Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

6.11 Beienrode

 

 

6.11.1 Schacht "Beienrode I"

 

38154
Königslutter
OT Beienrode  
Schachtweg

 

RW 44 21 526

HW 57 95 663

 

52°17´19,82´´N

10°50´54.41´´O

 

08.04.2015: Beienrode I mit neuer Abdeckung

 

 

6.11.2 Schacht "Beienrode II"

 

38154
Königslutter
OT Beienrode  
Schachtweg

 

RW 44 21 698

HW 57 95 552

 

52°17´16,33´´N
10°51´03,29´´O

Teufarbeiten von 1911 - 1914, Teufe 1008 m.

Schächte Beienrode I und II im unteren Buntsandstein (172m) durch Querschlag verbunden.

1927 Schacht Beienrode II bis 899 m Teufe verfüllt, da er in diesem Bereich im druckhaften Carnallit stand.

 

 

08.04.2015:  Beienrode II mit neuer Schachtabdeckung:

 

 

6.11.3 Schacht "Beienrode III"

 

38154

Königslutter

OT Beienrode 

Schachtweg

 

RW 44 21 195

HW 57 95 923

 

52°17´28,08´´N

10°50´36,47´´O

Teufarbeiten 1896, Teufe 291 m.

Aus einer Gipsschicht austretende NaCl-Wässer führten zum Ersaufen des Schachtes, ein Sümpfen gelang trotz aller Bemühungen nicht. Schacht wurde später zum Versenken von Endlaugen genutzt.

(In der folgenden Beschreibung als 1. abgesoffener Schacht bezeichnet)

 

 

6.11.4 Schacht "Beienrode IV"

 

38154

Königslutter

OT Beienrode 

Dormweg 

 

RW 44 21 451

HW 57 95 423

 

52°17´12,02´´N

10°50´50,36´´O

 

Gewerkschaft Beienrode in Beienrode bei Königslutter

 

Gründung:

Als Bohrgesellschaft 1890, als Gewerkschaft 1894.

Gegenstand des Unternehmens:

Der Erwerb und die Ausbeutung des in den Grundbüchern des Herzoglichen Amtsgericht Königslutter eingetragenen  Bergwerks- eigentums Beienrode I und Beienrode II; ferner der Erwerb und die Ausbeutung anderer Gerechtsame auf Kalisalze und sonstige Minerale, sowie die Herstellung aller Anlagen und der Betrieb von Unternehmungen, die die Ausnutzung dieser Bergwerke etc. und die Verwertung der Produkte fördern.

Gerechtsame: 4,5 preussische Normalfelder in den Gemarkungen Beienrode Ochsendorf und Uhry. Die Gewerkenversammlung vom 25. 5. 1909 ermächtigte den Grubenvorstand, aus einem Teil der Gerechtsame, ein besonderes Grubenfeld zu bilden und abzutrennen.

Schachtbau: Mitte Juli 1895 ersoff der erste Schacht, bevor er das Steinsalz erreichte. Auch ein zweiter Schacht verunglückte. Die Gewerkenversammlung vom 16. Mai 1896 beschloss die Abteufung eines dritten Schachtes 450 m südlich vom Bohrloch. Anfangs März 1897 wurden bei 90 Meter die Wasser abgeschlossen. In der Folge wurde der Schacht bis auf 808 m abgeteuft. Zur Aufsuchung des Kalilagers wurde im April 1898 bei 550 m ein Querschlag ins Liegende getrieben und das Lager in einer Entfernung von 200 m erreicht. Ein weiterer Querschlag wurde bei 714 m nach NO und ein anderer nach NW angesetzt, welch letzterer das Kalilager am 13. Mai 1899 erreichte. Es sind 4 Tiefbausohlen in Teufen von 676, 706, 750 und 800 m hergestellt. Die erste Sohle steht im Steinsalz, die zweite im Carnallit. In der 800 m Sohle ist beim Streckenbau nach Durchörterung von 40 m Carnallit ein Sylvinitlager von 0,5 bis 5 m Mächtigkeit mit feinem bis zu 45 % schwankenden Gehalt an Chlorkalium erschlossen. Die in den oberen Schichten mit Carnallit durchsetzten Salze nehmen nach der Tiefe an Reinheit zu und haben einen Durchschnittsgehalt von 20 bis 25 % Chlorkalium. Im Jahre 1908 bewegte sich der gesamte Abbau ausschliesslich in der 3. Tiefbausohle bezw. in den darüber liegenden Etagensohlen. Die Fortsetzung des Kalilagers nach NW. wurde durch eine Kern-Bohrung (diagonal zum Streichen, 1400 m vom Schacht) festgestellt; es wurden dabei 150 m Carnallit von sehr guter Beschaffenheit nachgewiesen. Auf der 2. Tiefbohrsohle wurde in 1911 die Haupt-förderstrecke von 1110 m bis auf 1273 m verlängt; der gesamte Abbau bewegte sich ausschliesslich im Kalilager auf dem Nordflügel in der 3. Sohle.

Zweiter Schacht: Auf Anordnung der Königlichen Bergbehörde bezüglich des zweiten Schachtes wurden Untersuchungsarbeiten im Grubenfelde nach N.-W. für die Wahl des Ansatzpunktes des 2. Schachtes ausgeführt. Zur Untersuchung des Deckgebirges wurde im Nordwestfelde ca. 1800 m vom jetzigen Schachte eine Tiefbohrung bis auf die Teufe von 643 m niedergebracht. Dieselbe erreichte das Steinsalz bei 300 m und das Kalilager bei 618 m. Im Kalilager selbst wurde bis zu 643 m gebohrt, ohne das Liegende erreicht zu haben. Die erbohrten Kerne bestanden aus recht gutem Carnallit. Zugleich mit dieser Bohrung sind unter Tage die Lagerungsverhältnisse durch Vortreiben der Ausrichtungsstrecken auf dem Nord- und Südflügel, sowie Horizontalbohrungen in der 2. und 3. Tiefbausohle weiter untersucht worden. Im Jahre 1910 wurden in der Ochsendorfer Feldmark drei weitere Bohrungen in Entfernungen von 3500, 2900 u. 2400 m vom jetzigen Schachte bis 166, 236 und 201 m Teufe ausgeführt, die ein geeignetes Deckgebirge für den Ansatzpunkt nicht nachgewiesen haben. Der Anordnung der Bergbehörde folgend, musste gegen Ende 1911 mit dem definitiven Abteufen des 2. Schachtes begonnen werden. Der Ansatzpunkt befindet sich 225 m südöstlich vom 1. Schacht. Die Wasserzuflüsse wurden mit Tübbings abgeschlossen. Mitte1912 betrug die erreichte Teufe 160 m. Im Mai 1913 wurde in 567 m Teufe das jüngere Steinsalz angefahren. Unter Tage ist mit der 800 m-Sohlen-Strecke der Schacht II unterfahren, das Füllort und die Umbruchörter ausgeschossen und ausgemauert und auch hier das Abteufen nach derTiefe hin aufgenommen.

Tagesanlagen: Die Tagesanlagen sind von vornherein definitiv. Fördergerüst, Kaue, Dampfkabel, Fördermaschine, Ventilator- und Kompressoranlage sowie Schwebe- bebühne sind fertig. Eine Chlorkaliumfabrik, deren umfassender Ausbau 1911 erfolgte, eine Kainitmühle mit anschließendem Salzlagerschuppen für 120 000 dz Inhalt, eine Bromfabrik.

Absatz: 1918: 89 578, 1919: 61 773, 1920: 102 308 dz K2O. (Quelle:7*)

 

Zum Stand der Endlaugenversenkung im Jahr 1923 auf dem Kaliwerk Beienrode
Die Endlaugenversenkung auf dem Kaliwerk[...]
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Glückwunsch an Generaldirektor Starke zum 70. Geburtstag
Genaraldirektor Starke.doc
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Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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