Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

6.20 von der Heydt, von Manteuffel, von Achenbach

6.20.1 Schacht "von der Heydt"

 

39418

Staßfurt

Geleitstraße

 

RW 44 71 377

HW 57 46 613

 

51°51´10,41´´N

11°34´58,98´´O

 

Bilder 1-9:

Staßfurt, ehemaliger Salinenhof, Schacht von der Heydt: Eröffnung des 22. Staßfurter Salzlandfestes  und der Feierlichkeiten anläßlich "150 Jahhre Salzbergbau Staßfurt, Wiege des Kalibergbaus".

Zur Problematik der Wasserhebestelle:

Im Gebiet der Heinrich-Zille-Straße befindet sich seit 1923 ein Pumpwerk in Betrieb, das neben Grundwasser auch Abwässer und Regenwasser fördert (erste Wasserhebungsmaßnahmen bereits vor 1900). Aufgrund des jahrzehntelangen Betriebes der Hebestelle hat sich lokal bereits ein Absenkungstrichter im Grundwasserspiegel herausgebildet, der sich nahezu bis zur Bode erstreckt und sich im zentralen Teil rund 5,5 m unter dem mittleren Bodenniveau (62,5 mNN) befindet. Obwohl unterschiedliche Angaben zu den täglichen Fördermengen der Hebestelle Zillestraße vorliegen, kann bei einer angenommenen Förderrate von 600 m3/d von einem Gesamtvolumen gehobenen Grundwassers von mehr als 15 Mio m3 in den letzten 69 Jahren ausgegeangen werden. Gehr man von einer Mineralisation von 40 g/l aus, so ergibt sich ein weggeführter Feststoffanteil von rund 600.000 t (300.000 m3 Volumen).

 

 

6.20.2 Schacht "von Manteuffel"

 

39418

Staßfurt

Geleitstraße

 

RW 44 71 354

HW 57 46 613

 

51°51´10,42´´N

11°34´57,78´´O

Bilder 1-5:

Staßfurt, ehemaliger Salinenhof, Schacht von Manteuffel: Eröffnung des 22. Staßfurter Salzlandfestes  und der Feierlichkeiten anläßlich "150 Jahhre Salzbergbau Staßfurt, Wiege des Kalibergbaus".

 

 

6.20.3 Schacht "von Achenbach"

 

39418
Staßfurt
Athenslebener Weg 51 B

 

RW 44 70 702

HW 57 47 720

 

51°51´46,10´´N
11°34´23,35´´O

Preussischer Bergfiskus

vertreten durch

Oberbergamt Halle a.S.

1) Staatliche Berginspektion zu Stassfurt, Steinstrasse 21.

 

Gerechtsame: Ursprünglich ein Grubenfeld, welches südlich vom Herzogtum Anhalt, südwestlich und nordwestlich von den Feldern der Gewerkschaften Neustassfurt und nordöstlich von denen der Gew. Ludwig II begrenzt wurde, doch ist das Gebiet infolge fündiger Bohrungen auf die Gemarkungen Neugattersleben, Löbniiz, Förderstedt, Atzendorf, Löderburg, Athensleben, Borne, Unseburg, Schneidlingen, Bleckendorf, Bisdorf, Tarthun, Wolmirsleben, Börnecke ausgedehnt worden. Durch Bestätigungsurkunde vom 14. Juli 1898 sind diese sämtlichen Felder zu einem einheitlichen Ganzen unter dem Namen: „Königliches Salzwerk Stassfurt" vereinigt worden welches an Steinsalzfeldern 92 709 547,16 qm und an Soolfeldern 30 661 985,57 qm umfasst und sowohl das Feld der Gewerkschaft „Neu-Stassfurt" als auch das der Gewerkschaft „Ludwig II" umschliesst.

Schachtbau: Am 4. Dezember 1851 wurde in unmittelbarer Nähe des Bohrlochs mit dem Abteufen eines, und am 31. Januar 1852 mit dem Abteufen eines zweiten Schachtes, des letzteren direct auf dem Bohrloch, begonnen. Die Schächte erhielten die Namen „ V o n d e r H e y d t" und „ v o n M a n t e u f f e l " . Durchteuft wurden im v. d. Heydt-Schachte bis zu 8 m das aus Alluvium und Diluvium bestehende Deckgebirge, von 8-200 m Buntsandstein, von 200-249 m Gips und Anhydrit, von 249-256 m Salzton, von 256-276 m Kalium – und Magnesiumsalze und von 276-387 m Steinsalz mit Kieserit und Polyhalitschichten. Das Kalium- u. Magnesiumlager, welches damals als minderwerthiges Abraumsalz auf die Halden geworfen wurde, bestand aus 55 % Carnallit, 26 %Steinsalz, 17 % Kieserit und 2 % Anhydrit mit Thon. Ein dritter Schacht, der A c h e n b a c h - S c h a c h t im Durchmesser von 4,5 m wurde 1 km nordwestlich von Alt-Stassfurt im Jahre 1874-77 abgeteuft. Derselbe durchsank vom 226-275 m röthliches Steinsalz, von 275-280 m gelblich weisses Steinsalz, von 280 bis 296 m weisses Steinsalz, von 296-308 m hellgraues Steinsalz, von 308-312 m rötliches Steinsalz. Die Kalilagerstätte wurde in derselben Gleichmässigkeit aufgefunden wie in den alten Schächten. Im Jahre 1879 wurde der regelmässige Bau und die Förderung von Carnallit, Kainit und Steinsalz auf dieser Schachtanlage begonnen. Am 30. Juni 1893 wurde dahingegen auf dem Von der Heydt- und Manteuffel-Schacht die Förderung eingestellt, weil das Abbaufeld dieser Schächte unter der Stadt Stassfurt liegt und ein Abbau in tieferen Sohlen nicht opportun erschien. Der Manteuffel-Schacht wurde zum Theil verfüllt, der Von der Heydt-Schacht zwar offen gelassen, aber nur zunächst noch als Wasserhaltungs- und Wetterschacht für den Achenbachschacht benutzt.

Ersaufen der alten Schachtanlagen: Im Anschluss an die Wassereinbrüche, die im Januar 1900 den dem anhaltischen Fisikus gehörigen altem Leopoldshaller Schacht zum Ersaufen brachten, musste am 11. Juli 1900 auch der vereinigte Von der Heydt-Achenbach-Schacht aufgegeben werden. Man baute daher die auf der 387 m Sohle als auch die auf der 337 m Sohle stehenden Maschinen sowie alles Inventar von einigem Werte aus, ließ zunächst die Wasser, die die alte obirdische Maschine nicht zu heben vermochte, auf die 387 m Sohle fallen und stellte schließlich am 9. Oktober 1900 den Wasserhaltungsbetrieb gänzlich ein.

Neue Schachtanlagen: 1.); Am 12. September 1887 war nordöstlich von Stassfurt mit dem ersten Spatenstich zum späteren ., B e r l e p s c h - S c h a c h t " begonnen worden, welchen Anfang November der Beginn der Abteufungs-Arbeiten im unmittelbar benachbarten ,, M a y b a c h - S c h a c h t " folgte. Das jüngere Steinsalzlager wurde im ,,Berlepsch-Schachte" bei 210 m, in, „Mayhach-Schachte" bei 188 m Teufe angetroffen. Ausrichtungsquerschläge wurden bei 225 m, 275 m und 325 m Teufe angesetzt. Mit den beiden oberen Sohlen fuhr man Kainit an, dessen Fuß in einem zwischen den beiden unteren Sohlen hergestellten Gesenk bei 288 m gefunden wurde. Um bei einem derartig tiefen Herabgehen des Kainits für den Carnallitabbau eine genügende Höhe zu gewinnen, teufte man die beiden Schächte bis zu 414 m bezw. 413 m weiter ab und setzte eine vierte Sohle bei 406 m Teufe an. Auf dieser Sohle wurde auf dem Südwestflügel neben dem Carnallit in grosser Ausdehnung auch Hartsalz gefunden, in welchem nesterweise auch reiner Sylvin auftritt. Auf dem Südflügel ist die regelniäßige Carnailitlagerstätte; in gleichmässiger querschlägiger Mächtigkeit von etwa 25 m ohne jedwede Einlagerung von Hartsalz oder Sbeinsalzmitteln vorhanden. Sie reicht bis nahe zur zweiten Sohle, wo sie in den Kainithut übergeht. Die Carnallite enthalten im Durchschnitt 16 bis 15 %, das Hartsalz 20 bis 34 % KCl.

2.) Im Oktober 1895 wurde auf dem, dem preußischen Bergfiskus verliehenen Feld bei Tarthun zwischen den Feldern der Alkaliwerke Westeregeln und der Gew. Neu-Staßfurt, das Abteufen des „ B r e f e l d - S c h a c h t e s " in Angriff genommen, nachdem durch drei Tiefbohrungen das Vorhandensein des Kainits in abbauwürdiger Beschaffenheit festgestellt worden war. Der auf Bohrloch III niedergebrachte Schacht hat einen Durchmesser von 5,25 m. Durchteuft wurden bis zu 16 m Dilivialgebirge, von 16-108 m blauer Lettensachiefer, von 108-140 m Anhydrit. Das Steinsalzlager wurde bei 140 m erreicht. Die Ausrichtung des mit dem Schachte dann bei ca. 163 m in nur geringer Mächtigkeit durchteuften Kainitlagers wurde durch eine bei 180 m angesetzte Wettersohle und eine in 205 m Teufe getriebene zweite Sohle bewirkt und der Schacht bis zu 225,75 m ausgebaut. Die Mächtigkeit der ganzen Kalilagerstätte ergabe sich zu durchschnittlich 25 bis 48 m querschlägig. Im Jahre 1902 wurde 700 m östlich von Schacht I ein zweiter Schacht T a r t h u n II angesetzt. Dieser wurde bis zu einer Teufe von 500 m niedergebracht. Auf den bei 400 und 500 m angesetzten Sohlen werden Vorrichtungsarbeiten betrieben.

Tagesanlagen: Mit dem Bau einer C h l o r k a l i u m - F a b r i k am Achenbachschachte wurde 1887 begonnen; sie war anfänglich zur Verarbeitung von täglich 2500 dz Carnallit eingerichtet und wurde mit dieser Leistungsfähigkeit Anfang 1888 eröffnet. Später wurde die Fabrik auf ein Rohsalzverarbeitungsquantum bis zu 6000 dz erweitert, es wurde auch die Fabrikation von B r o m aufgenommen und eine Inlage zur D ü n g e s a l z f a b r i k a t i o n errichtet. Beide Anlagen reichen für die Verarbeitung von täglich 9000 dz aus. Auf sämtlichen Schächten sind elektrische Kraft –und Lichtstationen. Über Tage sind sowohl die Werkstätten als auch verschiedene Pumpen mit elektrischem Antriebe versehen, während unter Tage elektrische Lokomotivbeförderung und elektrischer Bohrmaschinenbetrieb eingerichtet ist. Mit dem Berlepsch- und Brefeld-Schacht sind Salzmühlen verbunden. (Quelle: 7*)

 

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten