Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

5.1 Hope

5.1.1 Schacht "Adolfsglück I"

 

29690

Lindwedel

OT Adolfsglück

Ibsinger Weg

 

RW 35 44 718

HW 58 30 684

 

52°36´26,31´´N

09°39´32,32´´O

 

Gasexplosion beim Teufen von Adolfsglück[...]
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5.1.2 Schacht "Adolfsglück II"

 

29690

Lindwedel

Hannoversche Straße

 

RW 35 47 475

 

HW 58 32 291

 

52°37´17,46´´N

09°41´59,65´´O

 

5.1.3 Schacht "Hope"

 

29690

Lindwedel

OT Hope

Am Schacht 3

 

RW 35 44 438

HW 58 31 730

 

52°37´00,23´´N

09°39´17,95´´O

 

 

Aus der Geschichte:

 

Kaliwerke „Adolfs Glück" Aktien-Gesellschaft in Lindwedel Post Hope (Kreis Fallingbostel).

 

Konzern: Salzdetfurth - Aschersleben - Westeregeln. Aschersleben - Gruppe.

Betriebsstillegung gemäß § 83a: Nachdem die Generalversammlung vom 18. 12. 1925 beschlossen hatte, die freiwillige Stillegungserklärung abzugeben, erteilte die Kaliprüfungsstelle der Gesellschaft im Jahre 1927 eine Beteiligungsziffer von 125 % der durchschnittlichen Beteiligung aller Kaliwerke.

Vorstand:

  • Adolf Soa, Bergwerksdirektor, Oberröblingen am See.
  • Richard Popendiker, Aschersleben.

Werksleitung:

  • Otto Dieckerhoff, techn. Direktor, Lindwedel, Hope, Kr. Fallingbostel.

Aufsichtsrat:

  • Generaldirektor Bergrat Dr. Ing. h. c. Zirkler, Kassel, Vorsitzender.
  • Ernst A. Mandel, Dr., Direktor der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft, Berlin, stellv. Vorsitzender.
  • Heinrich Vogel, Berghauptmann, Bonn, Drachenfelsstr. 3.
  • Wilhelm Feit, Dr., Generaldirektor, Berlin.
  • Wilhelm v. Waldthausen, Dr. jur., Regierungsassessor a. D., Essen.
  • Hermann Fischer, Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar, Charlottenburg.
  • Bergrat Walter Köhler, Salzdetfurth.
  • Generaldirektor Paul Ebeling, Hannover.

Gründung:

Hervorgegangen aus der am 1. Juni 1899 gebildeten Kali- und Oelbohrgesellschaft „Adolfs-Glück", handelsger. Eintragung am 17. 1. 1906.

Gegenstand des Unternehmens: Übernahme der von der Kali- und Oel- Bohrgesellschaft „Adolfs-Glück" durch Verträge mit den Besitzern der Gemeinden Vesbeck Kreis Neustadt a. Rbge. Reg.-Bez. Hannover, Lindwedel Kreis Fallingbostel Reg.-Bez. Lüneburg und Plumhof, Sprockhof und Berkhof Kreis Burgdorf Reg.-Bez. Lüneburg erworbenen Rechte, zusammen ca. 15 000 Morgen.

Markscheidende Felder:

Die Felder markscheiden im Süden mit denen von Helstorf, Rodenbostel und Emilienhall, im Osten mit denen von Elze Heilendorf, im Norden mit Marklendorf, Hope und Warmeloh, im Westen mit Mandelsloh.

Bohrergebnisse:

Es sind ursprünglich von der „Kali- und OeI- Bohrgesellschaft „Adolfs-Glück" im Terrain der Aktiengesellschaft „Adolfs-Glück" 4 Tiefbohrungen und 3 Flachbohrungen niedergebracht und eine 5. Tiefbohrung (Bohrung Nr. 8) begonnen worden, welch letztere die Aktien-Gesellschaft „Adolfs Glück" zu Ende führte. Bohrung II bei Lindwedel erbohrte bei 58,20 m Anhydrit und Gips und bei 145 m Steinsalz.

Darauf folgte von:

145,00 bis 149,40 m Steinsalz,

149,40 bis 150,40 m Sylvinit mit 25,20 % KCl,

150.40 bis 166,47 m Steinsalz mit Kalieinlagerungen,

166,74 bis 167,50 m Sylvinit in mit 73,80 % KCL,

167,50 bis 179,55 m Steinsalz mit Kalispuren,

179,55 bis 180,15 m Sylvin mit 77,10 % KCl,

180,15 bis 188,90 m Steinsalz mit Kalispuren,

188,90 bis 299,88 m Hartsalz mit 18,10 bis 30,60 % KCl,

299.38 bis 482,30 m Steinsalz,

482,30 bis 487,50 m Hartsalz,

487,50 bis 537,60 m Steinsalz, Salzton und Anhydrit,

537,60 bis 605,80 m Steinsalz mit Carnallit,

605,80 bis 678,44 m Anhydrit mit Ton.

 

Eine im Oktober 1903 in Lindwedel angesetzte dritte Bohrung erreichte bei einer Teufe von 109 m im Dezember bereits das Salzlager, in welchem sich im Januar 1904 bei 132 m Teufe die ersten Kalispuren zeigten. Im Februar stand dieselbe nach Durch-örterung verschiedener Kalisalzbänke bei 394 m wieder im Ton und Anhydrit, bei 400 m wieder im Steinsalz. Es wurden von den Bohrkernen aus Teufen von 210, 226, 240, 267 und 320 m durch Ansägen Proben entnommen und analysiert. Während die Probe I aus 210 m Teufe aus Sylvin mit 93,20 % Chlorkaliumgehalt bestand, erwiesen sich die ferneren Proben als guter Carnallit. Die Analysen ergaben bei letzteren folgende Zahlen: Teufen-Probe II bei 226 m 18,42 %, Teufen-Probe III bei 240 m 20,35 %, Teufen-Probe IV bei 267 m 22,20 % und Teufen-Probe V bei 320 m 18,10 %, durch-schnittlich 20,50 % Chlorkalium. Des weiteren enthielt die Durchschnittsprobe 18,50 % Chlornatrium, 26,60 % Chlormagnesium, 0,26 % schwefelsaure Magnesia, 0,14 % Gips, 2,10 % Ton und 31,60 % Wasser. Eine weitere in der Gemarkung Plumhof angesetzte Bohrung wurde bei 256,60 Meter eingestellt, hier ist kein Salz angebohrt worden. Im November 1904 wurde ein neuer Bohrpunkt etwa 700 m westlich von Bohrung II, in der Gemarkung Vesbeck, angesetzt. Die Bohrung stand Ende Januar 1905 bei 86,5 m in festem Gyps und Anhydrit, bei 179,3 m wurde Ende Februar das Steinsalzlager angefahren und bei 183 m zeigten sich Anfang März die ersten vereinzelten Kaliein-sprengungen, denen bei 192 m rotes Steinsalz mit Sylvinschnüren folgte. Die Schichten bis 394 m bestanden aus Salzton mit rotem Steinsalz und Kali stark durchsetzt. Von 405 bis 418 m wurde grauer Ton mit starken Oelspuren erbohrt und bei 423 Meter die Bohrung dann eingestellt. Ende September 1905 wurde ca. 600 Meter südöstlich der Hauptfundbohrung eine weitere Tiefbohrung in Angriff genommen. Bei 48,07 m wurde Gips bei 80 m Anhydrit und bei 127 m Steinsalz mit Kalispuren angefahren; dann folgte von 127,00 bis 181,00 m Steinsalz mit Kalispuren,

 

181,00 bis 195,00 m Sylvinit,

199,00 bis 207,60 m Sylvinit,

207,60 bis 212,00 m Steinsalz mit Kalieinlagerungen,

222,50 bis 271,00 m Steinsalz mit Kalieinlagerungen,

271,00 bis 275,00 m Hartsalz,

278,50 bis 280,00 m Hartsalz,

292,50 bis 300,50 m Hartsalz,

496,00 bis 506,00 m Steinsalz mit Kalieinlagerungen,

506,00 bis 508,00 m Hartsalz,

508,00 bis 514,00 m mit Kalidurchsetztes Steinsalz,

514,00 bis 516,50 m Hartsalz,

516,50 bis 530,00 m mit Kalidurchsetztes Steinsalz,

530,00 bis 545,00 m Steinsalz mit Kalispuren,

545,00 bis 557,00 m Hartsalz,

557,00 bis 560,00 m Gips mit Anhydrit und Oelspuren,

560,00 bis 591,00 m mit Kalidurchsetztes Steinsalz, Oelspuren,

591,00 bis 593,00 m Anhydrit,

593,00 bis 604,70 m schwarzer Ton.

 

Die von Herrn Dr. Lange in Hannover entnommenen Proben aus den gezogenen Bohrkernen enthielten 22-44 % Chlorkalium.

Schachtbau:

Nachdem ein 37 Morgen großes Grundstück zum Zweck des Schachtbaus und der sonstigen Anlagen in der Gemarkung Lindwedel erworben war, wurde am 25. 2. 1907 mit einer Schachtvorbohrung zur Untersuchung der Deckgebirgsschichten begonnen. Am 7. Mai wurde dieselbe bei 75,06 m im Anhydrit eingestellt, nachdem der Gips bei 48,07 m erreicht und die eigentlichen Abteufarbeiten am 3. Mai bereits in Angriff genommen waren. Am 13. August wurde, nachdem, die Montage des schmiede-eisernen Senkschuhes beendet war, mit der Aufführung der Mauer und am 23. Sept. mit der Senkarbeit begonnen. Ende 1907 war eine Teufe von 21,44 m erreicht. Der Einbau des Eisenschachtes von 6,2 m lichtem Durchmesser erfolgte Mitte März 1908, als die Schneide des Mauersenkschachtes bei 22,45 m Teufe stand und der Schwimmsand bei 20 m Teufe überwunden war. Nach Überwindung zweier Dolomitschichten bei 31,8 m und 41,10 m traf die Schneide bei 43,5 m den Gips und bei 53,5 m den Anhydrit an. Ende 1908 stand der Schacht bei 55,42 m im Anhydrit. Um den Anschluß des Schach- tes an das wasserfreie Gebirge zu bewirken, wurden die Abbohrarbeiten nach Kind- Chaudron der Schachtbaufirma Haniel & Lueg in Düsseldorf übertragen. Am 21. Mai 1909 wurden dieselben begonnen und mit einem Bohrer von 2,8 m Durchmesser ein Vorschacht bis 106,25 Meter Teufe hergestellt, wobei das Gebirge bis 103,5 m sich als Anhydrit erwies. Hierauf wurde eine Kernbohrung in der Schachtscheibe angesetzt, die von 103,5 m bis 110,5 m grau-blauen Ton und von da bis 148,44 m roten Ton, von hier bis 305 m ein Gemenge Steinsalz, Anhydrit und roten Ton und von 305 bis 397,10 m reines Steinsalz erschloß. Hier wurde die Bohrung am 10. Oktober 1909 eingestellt. Darauf wurde der Erweiterungsbohrer von 5,6 m eingebaut und am 19. November 1909 bei 45,3 m Teufe mit der Erweiterungsbohrung begonnen. Als der Bohrer ein Stück weit vorgedrungen war, zeigte sich im Schacht Nachfall, der hinter der bei 44,46 Metern stehenden Schneide des gußeisernen Senkschachtes herkam. Zur Sicherung wurde ein Blechrohr von 10,5 m Länge und 5,46 m lichtem Durchmesser eingebaut, als der Bohrer die Teufe von 52,61m erreicht hatte. Nachdem die Betonierung des Blechrohrs beendet war, wurde die Bohrarbeit am 26. Februar 1910 wieder aufgenommen und stand Ende August 1911 bei 135 m im roten Ton. Inzwischen ist der Einbau der Cuvelage vorge-nommen. Der Schacht ist gesümpft, auch der Wasserabschluss ist vollkommen gelun- gen. Ende Juni 1912 war der Schacht bis 185 m fertig in Eisen ausgebaut. Das Stein-salzlager wurde bei einer Teufe von 375 m angefahren. Bei 500 m wurde die erste Teufe angesetzt. Der Schacht hat eine Endteufe von 520 m.

Tagesanlagen:

Schachtgebäude, Rohsalzmühle mit zwei vollständigen, modernen Mahlsystemen, elektrische Zentrale, Kesselhaus, Werkstätten, Anschlußgleis, sowie Fabrik (außer Betrieb).

Produktionslage und Stillegung der Kaligewinnung:

Der Absatz an Kalirohsalzen in den Sorten von 12 bis 40 % reines: Kali hielt das ganze Jahr 1925 hindurch in befriedigender Weise an, so daß der Betrieb ohne Einlegen von Feierschichten durchgehalten werden konnte. Auch haben sich keinerlei ernste Betriebsstörungen ereignet. Im wesentlichen wurden die Hereinnahme der anstehenden Kalisalze aus den vorgerichteten Abbaufirsten und anschließend das Ein- bringen des Versatzes betrieben. Mit Rücksicht auf die gesetzlichen Bestimmungen, wonach die Verwaltung bis Ende des Jahres 1925 darüber zu entscheiden hatte, ob der Betrieb selbständig fortgesetzt werden sollte, oder ob es zweckmäßiger sei, über die Stillegung zu einem Verkauf der Quote zu gelangen, wurde das ganze Jahr hindurch benutzt, mit allen Mitteln über die voraussichtliche Ausdehnung und Ergiebigkeit des Salzlagers ein möglichst zutreffendes Urteil zu bilden. Die zu diesem Zwecke vorge- nommenen Bohrungen und sonstigen unterirdischen Arbeiten haben große Kosten verursacht. Der so gewonnene Aufschluß blieb hinter den Erwartungen zurück, weshalb die Generalversammlung vom 18. Dezember 1925 die Ermächtigung zur Stillegung des Werkes bis zum Jahre 1953 und zur Übertragung der Quote erteilte. Im Mai 1926 erfolgte die Einstellung der Kaligewinnungsarbeiten.

Aufnahme und Einstellung der Oelgewinnung:

Nach Erteilung der Genehmigung durch das Reichswirtschaftsministerium und die Kaliprüfungsstelle wurden nach Stillegung des Kalibetriebes im Mai 1926 die Vorarbeiten für den künftigen Oelbergbau aufgenommen. Im Laufe des Jahres 1926 wurde ein Gesenk von der 503 m-Sohle zur 611 m-Sohle hergestellt und neue Wetterstrecken getrieben etc. zum Zwecke der Aufsuchung der Hauptöllagerstätte. Im Jahre 1927 wurden von der Gewerkschaft die Oelgewinnungsarbeiten eingestellt. Es wurde mit der Deutschen Petroleum- Aktiengesellschaft ein Abkommen dahin getroffen, daß von ihr die Erdölaufschlußarbeiten und Gewinnung übernommen wurden. Als Ersatz für die von der Gewerkschaft aufgewendeten Kosten und für die Ueberlassung der Anlagen vereinbarten die beiden Gesellschaften die Zahlung einer Pauschalsumme an die Kaliwerke „Adolfsglück A.-G.". Im Jahre 1929 wurden die Aufschlußarbcilen in der Erdöl-Gerechtsamen eingestellt und der Schacht mit einem Sicherheitsdeckel verschlossen.

Letzte ordentliche Gewerkenversammhmg: 30. Juni 1934. (Quelle:10*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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