Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

 

6.35 Douglashall I-II (Westeregeln I-II)

 

 

6.35.1 Schacht "Douglashall I" (Westeregeln I, Auguste-Victoria)

 

39448
Börde-Hakel
OT Westeregeln
Douglashall 7A    

 

RW 44 57 866

HW 57 58 471

 

51°57´30,98´´N
11°23´07,84´´O

 

Im Jahr 1907 entstand über dem seit 1891 gefluteten Grubengebäude Douglashall I/II ein Tagesbruch mit einem Durchmesser von ca. 20-25 m. Der Bruch wurde vollständig mit Schutt, Schrott und Beton verfüllt. Im Jahr 1939 fiel etwa an der gleichen Stelle erneut ein Tagesbruch. Lotungen ergaben, daß ein Bruchschlot von etwa 73 m Teufe vorhanden war. Dieser Bruchschlot lag über den Grubenbauen der I. Sohle (149 m Teufe) unmittelbar über einem Gesenk, welches zur 3. Sohle (187 m Teufe) hinabführte. Der Tagesbruch wurde wiederum mit Schutt, und Asche verfüllt.

In den Jahren 1941, 1960 und 1965 erfolgten weitere Nachbrüche, welche in der Folgezeit zum Teil wieder verfüllt wurden. Das Bruchgebiet wies 1965 eine NW-SE-Erstreckung von ca. 140 m und eine NE-SW-Erstreckung von ca. 75 m auf. Südöstlich des bisherigen Bruchgebietes entstand 1967 direkt über der Zutrittsstelle im Grubengebäude ein weiterer Tagesbruch mit einem Durchmesser von ca. 20 m. Durch weitere Nachbrüche im Jahr 1968 wurde dieser Tagesbruch mit dem nordwestlich gelegenen großen Bruchgebiet vereint. Die Ausmaße des Tagesbruchgebietes betrugen im Jahr 1970 ca. 205 x 75 m

 

Zum Bild 10 (Vernässungsstelle):

Der Bereich der Verässungsstelle wird nur von wenigen Strecken unterfahren. Diese haben keine Auswirkungen auf die Tagesoberfläche. Die Vernässung des Gebietes ist auf die Senkungen auf Grund der Ablaugung des Staßfurt-Steinsalzes zurückzuführen. Durch Bohrungen (1888) unmittelbar westlich der Egelnschen Straße wurde eine tiefe Auswaschungsrinne nachgewiesen, in der Lockergebirge direkt auf Staßfurt-Steinsalz auflagert.

 

Historische Bilder Teil I:

Historische Bilder Teil II:

Querprofil durch den Zechsteinsattel im Bereich der Grubenbaue des Schachtes I (Douglashall I, bzw. Westeregeln I)
Querschnitt der Grubenbaue Schacht Dougl[...]
Microsoft Word-Dokument [2.0 MB]
Der Wassereinbruch auf den Schächten I und II der Consolidierten Alkaliwerke in Westeregeln im Jahre 1891
Wassereinbruch in den Schächten Westereg[...]
Microsoft Word-Dokument [2.8 MB]

 

 

6.35.2 Schacht "Douglashall II" (Westeregeln II, Prinz Wilhelm)

 

39448
Börde-Hakel
OT Westeregeln
Douglashall 7A    

 

RW 44 57 913

HW 57 58 450

 

51°57´30,30´´N

11°23´10,33´´O

Historische Aufnahmen Teil I:

Historische Aufnahmen Teil II:

Aktien-Gesellschaft Consolidierte Alkaliwerke zu Westeregeln

 

Gründung: 25. Januar 1881.

Gegenstand des Unternehmens: 1.) der Bergbau jeder Art; 2.) die Verarbeitung und Verwertung von Bergwerkserzeugnissen; 3.) die Herstellung und Verwertung von chemischen Erzeugnissen; 4.) der Betrieb sonstiger industrieller Unternehmungen; 5.) der Erwerb von bergbaulichen, industriellen und kommerziellen Unternehmungen jeder Art sowie die Beteiligung an solchen Unternehmungen.

Beteiligungen: Die Gesellschaft besitzt 998 Kuxe der Gewerkschaft Roßleben, 950 Kuxe der Gewerkschaft Orlas, Nebra, Unstrut und Georg in Klein Wangen bei Nebra, den größten Teil der Kuxe der Braunkohlengruben „Gewerkschaft Archibald" in Westeregeln und „Berta bei Westeregeln", 1860 Aktien der Kaliwerke Salzdetfurth Aktiengesellschaft, Beteiligung bei der Gewerkschaften Thüringen und Conow. Die am 31. Januar 1922stattgefundene außerordentliche Generalversamndung beschloß eine Kapitalserhöhung zwecks Erwerb der restlichen Unstrut-Kuxe und von den Kuxen der Gewerschaft Hansa-Silberberg.

Besitztum: 1.) Das Kali- und Steinsalzbergwerk Westeregeln bei Westeregeln mit einem Flächeninhalt von 23 881 267 qm, 2.) das Kaliwerk Germersleben mit 7 130 180 qm Flächeninhalt; 3.) das Kaliwerk Tarthun l mit 12 300 000 qm Flächeninhalt und östiich davon 4.) das Kaliwerk Tarthun II mit 10 200 000 qm Flächeninhalt, 5.) die Kaliwerke Hadmerslenen I und II, umfassend 18 570 000 qm , 6.) verschiedene chemische Fabriken bei Westeregeln, u. zw. Chlorkaliumfabrik, Sulfatfabrik, Fabriken zur Gewinnung von Kieserit und Kalimagnesium, umfangreiche elektrochemische Anlagen zur Herstellung von Aetzkalilauge, Chlorkalk, Kaliumchlorat, Fabriken zur Gewinnung von Bittersalz, Brom, Bromeisen, Bromkalium, gebrannter Magnesia, Chlorkalzium, Chlorbarium.

Kalibohrergebnisse: Verschiedene Tiefbohrungen um Westeregeln und Hadmersleben wiesen in den Jahren 1870 und 1871 Sylvintlager mit einem Chlorkaliumgehalt von 30-96 % nach und unter diesem Lager ein 36 m mächtiges Carnallitlager nach.

Schächte: 1. Des Werkes Westeregeln:

Beginn des Baus zweier Schächte, südwestlich von Westeregeln, am 28. November 1871 und am 25. Januar 1872. Schacht II stand 53,35 m östlich von Schacht I . Durch Schacht I wurden bei 169 m Teufe Sylviniteinlagerungen ge-funden und von 218,13 Meter bis 225,55 m sowie von 234,13 m bis 279,14 m Carnallitlager erschlossen. Schacht II erschloss Carnallitlager von 130,25 bis 147,51 m und von 159,44 bis 256,78 m, letzteres am 18. October 1873. Am 28. Oktober 1891 ersoffen die untereinander unterirdisch verbundenen Schächte. Der Betrieb wurde eingestellt und es musste ein dritter Schacht, nordwestlich der alten Schächte zwischen Westeregeln und Hadmersleben in Angriff genommen werden. Die Kosten beliefen sich auf 1 606 987 M. Im Jahre 1893 wurde die Förderung aufgenommen, nachdem durch einen auf der 230 m Sohle aufgefahrenen Querschlag das Carnallitlager des Südflügels in normaler Ablagerung mit einem Durchschnittsgehalt an Chlorkalium von 18,5 bis 19 % angetroffen war. Später wurde auch durch querschlägige Durchörterung des Steinsalz-Sattels der nördliche Gegenflügel mit einem durchschnittlich 40 m mächtigen Carnallitlager erschlossen, ferner sind zwei weitere Sohlen bei 272 m und 410 m angelegt. Auf der 3. Sohle wurde Hartsalz erschlossen.

2. Des Kaliwerkes Germersleben (Schacht V): Größe: 7 130 180 qm, benachbart den Feldern der Gewerkschaft Hadmersleben und des Salzbergwerkes Douglashall. Tagesanlagen: Schachtgebäude mit anschließendem Mühlengebäude, Fördermaschinengebäude elektrischer Zentrale, Werkstätten, Kessel- und Zechenhaus. Schacht V wurde bei 1200 m westlicher Entfernung von Schacht III angesetzt und kam 1913 in Förderung. Bei 725 m Tiefe wurde ein sehr gutes Carnallitlager erreicht. Die Gesamttiefe des Schachtes beträgt 852 m. Die Lagermächtigkeit beträgt 30 m. Die Zweischachtfrage ist durch Verbindung mit Schacht III, der von 410 m auf 861 m vertieft wurde, gelöst.

3. Der Kaliwerke Tarthun I und II: DerBau eines Schachtes wurde am 10. 5. 1894 zwischen Egeln und Thartun, etwa 1 km von dem Orte Tarthun entfernt, in Angriff genommen und am 15. 7. 1896 fertiggestellt. Die Kosten betrugen 1 600 000 M. Der Schacht hat in einer Tiefe von 300 m ein durchschnittlich 45 m mächtiges Kalisalzlager angetroffen. Auf der 5. Sohle wurde Kainit in ganz bedeutender Mächtigkeit und sehr guter Beschaffenheit erschlossen. Auch Sylvinite stehen dort an. An das Kaliwerk Tarthun I schliesst sich östlich das Kaliwerk Tarthun II an, woselbst ein 300 m tiefer Schacht niedergebracht ist. Derselbe ist durch mehrere Strecken mit dem Schachte von Tarthun I verbunden, so dass für beide Anlagen die Zweischachtfrage gelöst ist.

4. Die Gewerkschaft Hadmersleben schließt sich mit ihrer 18,5 Millionen Quadratmetern grossen Gerechtsame im Westen an die Westeregelner Grubenfelder an. Der Schacht 1 dieser Gewerkschaft wurde im Laufe des Jahres 1910 fertiggestellt und hat bei 559 mTiefe ein hochprozentiges Hartsalzlager aufgeschlossen. Ein zweiter Schacht Hadmersleben ist fertiggestellt und mit Schacht I durchschlägig.

5. Werke, bei denen die Cons. Alkaliwerke hervorragend beteiligt sind:

Die Gewerkschaft R o s s l e b e n besitzt ein Grubenfeld von 52,2 Millionen Quadratmetern (25 preuss. Normalfelder) Grösse, das sie durch einen 400 m tiefen Schacht in der Nähe des Ortes Rossleben aufgeschlossen hat. Der Schacht steht bereits seit dem Jahre 1905 in Förderung und dient hauptsächlich zur Gewinnung von Kalirohsalzen. Die auf der Schachtanlage befindliche chemische Fabrik wurde 1912 in Betrieb genommen. Zur Lösung der Zweischachtfrage hat die Gewerkschaft in der Nähe von W e n d e l s t e i n einen zweiten Schacht niedergebracht, der vom 1. Juni ab eine vorläufige Beteiligungsziffer in Höhe von 4,22 Tausendstel erhalten hat. Die Gewerkschaft 0 r la s zu Nebra an der Unstrut verfügt über ein Feld von 19,4 Millionen qm (8,8 preuss. Normalfelder) Grösse und ist zurzeit mit dem endgültigen Ausbau ihres Schachtes beschäftigt, der in einer Tiefe von 528 m ein hochprozentiges Sylvinitlager aufgeschlossen hat. Die Gewerkschaft hat vom 1. November 1911 ab eine vorläufige Beteiligungsziffer von 4,23 Tausendstel und vom 1. Jan. 1913 ab eine endgültige von der Verteilungsstelle für die Kaliindustrie erhalten. Die Gewerkschaft N e b r a grenzt im Norden an die Gewerkschaft Orlas an und besitzt zurzeit ein Feld von 10 765 626 qm Grösse. Der Schacht der Gewerkschaft wurde im Oktober 1910 in Angriff genommen und hat bei 454 m ein hochprozentiges Hartsalzlager angetroffen. Vom 1. April 1913 ab wurde dem Schacht eine vorläufige Beteiligungsziffer zuerkannt. Durch Verbindung mit der Schachtanlage der Gewerkschaft Orlas wird die Zweischachtfrage für beide Gewerkschaften gelöst werden. Die Gewerkschaften G e o r g und U n s t r u t in Kleinwangen entstanden durch Konsolidation mehrerer der Unstrut gelegener Einzelgewerkschaften, an denen sich Westeregeln durch den Generalversammlungsbeschluss vom 6. März 1911 beteiligt hatte. Die beiden Gewerkschaften nahmen im Anfange des Berichtsjahres unweit des Ortes Grosswangen das Abteufen auf und stellten die Tagesanlagen, die soweit wie möglich gleich für den definitiven Betrieb eingerichtet sind, zum grossen Teile fertig. Die elektrischen Fördermaschinen wurden eingebaut und mit der Errichtung der nach der Eisenbahn- Verladestation bei Kleinwangen führenden Drahtseilbahn begonnen. Der Schacht der Gewerkschaft Georg erreichte im Frühjahr 1914 bei 513,8 m das aus sehr hochprozentigen Salzen bestehende Kalisalzlager. Ferner ist Westeregeln maßgebend an der Braunkohlengewerkschaft A r c h i b a l d beteiligt. (Quelle:7*)

 

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
Anzeige von 1902
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Lars Baumgarten