Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

 

6.28 Neustaßfurt VI-VII

 

 

6.28.1 Schacht "Neustaßfurt VI" (Ludwig VI)

 

39418

Staßfurt-Lust

Schacht VI Nr. 4

 

RW 44 69 193

HW 57 52 478

 

51°54´19,74´´N

11°33´02,99´´O

 

Gebirgsschlag am 30.12.1959:

 

In der Zeit zwischen 10,54 Uhr und 11,20 Uhr wurden insgesamt 9 starke Erschütterungen, die auch von den Erdbebenwarten in Halle und Jena aufgezeichnet wurden, registriert.

Dabei ging eine große Anzahl von Pfeilern auf der 490m, 530 m, 560 m, 575 m und 660 m Sohle zu Bruch.  Da auf den Sohlen gleichzeitig Laugen austraten, befürchtete man zunächst ein Ersaufen der Grube. Laugenzuflüsse waren im Staßfurter Gebiet nicht selten in der Vergangenheit. Bei einer Zuflußmenge von über 90 Kubikmeter/Stunde sollte die Grube aufgegeben werden.  Bei diesem und bei dem noch 1965 folgenden Gebirgsschlag gab es keine Personenschäden. Die Schachtanlage Neu-Staßfurt VI/VII wurde am 31.12.1972 aus Rationalisierungsgründen stillgelegt. Damit war auch das Schicksal der Achenbachfabrik besiegelt und es schloß nach 94 Jahren Kaliverarbeitung die letzte Chlorkaliumfabrik im Industrierevier Staßfurt.

Tagesbrüche zwischen den Schächten Neustaßfurt VI und Neustaßfurt VII:

 

1.

Am 18.03.1975 gegen 10,30 Uhr trat über dem Grubenfeld Neustaßfurt VI/VII ca. 350 m nördlich Schacht VI ein Tagesbruch ein. Zum Zeitpunkt der Entstehung hatte der Tagesbruch eine Größe von ca. 100x140 m und eine Tiefe von 30-50 m. Heute besitzt der Bruch einen Durchmesser von ca. 300 m. 

Der Tagesbruch ist auf die Wirkung der Subrosion im Zusammenhang mit der Flutung der Gruben an der N/O-Flanke des Staßfurter Sattels zurückzuführen. Seine Entstehung muß auch im Zusammanhang mit dem Gebirgsschlag vom 30.12.1959 gesehen werden. Er ereignete sich in dem Feldesteil, über welchem am 18.03.1975 der Tagesbruch fiel.

 

2.

Im März 1998 wurden im Zusammenhang mit fernkundlichen Monitoringarbeiten südöstlich des großen Tagesbruches von 1975 drei weitere und kleinere Tagesbrüche festgestellt. Diese Brüche sind auf die Wirkung der Subrosion im Zusammenhang mit der Flutung in einem durch Gebirgsschlag geomechanisch vorbeanspruchten Feldesteil zurückzuführen. Es muß angenommen werden, daß noch heute hier geohydraulische und subrosive Prozesse aktiv sind.

 

 

 

 

6.28.2 Schacht "Neustaßfurt VII" (Ludwig VII)

 

39418

Staßfurt-Lust

östl. von Neustaßfurt  V

 

RW 44 68 854

HW 57 53 346

 

51°54´47,76´´N

11°32´44,98´´O

 

Tagesbruch zwischen den Schächten Neustaßfurt VI und VII:

Der Tagesbruch ist am 18.05.1975 über dem Steilfirstenabbaufeld, welche bereits am 30.12.1959 von einem Gebirgsschlag betroffen war, entstanden. Der Bruch ist auf die Wirkung der Subrosion im Zusammenhang mit der Flutung der Gruben an der NE-Flanke des Staßfurter Sattels zurückzuführen. Die Einsenkungen im Vordergrund sind durch den Braunkohlenabbau entstanden.

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
Anzeige von 1902
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Lars Baumgarten