Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

 

6.31 Friedenshall (Solvayhall)

 

 

6.31.1 Schacht "Friedenshall I" (Solvayhall I, Ernst Solvay I)

 

06406

Bernburg

OT Friedenshall

Friedenshaller Ring 9

 

RW 44 84 345

HW 57 37 372

 

51°46´13,26´´N

11°46´18,03´´O

 

Aufnahmen um 1928:

Aufnahmen um 1901:

Tagesbrüche über dem Grubenfeld Friedenshall I/II

  • Seit 1962 traten in der Grube Friedenshall I/II Laugenzuflüsse auf. Diese konzentrierten sich im Wesentlichen auf zwei Bereiche im Grubengebäude
  • Der Bereich mit den bedeutendsten Zuflüssen lag ca. 1,2 km südwestlich des Schachtes Friedenshall I
  • Ausgehend von Grubenbeobachtungen kam hier als Herkunftsgebiet der Lösungen nur das Buntsandsteindeckgebirge und in diesem besonders stark zerklüftete Bereiche sowie die Rogensteinbänke in Frage
  • Die zutretenden Lösungen wurden zunächst über Liegendstrecken abgeleitet, angestaut und nach über Tage gepumpt. Ein Teil der Lösungen wurde in tieferliegenden Baufeldern angestaut
  • Die Zuflussrate stieg bis zur Einstellung der Wasserhaltung und Aufgabe der Grube im Nov. 1967 bis auf 3,5 m3/min an
  • Insgesamt wurden 3 Mio m3 Salzlösung gepumpt. Hiervon wurden etwa 2,7 Mio m3 nach über Tage gehoben und etwa 0,3 Mio m3 in die nördl. Unterwerksbaue geleitet
  • Am 08.11.1969 kam es infolge von Lösungszuflüssen zu erheblichen Subrosionserscheinungen im Leinesteinsalz mit der Bildung der ersten Tagesbrüche am 13.05.1968 und im Staßfurt-Steinsalz mit der Entwicklung des Tagesbruches vom 08.11.1969
  • Das Durchbrechen des ersten Tagesbruches wurde zunächst nicht erkannt
  • Der zweite Tagesbruch vollzog sich unter anhaltenden spürbaren Bruchvorgängen mit einigen mehrere Minuten anhaltenden Erschütterungsphasen
  • Zu einer weiteren übertägigen Brucherscheinung kam es am 01.04.1971. Hierbei handelt es sich um einen Erdfall infolge auftretender Zerrungen am Rand der über dem Grubenfeld entstandenen Senkungsmulde
  • Im Ergebnis der Untersuchungen zur Entstehung des Tagesbruches vom 08.11.1969 konnte eingeschätzt werden, dass durch die subrosive Wirkung von ca. 4,5 Mio m3 Wasser ca. 700.000 m3 Hohlraum durch die Ableitung in Liegendstrecken im Staßfurt-Steinsalz entstanden sind
  • Der am 08.11.1969 entstandene Tagesbruch wies zum Zeitpunkt seiner Enstehung einen maximalen Durchmesser von ca. 100 m und eine Tiefe von ca. 40 m auf
  • Die Mächtigkeit des Deckgebirges kann mit ca. 360 m angegeben werden
  • Zur vereinfachten Abschätzung des Volumens der Tagebruchhohlform und des in den Verbruchspro7ess einbezogenen Deckgebirgsvolumens wurde auf der Grundlage von Rissdarstellungen die Querschnittsform des Tagesbruches an einen Kreis mit einem Durchmesser von 90 m angenähert und ein kreiskegelstumpfförmiger Bruchkörper im Deckgebirge mit einem Winkel zwischen Grund- und Mantelfläche von 85° zugrunde gelegt
  • Das zur Aufnahme der Verbruchmassen notwendige Hohlraumvolumen lässt sich unter Zugrundelegung eines Auflockerungsfaktors S=1,4 mit ca. 659.700 m3 abschätzen
  • Der o.a Auflösungshohlraum von 700.000 m3 erklärt somit die über Tage eingetretene Brucherscheinung
  • Bilder zu den Tagesbrüchen siehe unten

 

 

 

6.31.2  "Friedenshall II" (Solvayhall II, Ernst Solvay II)

 

06406

Bernburg

OT Friedenshall Vorwerk Zepzig

 

RW 44 84 468

HW 57 35 713

 

51°45´19,61´´N

11°46´24,74´´O

 

  • Bernburg: Schacht Friedenshall II (Solvayhall  II)
  • Teufarbeuten von 1904-1906
  • Teufe 494 m
  • Nov. 1967 Wasserhaltung eingestellt und somit dem Ersaufen preisgegeben
  • Seit 1962 traten in der Grube Friedenshall I/II Laugenzuflüsse auf. Diese konzentrierten sich im Wesentlichen auf zwei Bereiche im Grubengebäude
  • Der Bereich mit den bedeutendsten Zuflüssen lag ca. 1,2 km südwestlich des Schachtes Friedenshall I
  • Ausgehend von Grubenbeobachtungen kam hier als Herkunftsgebiet der Lösungen nur das Buntsandsteindeckgebirge und in diesem besonders stark zerklüftete Bereiche sowie die Rogensteinbänke in Frage
  • Die zutretenden Lösungen wurden zunächst über Liegendstrecken abgeleitet, angestaut und nach über Tage gepumpt. Ein Teil der Lösungen wurde in tieferliegende Baufeldern angestaut
  • Die Zuflussrate stieg bis zur Einstellung der Wasserhaltung und Aufgabe der Grube im Nov. 1967 bis auf 3,5 m3/min an
  • Insgesamt wurden 3 Mio m3 Salzlösung gepumpt. Hiervon wurden etwa 2,7 Mio m3 nach über Tage gehoben und etwa 0,3 Mio m3 in die nördl. Unterwerksbaue geleitet
  • Der Tagesbruch hatte zum Zeitpunkt seiner Entstehung am 08.11.1969 einen Durchmesser von ca. 100 m und eine Tife von ca. 40 m
  • Am 08.11.1969 kam es infolge von Lösungszuflüssen zu erheblichen Subrosionserscheinungen im Leinesteinsalz mit der Bildung der ersten Tagesbrüche am 13.05.1968 und im Staßfurt-Steinsalz mit der Entwicklung des Tagesbruches vom 08.11.1969
  • Das Durchbrechen des ersten Tagesbruches wurde zunächst nicht erkannt
  • Der zweite Tagesbruch vollzog sich unter anhaltenden spürbaren Bruchvorgängen mit einigen mehrere Minuten anhaltenden Erschütterungsphasen
  • zu einer weiteren übertägigen Brucherscheinung kam es am 01.04.1971. Hierbei handelt es sich um einen Erdfall infolge auftretender Zerrungen am Rand der über dem Grubenfeld entstandenen Senkungsmulde
  • Im Ergebnis der Untersuchungen zur Entstehung des Tagesbruches vom 08.11.1969 konnte eingeschätzt werden, dass durch die subrosive Wirkung von ca. 4,5 Mio m3 Wasser ca. 700.000 m3 Hohlraum durch die Ableitung in Liegendstrecken im Staßfurt-Steinsalz entstanden sind
  • Der am 08.11.1969 entstandene Tagesbruch wies zum Zeitpunkt seiner Enstehung einen maximalen Durchmesser von ca. 100 m und eine Tiefe von ca. 40 m auf
  • Die Mächtigkeit des Deckgebirges kann mit ca. 360 m angegeben werden
  • Zur vereinfachten Abschätzung des Volumens der Tagebruchhohlform und des in den Verbruchspro7ess einbezogenen Deckgebirgsvolumens wurde auf der Grundlage von Rissdarstellungen die Querschnittsform des Tagesbruches an einen Kreis mit einem Durchmesser von 90 m angenähert und ein kreiskegelstumpfförmiger Bruchkörper im Deckgebirge mit einem Winkel zwischen Grund- und Mantelfläche von 85° zugrunde gelegt
  • Das zur Aufnahme der Verbruchmassen notwendige Hohlraumvolumen lässt sich unter Zugrundelegung eines Auflockerungsfaktors S=1,4 mit ca. 659.700 m3 abschätzen
  • Der o.a Auflösungshohlraum von 700.000 m3 erklärt somit die über Tage eingetretene Brucherscheinung
  • Bilder zu den Tagesbrüchen siehe oben

 

Mehr zur "Deutschen Solvaywerke Aktiengesellschaft" siehe unter:

  • 6.29.1
  • 6.29.2
  • 6.29.3
Direktor Wilhelm Küsel leitete 39 Jahre lang die Deutschen Solvay-Werke
Direktor Wilhelm Küsel.doc
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Bergwerksdirektor Bergassessor a. D.

Dr.-Ing. e.h. Karl Hornung.

 

Nach 33 jähriger Tätigkeit in den Diensten der Deutschen Solvay Werke AG. ist Ende vorigen Jahres (1937) das Vorstandsmitglied der Gesellschaft, Bergwerksdirektor Bergassessor a. D. Dr.-Ing. e. h. Karl Hornung in den Ruhestand getreten. Hornung wurde am 27. November 1870 in Sangerhausen geboren und erhielt seine Schulbildung im Realgymnasium in Weimar. Nach deren Beendigung wandte er sich dem Bergfach zu. Er bestand im Jahre 1899 das Bergassessorexamen, wurde alsdann dem staatlichen Bergwerk Bleicherode zur Beschäftigung überwiesen und im Jahre 1903 zum Königlichen Berginspektor ernannt. Am 1. Mai 1904 trat Hornung in die Dienste der Deutschen Solvay-Werke AG., Bernburg, als Direktor der Kaliwerke Solvayhall. Hier teufte er den Schacht Solvay II ab und wurde danach mit den Vorbereitungen und der Durchführung des Abteufens von vier Schächten bei Borth und Wallach am Niederrhein beauftragt. Es gelang Hornung, der außerordentlichen Schwierigkeiten, welche sich den Abteufarbeiten entgegen-stellten, so der Durchteufung von mehreren tiefgelegenen Fließsand-schichten und ferner der überaus schwierigen Kriegs- und Nachkriegs-zeitverhältnisse mit ihrem Mangel an Material und Arbeitskräften, in zähem Bemühen Herr zu werden. Die Technische Hochschule in Aachen hat ihm im Jahre 1929 in Anerkennung seiner erfolgreichen Pionierarbeit auf dem Gebiete der Erschließung tiefliegender, unter mächtigen Schwimmsandschichten lagernder Mineralschätze des Rheinlandes die Würde eines Dr.-Ing. ehrenhalber verliehen. Im Jahre 1920 wurde Hornung in den Vorstand der Deutschen Solvay-Werke zur Betreuung sämtlicher Bergwerke der Gesellschaft berufen. Seine reichen Erfahrungen und Kenntnisse hat Hornung auch über den Kreis des Konzerns hinaus dem Bergbau zur Verfügung gestellt. So wurde er als persönliches Mitglied in den Schachtbau-Ausschuß des Vereins für die bergbaulichen Interessen in Essen und ferner als Sachverständiger für die Elbstrombauverwaltung beim Abteufen der Schächte für das Hebewerk des Mittellandkanals bei Rothensee an der Elbe berufen. Ferner gehörte er dem Vorstand des Deutschen Kalivereins E. V., Berlin, an und seit dem Jahre 1935 dem Beirat der Fachgruppe Kalibergbau der Wirtschaftsgruppe Bergbau in Berlin. Ebenso war er Mitglied des Beirats der Kaliprüfungsstelle Berlin. Auf Grund seines besonderen Interesses für die Fragen der sozialen Versicherung nahm Hornung teils als Vorsitzender, teils als Beiratsmitglied an den Arbeiten von Knappschafts-organisationen regen Anteil. Auch in den Fragen des Bergschulwesens war er in den Vorständen verschiedener Bergschulvereine tätig. Für die jahrzehntelange Mitarbeit Hornungs in den verschiedenen Stellen der deutschen Kaliindustrie sprechen wir ihm unseren aufrichtigsten Dank aus. Zu seinem Eintritt in den Ruhestand ein herzliches

Glückauf! („Kali, verwandte Salze und Erdöl Heft 3/1938)

 

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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