Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

5.9 Mariaglück

 

 

5.9.1 Schacht "Mariaglück"

 

29361

Eschede-Höfer

Hauptstraße

 

RW 35 84 806

HW 58 40 388

 

52°41´23,03´´N

10°15´11,21´´O

 

 

Von 1911-1915 Teufarbeiten. Vorwiegend als Steinsalzwerk betrieben (Schneesalz Na4)

Historische Bilder:

 

 

5.9.2 Schacht "Habighorst"

 

29359

Eschede-

Habighorster Höhe

Alter Schacht

 

RW 35 83 977

HW 58 41 464

 

52°41´58,29´´N

10°14´28,10´´O

 

Von 1912-1913 Teufarbeiten. Vorwiegend als Steinsalzwerk betrieben (Schneesalz Na4)

Bergwerksgesellschaft Mariaglück in Höfer, Kreis Celle

 

Gerechtsame: Die früheren Kaligewinnungsverträge sind gekündigt. Die neue Gerechtsame besteht aus über 6000 Morgen in der Gemarkung Höfer b. Celle, Kreis Celle, markscheidend mit der Bergwerksgesellschaft Habighorst. Die Gerechtsame liegt an der Bahnstrecke Celle-Wittingen der Kleinbahn Celle-Wittingen Akt.-Ges. zu Celle.

 

Schachtbau: Der Schachtbau wurde an die Tiefbau- und Kälteindustrie Aktiengesellschaft, vormals Gebhardt u. Koenig in Nordhausen vergeben. Mit den Vorarbeiten wurde 1909 begonnen. Mit dem Niederbringen der Gefrierlöcher konnte infolge verspäteter Anlieferung des Abteufturmes erst Anfang April 1911 begonnen werden. Die erforderlichen 28 Gefrierlöcher wurden Anfang Juli 1911 bis zur Teufe von je 120 m fertiggestellt. Nach Fertigstellung der Frostmauer wurde im Oktober 1911 mit den eigentlichen Abteufarbeiten begonnen. Anfang Dezember 1911 hatte der Schacht eine Teufe von 40 m. In einer Teufe von 67,70 m wurde der erste Keilkranz im festen Ton verlegt und im Anschluss daran der Eisenausbau fertiggestellt. Das Abteufen in grösseren Tiefen erfolgt unter Anwendung des Tiefkälteverfahrens, da sich bei 70 m Laugenzuflüsse eingestellt hatten. Ende August 1912 wurde bei 120,80 m Teufe das Steinsalzlager angefahren. Der 2. Keilkranz wurde bei 95 und der 3. bei ca. 134 m verlegt. Am 28. 9. 1912 erhielt die Gewerkschaft unter der Frostmauer Laugenzuflüsse. Nach erfolgtem Abschluß dieser Langenzuflüsse wurde der Schacht weiter abgeteuft und Ende Dezember 1914 durch die Schachtbaufirma übergeben. Der Schacht ist bis 200 m in Eisen ausgbaut; von da an steht derselbe in 2 Stein starker Mauerung. Die Teufe beträgt 730 m. Die Wettersohle ist bei 630 m, die Hauptfördersohle bei 710 m angesetzt. Aufgeschlosson wurden Hartsalze, Sylvinit und Sylvine.

 

Interessengemeinschaft mit Habighorst: Durchschlägigkeit mit denm Schacht Habighorst, gemeinsamer Bezug der elektrischen Energie von der Aller-Zentrale in Oldau, gemeinsame Errichtung der Chemischen Fabrik Mariaglück und Fallersleben,

Tagesanlagen:Für die Umformung des elektr. Stromes wurde eine Haupttransformatorenanlage auf dem Schachtplatze der Bergwerksgesellschaft Mariaglück errichtet. Die rund 6 km lange normalspurige Kleinbahn, die die Schachtanlage mit der Station Beedenbostel (der Kleinbahn Celle-Wittingen) und weiter mit der Station Celle verbindet, wurde 1912 in Betrieb genommen. Hochspannungsleitung, Haupttransformationsgebäude, Werkstätten, Lagergebäude, Pumpstation.

 

Chlorkaliumfabrik: Der Bezirksausschuss zu Lüneberg hat laut Beschluss vom 30. Mai 1913 die Genehmigung zur Ableitung von Endlaugen aus einer täglichen Verarbeitungsmenge von zusammen 2800 dz 400 m unterhalb der Stadt Celle in die Aller erteilt. (Quelle: 7*)

Bergwerksgesellschaft Habighorst zu Habighorst, Krs. Celle.

Früher: Gewerkschaft Fallersleben zu Thal.

 

Gründung: 4. Mai 1905.

 

Schachtbau: Die Grundstückskäufe für den Schachtbau wurden im Dezember 1909 vorgenommen. Die Anmeldung für den Beginn des Schachtbaues bei der Behörde ist Ende Dezember 1909 erfolgt. Der Schachtbau wurde an die Tiefbau- und Kälteindustrie-Aktiengesellschaft (vorm. Gebhardt u. Koenig) in Nordhausen vergeben. Mit den Vorarbeiten wurde Anfang 1910 begonnen. Die dafür in Aussicht genommene Zeit von zwei Monaten konnte nicht eingehalten werden, da man sich nachträglich entschlossen hat, die Bohrungen bis 15 m in das Steinsalz zu vertiefen, um zur größeren Sicherheit an den Uebergangsschichten das Tiefkälteverfahren anzuwenden. Ferner wurden infolge Abweichung einzelner Bohrungen 5 Ersatzbohrungen niedergebracht. Während dieser Zeit sind die letzten Arbeiten für die Aufnahme des Gefrierbetriebes erledigt. Im Anschluß daran wurde die Gefriermaschinenanlage zur Herstellung der Frostmauer in Betrieb genommen. Nach Fertigstellung der Frostmauer, wofür 2,5 Monate vorgesehen waren, konnte Ende Januar mit dem Abteufen begonnen werden. Der erste Keilkranz liegt bei 33 m, der zweite bei 68,5 m. Bei 128 m wurde das Steinsalzlager angefahren. Ende 1912 hatte der Schacht eine Teufe von ca. 200 m. Ende 1913 hat der Schacht die vorgesehene Endteufe von 650 m erreicht. Der Schacht ist bis 200 m in Eisen ausgebaut, von da ab steht derselbe in 2 Stein starker Mauerung. Bei 630 m wurde die Förderstrecke, welche später als Wetterstrecke dienen soll, angesetzt. Im Laufe des Jahres 1914 wurde im Westfelde ein Hartsalzlager, im Ostfelde ein Sylvinitlager angetroffen.

 

Tagesanlagen: Die rund 7,5 km lange, normalspurige Kleinbahn, die die Schachtanlage mit der Station Beedenbostel und weiter mit der Station Celle verbindet, wurde 1912 in Betrieb genommen. Stromzuführungsleitung von Mariaglück (als unterirdisch verlegtes Kabel) von 5000 Volt Spannung. Die elektrische Hauptfördereinrichtung (Koepeförderung), Grubenventilator, Schacht-gebäude mit eisernem Fördergerüst, eiserne Verbindungsbrücken zur Mühle und Halde, Rohsalzmühle, Rohsalzschuppen, Büro -und Kauengebände, Werkstätten mit Lagergebäude, Hauptfördermaschinengebäude und Pumpstation, Grubenbahnhof. (Quelle: 7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten