Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

6.39 Abteufschächte

6.39.1 Schacht "Alleringersleben"

 

39343

Ingersleben

OT Alleringersleben

Am Schacht 3

 

RW 44 40 236

HW 57 86 581

 

52°12´34,49´´N

11°07´26,88´´O

 

  • Der Schacht Alleringersleben wurde von September 1908 bis bis März 1914 bis auf 329,75 m Teufe niedergebracht. Die Teufarbeiten waren insgesamt von Schwierigkeiten begleitet, die besonders aus den hydrologischen Verhältnissen resultiertenund letztlich am 19.03. 1914 auch zur Aufgabe der Schachtteufe führten
  • Der Schacht hatte bei 285 m den Salzspiegel durchteuft und stand ca. 45 m in der steilstehenden Staßfurt- bzw. Leine- Serie bestehend aus einer Wechsellagerung aus Steinsalz, Anhydrit, Salzton und Carnallit
  • Ein Aufschluss des Lagers durch Horizontalbauten erfolgte nicht. Allerdings wird davon ausgegangen, dass durch subrosive Vorgänge in Verbindung mit Wasser- bzw- Lösungseinbrüchen im Bereich des Schachttiefsten namentlich zwischen 304...309 m ein Aussolhohlraum von mehr als 400 m3 im carnallitisch ausgebildeten Flözbereich entstanden ist
  • Die Ermittlung der freien Teufe war wegen des baulichen Zustandes der Schachtkopfsicherung nur bis in die 80er Jahre möglich. Bis dahin konnte allerdings nachgewiesen werden, dass der Schacht bzw. der Schachtausbau offenbar im Stadium des Verbruchs befindlich oder dass die (eventuell) im Schacht vorhandenen Einbauten einem Verbruchsprozess unterliegen.
  • Die Verwahrungsarbeieten des Schachtes wurden in den Jahren 2000/2001 durchgeführt

 

 

6.39.2 Schacht "Ummendorf"

 

 

39365

Ummendorf

Schacht 1

 

RW 44 44 198

HW 57 81 463

 

52°09´50,44´´N

11°10´58,34´´O

 

  • Teufarbeiten: 1912-1913
  • Teufe: 119 m, Durchmesser 6,3 m
  • Wegen starker Wasserzuflüsse musste der Schacht unvollendet aufgegeben werden.
  • Das bei 400 m Teufe erwartete Salzgebirge wurde nicht erreicht
  • Verwahrung: 2001 Einbau einer setztungsarmen Schottersäule

Aus der Geschichte:

 

Gewerkschaft Alleringersleben

in Wefensleben (Kreis Neuhaldensleben).

 

Gründung: 20. 5. 1908 als Gewerkschaft.

 

Gerechtsame: 6 preußische Maximalfelder = 12 273 913 qm in dem Gemeinden Alleringersleben, Groß- und Klein-Bartensleben, Ostingersleben, Enklave zu Erxleben II , Belsdorf, Marienborn, Marsleben, Enklave zum Gutsbezirk Groß-Bartensleben, Kgl. Oberförsterei Bischofswald mit Enklaven Sommerschenburg und Harbke des Kreises Neuhaldensleben. Die Gerechtsame markscheidet mit derjenigen der Gewerkschaft Belsdorf.

 

Abtrennungen: Von dem ursprünglichen Feldbesitz ist im Jahre 1911 die Gewerkschaft Belsdorf mit 9 486 798 qm abgetrennt worden.

 

Bohrergebnisse: In der Schachtvorbohrung wurde bei 285 m Steinsalz, bei 320 m ein 19 m mächtiges Carnallitlager erbohrt. Andere Bohrungen ergaben Fortstreichen der Burbacher Lager.

 

Bohrungen: Außer einer Schachtvorbohrung wurden 8 Tiefbohrungen ausgeführt.

 

Schachtbau: Begonnen am 30. September 1908. 1910 und 1913 traten Laugenzuflüsse auf. Zementierungsarbeiten halten anfangs Erfolg, doch traten bei 302 m Teufe erneut starke Zuflüsse auf, so daß die Abteufarbeiten im März 1914 vorläufig eingestellt werden mußten.

 

Zweitschachtfrage: Soll gelöst werden durch Querschlag mit der Gewerkschaft Belsdorf.

 

Fabrik und Abwässerkonzession: Die Salze sollen in der chemischen Fabrik der Kaliwerke Ummendorf-Eilsleben mitverarbeitet werden.

 

Fertige Tagesanlagen: Zechenhaus- und Werkstättengebäude, Verwaltungsgebäude, Bahnanschluß an die Kleinbahn Marienborn-Beendorf.

 

Erbobrte Salze: Sylvinit, Carnallit, Hartsalz.

 

Betriebsstillegung gemäß § 83e Absatz 2, stillgelegte Abteufschächte:

Quotenerwerb durch die Wintershall-Gruppe: Im Jahre 1925 sicherte sich der Wintershall-Konzern vertraglich die Absatzbeteiligungsziffer des Werkes bis zum Jahre 1953. (Quellen: 7*+10*).

 

Kaliwerke Ummendorf-Eilsleben-Aktiengesellschaft

 

Gründung: 23.03.1908 als Aktiengesellschaft.

 

Besitz: Sämtliche 1000 Kuxe Alleringersleben, 100 Kuxe Belsdorf, 100 Kuxe Wefenslebon, 100 Kuxe Ummendorf, 100 Kuxe Eilsleben, 100 Kuxe Siegersleben. Ferner die Mehrheit der 1000 Kuxe der Gewerkschaft Niedernhall. Im April 1914 verzichtete die Gewerkschaft Burbach freiwillig auf die ihr gehörigen 450 Kuxe. Alleringersleben und 45 Kuxe Belsdorf und die Kaliwerke Ummendorf-Eilsleben erwarben dieselben später.

 

Angliederung der Gewerkschaft Niedernhall: Um das ganze Unternehmen auf eine breitere und sichere Basis zu stellen, wie auch um in der Lage zu sein, Rohsalze ohne fabrikatorische Verarbeitungabsetzen zu können, hat die Gewerkschaft im Jahre 1918 einen Vertrag über den Erwerb der Mehrheit der Kuxe der Gewerkschaft Niedernhall (zwischen Göttingen und Northeim am Solling gelegen), geschlossen. Die Gerechtsame sind noch nicht aufgeschlossen, die niedergebrachten Bohrungen zeigen aber ein ausgedehntes Lager hochprozentiger Kalisalze mit guter Mächtigkeit. Zurzeit kann an die Aufschlußarbeiten noch nicht herangetreten werden.

 

Fabrikanlagen: Die Fabrik verarbeitet die Salze der ihr nahestehenden Gewerkschaften mit. Chlorkaliumfabrik, ausgestattet mit einer Koncession zur täglichen Verarbeitung von 50 000 dz Carnallit und Ableitung der Endlaugen in die Elbe.

 

Produkte: Chlorkalium zu 80% KCl, Kalidüngesalz zu 40% K2O, Schwefelsaures Kali zu 90% K2SO4, Kalimagnesia zu 48%K2SO4, Kieserit in Blöcken, Brom, Bromeisen. (Quelle: 7*)

 

Gewerkschaft Ummendorf.

Verwaltungssitz: Wefensleben, Prov. Sachsen.

Wintershall Konzern.

 

Betriebsstilllegung gemäß § 83e Absatz 2, stillgelegte Abteufschächte:

Die Kaliprüfungsstelle erteilte der Gewerkschaft ab 1. September 1924 eine Beteiligungsziffer von 8 % der durchschnittlichen Beteiligung aller Kaliwerke. Damit erfolgte die Betriebsstillegung bis zum Jahre 1953.

Verwaltung: Kassel, Hohenzollernstr. 139.

Gründung: 13. Dezember 1910 als Gewerkschaft.

Zahlstelle: Wintershall A.G., Kassel.

Zahl der Kuxe: 100, die aus dem Besitz der Kaliwerke Ummendorf-Eilsleben Aktien-gesellschaft jetzt Bank für Landwirtschaft am 1. Februar 1926 in den Besitz des Wintershall-Konzerns übergingen.

Grundbesitz: 25O0O qm.

Gerechtsame: Gesamtflächeninhalt 7 598 030 qm in den Gemarkungen Ummendorf-Eilsleben, Wormsdorf und Ovelgönne, Kreis Neuhaldensleben.

Bohrergebnisse: Eine ältere Tiefbohrung hat zwischen 560,29 m und 750,72 m verschiedene Carnallitlager durchsunken, während die Schachtvorbohrung von 451,50 bis 456,60 m und von 457,80 bis 468,05 m Carnallit und Sylvinit und von 468,05 bis 470,80 Sylvinit ergab.

Schachtbau: Der Schacht ist ca. 119 m tief und in dieser Teufe das Weiterteufen

eingestellt worden.

Zweischachtfrage: Lösung durch querschlägige Verbindung mit dem Schachte von Wefensleben.

Im Syndikat seit 1. September 1924, von welchem Zeitpunkt ab Ummendorf eine Stilllegungsquote von 8 % der durchschnittlichen Beteiligung aller Werke erhielt. Die Quote wurde im Februar 1926 vom Wintershall-Konzern übernommen. (Quelle: 10*).

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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