Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

 

6.33 Walbeck-Buchberg

 

 

6.33.1 Schacht "Walbeck I" (Gerhard)

 

38368

Grasleben

Sandbreite

(Nähe der Nr. 42)

 

RW 44 33 737

HW 57 96 441

 

52°17´50,81´´N

11°01´37,71´´O

 

Weferlingen: Schacht Walbeck-auch Schacht Gerhard. Benannt nach dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Burbach und Walbeck, Gerhard Korte.

  • Teufzeiten: 1903-1904
  • Teufe: 428 m
  • Inbetriebnahme der Schachtanlage: 1906
  • Stilllegung der Schachtanlage 1924
  • Nachnutzung durch die Heeresmunitionsanstalt ab 1937
  • Zerstörung der Schachteinbauten durch Sprengung am 26.10.1946
  • Infolge der Sprengung entstand am Schacht ein großer Trichter. Bedingt durch die nahe der Oberfläche anstehenden wasserundurchlässigen Tonsteine des Unteren Jura verstopfte die Schachtröhre und es sammelte sich darin Wasser an

 

 

6.33.2 Schacht "Buchberg"

 

39356 Oebisfelde-Weferlingen

OT Walbeck

Marientaler Straße

 

RW 44 35 020

HW 57 94 740

 

52°16´56,33´´N

11°02´46,59´´O

 

  • Teufzeitraum: 1910-1913
  • Teufe: 590 m
  • Inbetriebnahme der Schachtanlage im Jahr 1920
  • Stilllegung im Jahr 1924
  • Nachnutzung durch Heeresmunitionsanstalt ab 1937
  • 26.10.1946 Zerstörung der Schachtröhre durch Sprengung
  • Schacht hat Orlasverschluß mit Anlagen zur Fernüberwachung des Laugenpegelstandes (derzeit bei 300 m Teufe)
Fördermaschine der Gewerkschaft Walbeck Schacht II, Inbetriebnahme Mitte Mai 1912. (Quelle: 40*)

Grewerkschaft Buchberg in Walbeck (Prov. Sachsen).

 

Verwaltung:

A. Simon, Bergwerksdirektor, Helmstedt.

K. Hartwig, Direktor, Helmstedt.

Grubenvorstand:

Vorsitzender: Gerhard Korte, Magdeburg.

Mitglieder :

Adolph List, Dr., Magdeburg.

Friedr. Korte, Magdeburg.

Bankdirektor D. Becker, Essen.

Bankier Rose, Wanne.

Bankier Engels, Düsseldorf.

Rittergutsbesitzer Schoengers, Uerdingen.

Gründung: Die Gewerkschaft Walbeck als Eigeintümerin des Salzbergwerks Buchberg bei Walbeck und der Bergwerksdirektor August Simon zu Helmstedt als Eigentümer des Salzbergwerks Schwanefeld bei Schwanefeld haben die Salz- bergwerke Buchberg und Schwanefeld zu einem einheitlichen Ganzen durch Konsolidation 1913 vereinigt.

Gerechtsame: Das durch Konsolidation entstandene Bergwerk hat einen Flächeninhalt von 12,9 Millionen Quadratmeter und liegt in den Gemeindebezirken Walbeck, Siestedt, Hödingen, Eschenrode, Weferlingen, und Bischofswald des Kreises Gardelegen und Neuhaldensleben im Regierungsbezirk Magdeburg und im Oberberg-amtsbezirk Halle a. S.

Anzahl der Kuxe: Sämtliche 1000 Kuxe der Gewerkschaft befinden sich im Besitz der Gewerkschaft Walbeck:.

Schachtbau: Ein Schacht, 520 m tief. Nachdem bei 283,7 m das Steinsalz trocken erreicht war, wurde im Juni 1913 von 328,5 bis 338,7 m bei einem Einfallen von 45 Grad das erste Kalilager (Hartsalz) durchteuft. Es sind drei Sohlen bei 396 m, 438 m und 496 m Teufe angesetzt. Sämtliche Sohlen haben 3-40 m mächtige Hartsalz- und Sylvinitlager und ein Carnallitlager auf große steigende Erstreckung aufgeschlossen.

Stellung zum Kalisyndikat: Die Gewerkschaft ist seit 1. August 1921 im Besitze der definitiven Beteiligungsziffer. Gesellschafter des Kalisyndikats bereits seit 1. Juli 1920.

Zweischachtfarge: Lösung ist mit dem Durchschlagen nach dem Schachte der Gewerkschaft Walbeck erfolgt.

Tagesanlagen: Die Tagesanlagen sind fertiggestellt. Die Seilbahn, welche die Bergwerksanlage mit der Mühlenanlage, der Fabrik und der Eisenbahn verbindet, ist in Betrieb genommen. (Quelle:7*)

Gewerkschaft Walbeck in Walbeck, Kreis Gardelegen.

 

Gründungstermin: Am 17. Juni 1904 durch Beschluss der Gewerken-versamlung der Gewerkschaft Burbach, welche Eigenthümerin des Bergwerkes war und zurzeit auch noch 400 Kuxe besitzt.

Gegenstand: Ausbeutung des Besitzes der Gewerkschaft, nämlich des im Grundbuche der Bergwerke des Königl. Amtsgerichts zu Weferlingen Band II Blatt 31 eingetragenen konsolidierten Salzbergwerks „Consolidiert Walbeck" sowie desjenigen Bergwerkseigentums, welches damit konsolidiert oder sonst hinzu-erworben werden wird und zwar mittels eigenen Betriebes oder mittels Verpachtung, endlich die Herstellung aller Anlagen und die Durchführung aller Unternehmungen, welche die Ausbeutung ihres Besitztums und der Verwertung seiner Produkte dienen.

Gerechtsame: 12 859 337 qm gleich rund 6 auf Kali- und Steinsalz verliehene abgabenfreie preussische Maximalfelder in den Gemeinden Bischofswald, Döhren, Groß-Bartensleben, Harbke II, Eschenrode, Siestedt, Hödingen, Walbeck und Weferlingen Gemeinde und Gutsbezirk in den Kreisen Gardelegen und Neuhaldens-leben. Die Felder sind durch Beschluß der Gewerkenversammlung vom 4. Juni 1908 zu einem einheitlichen Bergwerk konsolidiert.

Terrainbesitz: 75 792 qm in den Gemarkungen Walbeck und Grasleben.

Bohrungen: Die auf Stein- und Kalisalze verliehenen Felder sind durch eine Anzahl Tiefbohrungen und den Schacht aufgeschlossen. Es wurden vier Kalisalzlager von 27,2, 16,5, 6,15 und 2,36 m Mächtigkeit aufgeschlossen, bestehend aus Sylvin, Sylvinit, Hartsalz und Carnallit. Das Schachtbohrloch durchsank bis 10,22 m blauen Thon.

Zweiter Schacht: Durchschlägig mit dem benachbarten Schachte der Gewerkschaft Buchberg. Sämtliche Kuxe von Buchberg sind im Besitz von Walbeck.

Schachtbau: Der Schacht wurde im Jahre 1903 von 54 auf 262 m und im Jahre 1904 bis zu der endgültig in Aussicht genommenen Teufe von 420 m niedergebracht. Bis 69 m bestand das durchteufte Gebirge aus losen tonigen Letten, bis 290 m aus festen tonigen, wasserfreien Letten mit Kalk und Gipsschichten, von 290-301 m aus kompaktem Anhydrit. Bei dieser Teufe wurde am 3. Februar 1904 das jüngere Steinsalz angefahren, welches bis 345,50 m anhielt. Hier wurde das erste Kalisalzlager bestehend aus Sylvin, Sylvinit und Hlartsalz erreicht und bei 80 Grad Einfallen mit einer Mächtigkeit von 16,5 m durchteuft. Zur Orientierung über das weitere Verhalten dieses Lagers wurden zunächst 3 Strecken mit 9 m Saigerabstand (343, 352 und 336 m) bis auf 35 m Längte streichend aufgefahren, welche eine unveränderte Fortsetzung des Kalilagers hinsichtlich Gehalt und Mächtigkeit ergeben haben Hiernach wurde das Abteufen wieder aufgemommen und nur während des Aufstellens des definitiven Fördergerüstes unterbrochen. Am 24. Juni 1905 erfolgte nach definitiver Fertigstellung die feierliche Einweihung und Taufe des Schachtes auf den Namen „Gerhard". Der Schacht ist bis zu 428 m abgeteuft und von 6 bis 84 m mit deutschen Tübbings, im übrigen Theile mit Mauerung vollständig wasserdicht ausgebaut. Und mit der definitiven Schachteinteilung für die Haupt und Nebenförderung, Fahrung und Wetterführung versehen. Bei 360 und 420 m Teufe sind Füllörter ausgebrochen und von hier aus in beiden Sohlen mit den Streckenauffahrungcn begonnen und zwar querschlägig nach Osten und Westen und streichend nach Süden. Es wurden ein Sylvinitlager, drei Hartsalzlager und drei Carnallitlager nachgewiesen, deren Gesamtmächtigkeit ca. 5 2 m beträgt. Das oberste Hartsalzlager, welches auf der 420 m-Sohle bei 675 m Entfernung vom Schachte mit 10,20 m Mächtigkeit auftritt, ist bei 1400 m Entfernung nochmals mit 6 m Mächtigkeit nachgewiesen. Das dritte Hartsalzlager ist in einem Querschlag der 420 m-Sohle mit 7 m Mächtigkeit aufgeschlossen worden. Die Camallitlager sind auf 850, 1400 und 1100 m streichende Länge nachgewiesen. Die auf der 360 m-Sohle im Sylvinitlager vorgetriebene streichende Strecke hat eine Länge von 176 m und die auf der 420 m-Sohle nach Süden vorgetriebene streichende Strecke hat eine Länge von 380 m. Am weitesten zu Felde getrieben ist die zwischen dem jetzigen und dem nächsten Schachte als Verbindung streichende Strecke auf der 420 m-Sohle in südlicher Richtung. Die Qualität der Salze ist sehr befriedigend. Mit Anfang 1906 ist mit dem Abbau der Kalisalze in den beiden Sohlen begonnen und ebenso der regelmässige Versand aufgenommen worden. Tiefbohrungen welche von der 420 m Solde aus in Angriff genommen wurden, ergaben, dass das obere Carnallitlager bis zu 595 m, das zweite bis 656 m Tiefe olme Unterbrechung fortsetzt, so dass mit einer Abbauhöhe von 255 bezw. 316 m zu rechnen ist.

Tagesanlagen: Dieselben sind für eine Tagesleistung von 15.000 dz eingerichtet. Das Kesselhaus ist für 8 Cornwellkessel disponiert, von denen 6 aufgestellt sind. Die electrische Centrale besteht aus einer 500- und 300 pferdigen Compound-Maschine, welche Drehstrom von 500 Volt Spannung erzeugen. Der Lichtbedarf wird durch Umformer gedeckt, welche 110 Voll Gleichstrom liefern. Die 500 pferdige Zwillingsfördermaschine ist imstande, 2600 kg Salz mit einer Aufholung, resp. 70 Doppelwagen in einer achtstündigen Schicht zu Tage zu fördern. Eine zweite Nebenfördermaschine leistet 12 Doppelladungen pro Schicht Von der 8,75 m hohen Abzugsbühne gelangen die Förderungen direct in die Salzmühle, die für 3 Mahlsysteme eingerichtet ist, von denen 2 mit einer Leistung von 6 Doppelladungen pro Stunde aufgestellt sind. Die normalspurigen Eisenbahn-Anschluss-Gleise münden auf der östlichen Seite direkt in die Staatsbahn Helmstedt-Oebisfelde.

Chlorkaliumfabrik: Eine Chlorkaliumfabrik mit Konzession zur Ableitung der Endlaugen aus einer täglichen Verarbeitung von 16.000 dz Carnallit, nach der Elbe, die von der unter Walbecks Beteiligung erriichteten Chemischen Fabrik Walbeck, G.m.b H., Walbeck, gebaut ist, ist im Betrieb. Seitens der Gewerkschaft wurden im Jahre 1918- 1.025.191 Doppelzentner zur Weiterverarbeitung geliefert. (Quelle: 7*)

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten