Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

6.5 Aschersleben V / Schierstedt I/II

 

 

6.5.1 Schacht "Aschersleben V" (Groß Schierstedt)

 

06449

Aschersleben

OT Groß Schierstedt

Aue 130

 

RW 44 67 629

HW 57 35 183

 

51°44´59,87´´N

11°31´47,03´´O

 

  • Teufarbeiten: 1895-1896
  • Teufe: 358 m
  • Die Grube Achersleben V und die mit ihr verbundenen Bergwerke Aschersleben IV sowie Kleinschierstedet I/II wurden im Zeitraum von 1970 bis 1972 mit Süßwasser geflutet

Infolge von Vorratsmangel an Hartsalz wurde Anfang der 1950er Jahre mit dem Abbau des aus hochwertigem Hartsalz bestehenden Markscheidesicherheitspfeilers zwischen den Gruben Aschersleben V und Klein-Schierstedt I/II begonnen. Nachdem der Markscheide-Sicherheitspfeiler bis auf unbedeutende Reste abgebaut worden war, zeigten sich im Juli 1955 eine besorgniserregende Zunahme der Druckerscheinungen in den Bauen des ehemaligen Sicherheitspfeilers. Am 28.08.1955 kam es zu "gebirgsschlagänlichen" Zusammenbrüchen der Salzfesten im Bereich des Markscheide-Sicherheitspfeilers mit nachträglichem Einsturz der Firsten. In der Nachphase, welche noch bis Dezember 1955 anhielt, griffen die Zusammenbrüche verstärkt auf das Westfeld über, um vor den am weitesten westlich gelegenen und mit Handversatz ausgefüllten Grubenbauen eine Grenze zu finden.

Gebirgsschlag am 04.04.1951:

Am 04.04.1951  um 06,01 Uhr ereignete sich im Nordfeld der Schachtanlage Aschersleben V (Groß Schierstedt) ein schwerer Gebirgsschlag, dessen Erschütterungen bis Staßfurt, Bernburg und Halle wahrgenommen wurden.

Es traten Risse an Häusern ein, Schornsteinköpfe stürzten um und zerschlugen Dächer- vor allem in den Orten Groß- und Klein-Schierstedt sowie Giersleben.

Zum Zeitpunkt des Gebirgsschlages waren über die Flutungsbohrung I ca. 1 Millonen m3 Wasser in das Grubengebäude gepumpt worden. Die Aufsättigung des Süßwassers erfolgte überwiegend im Nordfeld des Schachtes V. Es wurde eine Expertenkommission zur Überwachung und Bewertung aller Flutungsarbeiten im Kalibergbau eingesetzt.

Historische Fotos:

 

 

6.5.2 Schacht "Klein Schierstedt I" (Schierstedt I)

 

06449

Aschersleben

OT Klein Schierstedt

Schachtstraße

 

RW 44 69 110

HW 57 34 901

 

51°44´51,03´´N

11°33´04,32´´O

 

  • Teufarbeiten: 1913-1918
  • Teufe: 420 m
  • Die Grube Kleinschierstedt I/II und die mit ihr verbundenen Bergwerke Aschersleben IV/V sowie Kleinschierstedet I/II wurden im Zeitraum von 1970 bis 1972 mit Süßwasser geflutet

Am 06.08.1955 äußerten sich die im Juli 1955 in den Abbauen des ehemaligen Markscheide- Sicherheitspfeilers beobachteten Druckerscheinungen bereits in starkem Knistern und Krachen im Gebirge.

 

Um 6,15 Uhr wurde in der Schachtröhre von Schacht V ein dumpfer Schlag wahrgenommen.

 

Um 8,50 Uhr in der Schachtröhre von Schacht II eine Druckwelle und eine leichte Erschütterung, die sich wie ein fern grollendes Gewitter anhörte.

 

Um 9,30 Uhr erfolgte im Schacht II eine weiter Druckwelle mit geringerer Heftigkeit.

Daraufhin wurde am 08.08.1955 der Betrieb in den im Markscheide-Sicherheitspfeiler noch laufenden Abbauen 419 und 420 eingestellt.

 

Bei den im Zeitraum vom 22.-25.08.1955 durchgeführten Experten-Befahrungen wurde festgestellt, dass der Abbau 420 keinen Firstfall aufwies, die benachbarten Abbaue dagegen zugebrochen und nicht mehr befahrbar waren. Am 25. und 26. 08.1955 wurde unter Beachtung gewisser Sicherheitsvorkehrungen an der Bergung der Schrapper-anlagen in den Abbauen 419 und 420 gearbeitet. Diese Arbeiten wurden jedoch am 26.08. infolge zunehmender Gefahr eingestellt. Einen Tag später (am 27.08.) waren die Abbaue 419 und 420 bereits so weit verbrochen, dass der Plan zur Bergung der Schrapperanlagen aufgegeben wurde.

Gebirgsschlag am 28.08.1955:

Um 13,17 Uhr ereignete sich ein Gebirgsschlag, der der übertage in den benachbarten Ortschaften wahrgenommen wurde. Die durchgeführte Befahrung der Experten-kommission der Hauptverwaltung Kali stellte fest, daß ein Feldesteil von 300.000 Quadratmeter vollkommen zu Bruch gegangen war. Immer wieder auftretende Nachbrüche veranlaßten die Einstellung aller Arbeiten, auch der Beobachtungsposten. Vorläufig wurden 60 Mann der Belegschaft nach Sollstedt umgesetzt. 

Historisches Foto:

 

 

6.5.3 Schacht "Klein Schierstedt II" (Schierstedt II)

 

06449

Aschersleben

OT Klein Schierstedt

Schachtstraße

 

RW 44 69 311

HW 57 34 903

 

51°44´51,15´´N

11°33´14,78´´O

 

  • Teufarbeiten: 1913-1918
  • Teufe: 410 m
  • Die Grube Kleinschierstedt I/II und die mit ihr verbundenen Bergwerke Aschersleben IV/V sowie Kleinschierstedet I/II wurden im Zeitraum von 1970 bis 1972 mit Süßwasser geflutet
  • Die Flutung wurde über zwei Bohrungen realisiert, wobei eine Wassermenge von 600 m3/h konzipiert war. Kontrolliert wurde die Flutung über eine Pegelbohrung. Die Flutung begann im Dezember 1970 und wurde im April 1972 beendet. In dieser Zeit wurden insgesamt 5,65 Mio m3 Wasser eingeleitet. Die Differenz zu den zu flutenden 7 Mio m3 Hohlraum muß damit erklärt werden, daß während der Flutung das Norfeld der Grube Aschersleben V zu Bruch gegangen ist und offensichtlich das Porenvolumen des bereits eingebrachten Versatzes die veranschlagten 20% nicht erreichte.

Historisches Foto:

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten