebenanlagen (Magzin, Kaue, Laboratorium, Büros und einer Fabrikschmiede). Das Chlorkaliunimagazin ist in in der Lage, 100 000 dz versandfertige Erzeugnisse aufzunehmen.

 

Tages- und Maschinenbetrieb: Außer der Chlorkaliumfabrik sind folgende Tagesanlagen vorhanden: Zwei massive Schachtgebäude mit 46 bezw. 38 m hohen eisernen Fördergerüsten (Koepeförderung), sowie Verbindungsbrücken zu den Mühlen, zwei Salzmühlen für 1400 dz stündliclie Leistung nebst Verladestationen, einem Zwischenbau zwischen Mühle und Schachtturm zur Unterbringung des Grubenventilators (Patent Capell), der Hauptantriebsmotore der Mühlen und des Transformators für die kleineren Motore nebst Schaltanlage, zwei Fördermasichinen-gebäude mit elektrischen Fördermaschinen (Siemens-Schuckert), Fahrgeschwin-digkeit 10 m pro Sekunde, stündliche Förderleistung 75 t bezw. 50 t bei 900 m Maximalschachttiefe), eine elektrische Zentralstation, bestehend aus vier Maschi-nenaggregaten von 2000, 120O, 600 und 150 eff. P.S. Leistung, Zentralkondensation und Batterie für die Fördermasichinen, zwei Rückkühlanlagen, ein Kesselhaus mit 65 m hohem Schornstein, zwölf Kesseln und drei Pumpen; ferner zwei Werkstätten-gebiäude, drei Gebäude für Kaue und Magazin, zwei Lokomotivschuppen, zwei Rohsalzlagerräume zur Lagerung von etwa 1500 Ladungen (a 10 t) gemahlenen Rohsalzes, eine Wasserreinigungsanlage mit Hochbehälter, Wasserleitung und Wasserturm nebst anschließendem Direktionsgebäude und Bergwerksbüros, sowie technischen Büros, endlich 4 Beamten- und 26 Arbeiterwohnhäuser für 81 Familien und 1 Arbeiterbaracke für 200 Mann. (Quelle:7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten