Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

5.8 Hannoversche Kaliwerke

5.8.1 Schacht "Oedesse"

 

31234

Edemissen

OT Klein Ödesse

Schachtweg

 

RW 35 83 045

HW 58 06 429

 

52°23´5,60´´N

10°13´6,93´´O

 

5.8.2 Schacht "Berkköpen"

 

31234

Edemissen

OT Klein Ödesse

Abbenser Straße 14

 

RW 35 82 789

HW 58 06 914

 

52°23´21,43´´N

10°12´53,83´´O

 

Hannoversche Kaliwerke Aktiengesellschaft in Oedesse

 

Gründung: Die Gesellschaft ist im Juni 1900 durch die Kali-Bohrgesellschaft Oelerse und die Firma Gumpel in Hannover gegründet.

 

Gerechtsame: In den Gemarkungen Abbensen, Oedesse, Wendesse, Edemissen, Eddesse, Dollbergen.

 

Schachtbau: Das Abteufen eines Schachtes bis 60 m in Oedesse bei Peine bei Bohrloch I I I wurde der Firma Haniel & Lueg in Düsseldorf übertragen. Der Schacht hat eine lichte Weite von 5,5 m. Anfang Sept. 1905 wurde mit der Herstellung der Gefrierbohrlöcher begonnen. 1906 wurde der Schacht zur weiteren Abteufung von der Gesellschaft übernom- men. 1907 erfolgte bei einer Teufe von 195,40 m, also wenige Meter oberhalb des Stein-salzes, ein Wasserdurchbruch. Die Zuflüsse betrugen 18 cbm in der Minute und füllten den Schacht bis 35 m unter Tage. Da der Schacht bis zur Sohle in Eisenkonstruktion steht, gelang es unter dem Schutze einer 8,5 m mächtigen Betonschicht den Schacht auszupumpen und den Eisenausbau mit Beton zu verdichten, so daß der Schacht am 25. Juli wieder wasserfrei war, doch traten Ende September wieder stärkere Wasserzuflüsse auf, die eine nochmalige Beto- nierung der Schachlsohle erforderlich machten. Zur Abschließung der Wasser unterhalb der Sohle wurde das sogen. Zementierverfahren angewendet. Auf diese Weise gelang es, die alte Durchbruchstelle vollkommen abzudichten. Im April 1910 wurde bei 204 m das Steinsalz erreicht Aus der oberhalb des Steinsalzes befindlichen Anhydritschicht betrugen die Wasser- zuflüsse noch etwa 100 Liter pro Minute. Um zu vermeiden, daß diese Wasserzuflüsse sich zwischen Salzstoss und Eisenausbau einen Weg ins Salzlager suchten, ließ man den Schacht zunächst wieder voll laufen und begann von Tage her Zement hinter den Eisenausbau zu drücken. Nachdem der Schacht wieder ausgepumpt war, zeigten sich keine weiteren Zuflüsse. Im Juni wurden die Abteufarbeiten wieder aufgenommen, Ende 1910 war der Schacht in Eisen und in Mauerung. Das Hartsalzlager wurde von 612 m bis 690 m Teufe durchfahren. Dasselbe wurde bei 640 m auch im östlichen Querschlag in einer Mächtigkeit von 4 m und im Quer- schlag bei 600 m Teufe in etwas größerer Mächtigkeit angetroffen. Ebenso wurde auf der 720 m-Sohle östlicher Richtung einige 100 m vom Bohrloch entfernt ein Hartsalzlager mit Sylvin-kernen von ca. 80 % KCl ermittelt. Ende 1911 hatte der Schacht eine Teufe von 852 m und hat Anfang 1912 die Endteufe von 905 m erreicht. Das Sylvinlager wurde auf drei Sohlen, und zwar bei 780, 840 und 880 m aufgeschlossen. Das Werk liefert auch die hochprozentigen Salze versandfähig direkt aus der Grube.

 

Zweischachtfrage: Die Lösung erfolgt durch Verbindung mit dem „Kaliwerk Berkhöpen".

 

Tagesanlagen: Sämtliche Gebäude und Einrichtungen für Förder- und Mahlbetrieb, Dampfkessel von je 100 qm Heizfläche, Beamtenwohnhäuser, Grubenanschlußbahn an die Staatsbahnstrecke Lehrte-Stendal sind vorhanden. (Quelle: 7*

 

Ab 1926 wurden die Aufschlußarbeiten eingestellt, die Förderung zurückgefahren und die Schächte als Reservewerk des Konzerns bestimmt. (Quelle:10*)

 

Kaliwerk Berkhöpen GmbH in OEDESSE.

Salzdetfurth-Aschersleben-Westeregeln-Konzern.

 

Betriebsstillegung gemäß § 83c:

Im Jahre 1924 wurde die Gesellschaft bis zum 31. Dezember 1953 stillgelegt. Die Kaliprüfungsstelle erteilte dem Werk mit Wirkung vom 1. 2. 1924 eine Beteiligungsziffer von 65 % der durchschnittlichen Beteiligung aller Werke. Die Kaliabsatzquote wurde zu 60 % von den Hannoverschen Kaliwerken A.-G., zu 40 % von der Gewerkschaft Ludwig II erfüllt.

 

Eisenbahnstation: Dedenhausen.

Verwaltung: Geschäftsführer:

  • Bergassessor Psotta, Aschersleben.

Prokuristen:

  • Direktor R. Bienert, Oedesse.

 

Gründung: Am 27. 6. 1913. An der Gründung waren die Hannoverschen Kaliwerke A.-G. und die Gewerkschaft Ludwig II beteiligt. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 10. 7. 1913.

 

Gegenstand des Unternehmens: Kalibergbau.

 

Schachtbau: Ein fertiger Schacht, der bis zum Jahre 1953 stillgelegt ist.

 

Zweischachtfrage: Lösung erfolgte durch querschlägige Verbindung mit dem Schachte der Hannoverschen Kaliwerke.

 

Tagesanlagen: Förderanlage, Werkstätte, Kaue usw.

 

Beteiligungsziffer: Dem Werk wurde mit Wirkung vom 1. März 1921 ab eine vorläufige Beteiligungsziffer von 1,7127 ‰ erteilt, Ende 1921 betrug dieselbe l,6618 ‰ am 31. 12. 1923: l,5142 ‰ vom 1. 2. 1924 ab wurde der Gesellschaft die endgültige Syndikatsbeteiligung von 3,1707 Tausendstel zuerkannt. Ab Oktober 1934 stellte sich die Kaliquote auf 2,9192 Tausendstel. Die Stillegung bis 1953 ist erfolgt auf Grund des Gesetzes über die Regelung der Kaliwirtschaft. (Quelle:10*)

 

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten