Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

5.4 Einigkeit I

 

 

5.4.1 Schacht "Ehmen I" (Ochsenius)

 

38442

Wolfsburg-Ehmen

Kalischacht

 

RW 44 11 742

HW 58 07 712

 

52°23´44,22´´N

10°42´06,66´´O

 

Historische Aufnahmen:

 

 

 

5.4.2 Schacht "Ehmen II"

 

38442

Wolfsburg-Ehmen

Schacht II

 

RW 44 10 402

HW 58 07 177

 

52°23´26,10´´N

10°40´56,30´´O

Aus der Geschichte:

 

Die Einigkeit-Gruppe

 

Beteiliguingsziffern ab 1. Oktober 1934.

 

Einigkeit I                                    6,1345

Einigkeit III (Hambühren)              4,4237

Einigkeit II (Prinz Adalbert)           5,0076

Steinförde                                   3,0310

Siegfried I                                   5,3893

Siegfried II                                  4,3788

 

Die Stilllegung sämtlicher Konzernwerke ist im Jahre 1926 durchgeführt worden. (Quelle: 7*)

Gewerkschaft Einigkeit I in Ehmen bei Fallersleben.

 

Der eigentliche Sitz der Gewerkschaft ist: Erzbergwerk Einigkeit bei Ehringhausen, doch die Geschäftsstelle, Verwaltung und Zahlstelle ist in Ehmen bei Fallersleben.

 

Gründung: Als Kalibohrgesellschaft Fallersleben mit dem Sitze in Braunschweig am 4. April 1898. Die am 30. Januar 1899 zu Braunschweig stattgehabte General-versammlung beschloss die Gesellschaft in die gewerkschaftliche Form überzuführen und den Schachtbau zu beginnen. Die Umwandlung erfolgte in der Weise, dass die Bohrgesellschaft die Kuxe der am 15. December 1866 vom Oberbergamt Bonn auf Eisensteinbergbau verliehenen Gewerkschaft Einigkeit bei Ehringhausen erwarb und nun als Besitzer dieser Gewerkschaft die Zweigniederlassung in Ehmen bei Fallersleben am 2. Mai 1899 errichtete. Die handelsgerichtliche Eintragung erfolgte am 15. Januar 1901 beim Amtsgericht in Remscheid. In der Gewerkenversammlung vom 8. 6. 1912 wurde die Vereinigung der Gew. Einigkeit mit den Kaliwerken Prinz Adalbert beschlossen.

 

Bohrergebnisse: Die am 24. 6. 1898 begonnene Bohrung I hat nach Durchteufung von Keuperschichten, bei 129 m Gyps erreicht. Von hier ab wurde mit Diamantkrone gebohrt und bei 161 m Zechstein angefahren. Von 163-173,80 m wurde eine teils aus Carnallit, teils aus carnallitischen Hartsalzen bestehende Kali-Schicht mit durchschnittlich 14,21 pCt. Chlorkaliumgehalt durchbohrt. Von 173,80 bis 359,34 m wurde gelbliches und rötliches Steinsalz durchbohrt; dann folgte eine zweite, 8,69 m mächtige kaliführende Zone. Unter Ausscheidung der oberen Schicht von 1,50 m und der unteren Magnesiasalzschicht von 4,69 m blieben 2,50 m Kalisalz mit einem Durchschnittsgehalt von 14,53 pCt. Chlorkalium; einzelne Proben zeigten einen Gehalt von 16, 18,92 und 34,50 pCt. Chlorkalium. Von 368 m Bohrlochteufe an folgte weißes und graues Steinsalz mit Anhydritflocken und bei 479 m eine festere Anhydritbank, welche eine Unterbrechung der Bohrung veranlasste. Bohrung II erreichte bei 488 m Teufe das Steinsalz und wurde dann eingestellt.

 

Schachtbau: Der Bau des auf den Namen „Ochsenius“ geteuften Schachtes wurde 450 m vom Bohrloch I an der Landstrasse Ehmen-Mörse am 25. 4. 1899 begonnen und war am 7. Februar 1901 bei 355,5 m im Steinsalz. Der Schacht wird später bis 650 m tief gebracht. Durch Querschlag gelangte man auf dieser Teufe in einer Entfernung von 384 m vom Schachte zu dem durch Bohrung I aufgeschlossenen Kalilager. Eine tiefere Sohle wurde bei 405 m angesetzt.

 

Grubenbetrieb: Im Jahre 1904 wurde der Südostflügel auf den beiden Sohlen aufgeschlossen; es wurde das bis ungefähr 80 m (im Durchschnitt 25 m) mächtige Carnallitlager aufgeschlossen u. im ganzen 400 m streichend vorgerichtet; zwischen beiden Sohlen wurde ein Hauptgesenk für Förderung und Bewetterung hergestellt. Im Jahre 1905 wurde auf der 405 m Sohle das Lager streichend aufgeschlossen und wurden die erschlossenen Salze zum Abbau vorgerichtet. Die gemachten Aufschlüsse zeigen neben großer Mächtigkeit (35 m im Mittel) eine besondere Reinheit der Salze. Im Februar 1906 wurde ein Hartsalzlager von 16 m Mächtigkeit angefahren mit einem Durchschnittsgehalt von 12,5 % reinem Kali gleich 20 % KCl. Bis Ende 1908 waren 275 lfd. Meter Strecke in diesem Hartsalzlager auf einer 650 m-Sohle zur Auffahrung gebracht und zur Gewinnung vorgerichtet. Die mittlere Mächtigkeit ergab sich zu 7 m, der Durchschnittsgehalt zu 13 %reines Kali. Insgesamt sind im Hartsalzlager 505 lfd. m aufgefahren. Das Werk hat den Nachweis erbracht, dass diejenigen Mengen hochprozentiger Salze, welche für die Gewährung der Höchstquote, d.h. 160 % der Durchschnittsbeteiligung, erforderlich sind, reichlich anstehen. Auf der 650 m-Sohle wurde 1911 das Hauptcarnallitlager festgestellt. Eine ca. 450 m lange horizontale Kernbohrung erreichte das Lager unmittelbar am Schacht, und zwar etwa 250 m unter dem heutigen Schachtsumpf (405 m). Es ist durch diesen Aufschluss nachgewiesen, dass das Carnallitlager ungestört in die Tiefe fortsetzt. Im Herbst 1916 wurde auf der 650-m-Sohle ein ca. 5-6 m mächtiges Sylvinitlager mit einem Durchschnittsgehalt von 20 % K2O aufgeschlossen und zum Abbau vorgerichtet; das Hauptlager war im Mai1918 ca. 700 m erschlossen.

 

Zweiter Schacht: Der vom Königlichen Oberbergamt angeordnete zweite Schacht wird im Westfelde der Gerechtsame gebaut. Der Schacht liegt 1,5 km von Schacht I entfernt. Schacht II hatte Ende 1911 eine Teufe von 22 m erreicht. Bereits wenige Meter tiefer traten größere Wasserzuflüsse ein, welche jedoch durch Pulsometer zu Sumpf gehalten werden konnten. Bei 28 m erreichte man den oberen Lias. Der Durchschlag ist bei 650 m erreicht und die Endteufe bei 800 m geplant. Im Jahre 1917 konnten hier der bekannten Kriegsschwierigkeiten wegen Aufschlussarbeiten nicht getätigt werden.

 

Chemische Fabrik: Am 1. Juli 1905 wurde die mit einem Kostenaufwand von über 1 000 000 M. erbaute chemische Fabrik in Betrieb genommen. Bis dahin wurden die Salze den Alkaliwerken zu Westeregeln verarbeitet. Im Jahre 1906 wurde die Fabrik durch eine Sulfatabteilung erweitert, die seit Januar 1907 im Betrieb ist. Die Gewerkschaft hat beim Landratsamt Gifhorn den Antrag gestellt aus dem noch im Bau befindlichen zweiten Schacht täglich bis zu 5000 dz Carnallit verarbeiten und die dabei entfallenden Endlaugen in den Allerkanal ableiten zu dürfen.

 

Betriebsstilllegung gemäß § 83a: Gemäß Beschluss der Gewerkenversammlung vom Dezember 1925 wurde das Werk mit Wirkung ab 31. Dezember 1925 bis zum Jahre 1953 freiwillig stillgelegt. (Quelle: 7*+10*).

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
Anzeige von 1902
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Lars Baumgarten