Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

 

7.4 Teutonia-Wendland

 

 

7.4.1 Schacht "Rudolf" (Teutonia)

 

29462
Wustrow
OT Schreyahn
Naudener Str. 6

 

RW 44 38 168

HW 58 66 991

 

52°55´54,74´´N
11°04´43,96´´O

 

 

 

7.4.2 Schacht "Wendland"

 

29487

Luckau (Wendland)

OT Nauden

Im Feld

 

RW 44 38 171

HW 58 65 298

 

52°55´00,00´´N

11°04´45,28´´O

 

Über den Einsatz des Zementierverfahrens beim Abteufen des Schachtes Wendland
Schacht Wendland.doc
Microsoft Word-Dokument [3.3 MB]

 

 

7.4.3 Schacht "Hildegard"  (Ilsenburg )

 

29462

Wustrow

Rudolphstraße

(im Feld)

 

RW 44 39 926

HW 58 64 996

 

52°54´50,94´´N

11°06´19,37´´O

 

Bergbaugesellschaft Teutonia zu SEHNDE (Prov. Hannover).

 

Konzern: Kaliwerke Neu-Staßfurt, Friedrichshall Aktiengesellschaft.

Telephon: Sehnde Nr. 3 und 37.

Telegrammadresse: Teutonia, Sehnde.

Betrieb: In Schreyahn, bei Wustrow , Hann.

Telephon: Wustrow i . Hann., Nr. 13.

Eisenbahnstation: Wustrow i . Hann.

Vorstand: Bergwerksdirektor Theodor Feise, Sehnde; Zentralbüro Sehnde.

Gründung: September 1898.

Gegenstand des Unternehmens: Aufsuchung und Verwertung von Salzen, Mineralien und Fossilien.

Gerechtsame: Ein 20 000 Morgen grosses Bohrterrain in ca. 100 Ortschaften der Kreise Lüchow, Dannenberg, Neuhaus a. 0., Stade, Soltau und Celle in der Provinz Hannover. Die Verträge sind zum Teil vondem Konsortialunternehmen Saxonia in Hannover abgeschlossen. Bisher wurde nur an der Aufschliessung der Gruppe Lüchow-Dannenberg gearbeitet. Das betreffende Terrain wird eingeschlossen im Norden durch die Felder der Cimbria, im Osten durch Johann Karl im Südosten durch Elbe, im Süden durch Centrum und Wendland, im Westen durch Ingeborg, Corvinus, Renata und Kaiser Rothbart.

Felderabtretung: Ein Teil der Felder in den Gemarkungen Wustrow, Dolgow und Blütlingen im Kreis Lüchow ist zur Bildung einer besonderen, 1000teiligen Gewerkschaft, die den Namen „Ilsenburg" erhalten hat, abgezweigt. Die Bergbau-Gesellschaft Teutonia hat diese neu gebildete Gewerkschaft für 1 000 000 M. in 5 % auf die Gerechtsame einzutragende Obligationen und 135 000 M. in bar verkauft. Sie hat sich dagegen verpflichtet, gegen angemessene Entschädig-ung elektrische Energie zum Betriebe der definitiven Maschinen an Ilsenburg zu liefern, ferner die geförderten Kalisalze von Ilsenburg sowohl nach dem Bahnhof Wustrow wie auch zur Verarbeitung nach der chemischen Fabrik der Teutonia zu transportieren und dort zu verarbeiten. Teutonia hat außerdem die Tochterwerke Gewerkschaft Wartburg und Bergbaugesellschaft Lüchow abgetrennt, in deren Terrains bereits kalifündige Bohrungen niedergebracht sind. In den Gerechtsamen dieser beiden Gesellschaften wurden 1911 an geeigneten Punkten mit den Abteufarbeiten je eines Schachtes begonnen.

Bohrergebnisse: Es sind im Ganzen 16 Bohrungen niedergebracht. Eine 750 m südlich von Schreyhan und 500 m nördlich von Nauden am 7. October 1899 angesetzte Bohrung traf in einer Teufe von 373 bis 396,38 m ein mit rötlichem Carnallit durchsetztes Steinsalzlager, darunter ein 19 m mächtiges Hartsalzlager, dann bis 428 m wieder Steinsalz mit Carnallit und darunter ein nahezu 500 m mächtiges Steinsalzlager. Ende September 1906 begann eine neue Bohrung auf dem Jeetzeler Berg, wo bereits früher eine Bohrung durch ein Lüchower Konsortium niedergebracht, aber bei 140 m im blauen Thon wieder eingestellt worden war. Diese neue Bahrung erreichte bei 200 m Teufe Anfang Dec. 1906 den Gyps. Bereits vorher sind im selben Jahre 4 Bohrungen fündig geworden. Bohrloch I erreichte von 373 m an 44 m in Carnallit, Bohrloch II bei 138 m Teufe 154 m Hartsalz, Bohrloch III bei 202 m Teufe 446 m Carnallit und Bohrloch IV bei 187 m Teufe 5 m Hartsalz, von 940 m Teufe an 15 m Carnallit und Hartsalze, in 1260 m Teufe 140 m Carnallit.

Schachtbau: Am 17. October 1905 erfolgte der erste Spatenstich für den auf den Namen „Rudolph" getauften Schacht in Schreyahn bei Lüchow. Der Schacht wurde bis 16 m Teufe regulär niedergebracht, doch litten von da ab die Arbeiten stark unter dem Triebsand und heftigen Wassereinbrüchen, wobei die etwa 1 m dicke Mauerung des 7 m Lichtweite aufweisenden Schachtes eine Senkung erfuhr und bis 32 m durch eiserne Tübbings gestützt werden mußte. Die Niederbringung vollzog sich dann regelmäßig, es wurde eine Tonschicht von 37 m durchteuft, worauf festes Gebirge folgte. Am 30. Januar 1907 wurde dann bei 193 m Teufe das Steinsalzlager und in der Nacht zum 31. Januar bei 194,84 Meter das im Bohrloch III angetroffene Kainitlager mit 24,45 bis 29,77 % KCl. angefahren. Der Schacht hat eine vorläufige Teufe von 475 m und ist vollständig fertig. Bei 340 m ist die Wettersohle, bei 460 m die Hauptfördersohle, bei 350 m eine 3. Sohle zur Erleichterung der Versatzarbeiten angesetzt. Unterhalb der 360 m-Sohle ist im Ostfelde in einer Entfernung von 80 m vom Schacht ein Gesenk von 100 m Teufe zur Aufschließung der Hartsalzlager niedergebracht und sind daran anschließend Strecken nach Osten und Westen getrieben. Die Analysen der aufgefahrenen Salze haben zum Teil 37,5, 42, 45, 49,5 und 96 % KCl ergeben. Durch die Aufschlüsse ist ferner festgestellt, dass das Carnallitlager an der engsten Stelle 150 m wahre Mächtigkeit und das Hartsalzlager 48 m Mächtigkeit aufweist. Die Förderung begann im April 1908, der Abbau geht auf der 460 m Sohle und 350 m Sohle um. Mit dem weiteren Voranschreiten der Aufschlussarbeiten wurde der Nachweis geliefert, dass in dem Carnallitlager mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von weit über 100 m und einer Abbauhöhe von ca. 400 m weit über 10 000 000 dz K2O aufgeschlossen sind und dieses noch in das Grubenfeld der in dem Besitz der Teutonia befindlichen Bergbau-gesellschaft Wartburg hineinstreicht.

Die Doppelschachtfrage: Ist durch Vertrag mit der neu gebildeten von Teutonia abgezweigten Gewerkschaft Ilsenburg gelöst, und zwar soll der Schacht „Hildegard" als zweiter fahrbarer Ausgang benutzt werden. Mit der Verbindungsstrecke zwischen den beiden Schachtanlagen ist auf der 360 m Sohle begonnen worden. (Quelle:7*)

Gewerkschaft Wendland

Konzern: Kaliwerke Neu-Staßfurt-Friedrichshall

 

Karenzzeit: Da der Beginn des Schachtbaues als vor dem Stichtage des Kaligesetzes (17. Dezember 1909) liegend zu gelten hat, so fällt das Werk nicht unter die fünfjährige Karenzzeit.

Tagesanlagen: Grubenanschlussbahn mit Anschluß an die Bahn der Teutonia, Büro- und Magazingebäude, Fördermaschinenhaus, Werkstättengebäude, Schachtgebäude und Fördergerüst, Rohsalzmühle, Kauengebäude, Pferdestall, Direktorenwohnhaus, Betriebsführer-wohnhaus. Außerdem verfügt das Werk über 12 Beamten- und 40 Arbeiterwohnungen. Für eine Verarbeitung von 5000 dz ist die Ableitung der Endlaugen genehmigt.

Bohrungen: Eine in der Feldmark Nauden angesetzte Tiefbohrug wurde bei 186 m salzfündig. Das Kalilager wurde bei 275,76 m Teufe erbohrt und wurden 4 Kalilager aufgeschlossen; das erste von 290 bis 366,5 m, das zweite von 531,25 - 565,5 m, dazwischen ein 4 m mächtiges Steinsalz-lager, das dritte von 586,2 - 591 m, das vierte von 663,2 – 690,8 m.

Schachtbau: Am 30. September 1909 wurde auf Bohrung 1 im Luckauer Holz mit dem Schachtbau begonnen. Diese Arbeiten wurden vorübergehend wegen Ueberschwemmung eingestellt. Zunächst wurde das Senkverfahren angewandt und daraufhin das Gefrierverfahren. Der Schacht steht bis 230 m in Tübbings, von da im Mauerwerk. Von 188 m steht der Schacht im Steinsalz bis 600 m Teufe. Das Schachtabteufen war im Herbst 1914 beendet. Mit der Steinsalzförderung aus dem Schacht ist Anfang 1917 begonnen. (Quelle:7*)

 

Aus der Geschichte des Schachtes Ilsenburg / Hildegard:

 

Gewerkschaft Ilsenburg Gotha

in Sehnde, Prov. Hannover.

 

Gründung: Durch die Teutonia Bergbaugesellschaft und H. Küster, Ullrich u. Co. in Gladbeck.

Gerechtsame: 8 500 000 qm - 4 preuß. Normalfelder in den Gemarkung Wustrow, Dolgow und Blütlingen im Kreise Lüchow, markscheidend im Westen mit Teutonia, im Osten mit den Feldern der Erdöl- und Kaligesellschaft „Elbe" m. b. H., im Süden mit Wendland und Centrum. Die Felder sind von der Bergbau-gesellschaft Teutonia abgezweigt. Förderzins an die Grundbesitzer 2 Pfg. pro geförderten Zentner Kalisalz und 1 Pfennig. pro Zentner Steinsalz. Die Felder werden durchschnitten von der Anschlußbahn Wustrow -Teutonia.

Bohrergebnisse: Tiefbohrung Wustrow in der Mitte der Gerechtsame hat nach Durchörterung von 28 m Diluvium 152 m oligozänen Sand und Tonen und 8 m Trümmer-gesteinen aus vertonten Gips, Anhydrit und Ton bei 188,27 m das Steinsalzlager des Zechsteins erreicht. Diese Bohrung stand bis 871,50 m ununterbrochen im Steinsalz und erreichte hier ein 21 m mächtiges Hartsalzlager, dem sich ein 50 m mächtiges Carnallitlager anschloß. Es folgte Anhydrit bis 973 m. Das Hartsalzlager hatte einen Gehalt von 11 bis 25 % KCl, der Carnallit einen solchen von 12 bis 18 %.

Nächste Eisenbahnstation: Wustrow. Der Eisenbahnanschluß ist im Juni 1911 dem Verkehr übergeben.

Schachtanlage: Von der Vorbesitzerin der Gerechtsame, der Gesellschaft Teutonia, ist Ende 1909 in der Nähe der Tiefbohrung Wustrow ein Schacht in Angriff genommen. Die Schachtvorbohrung halte Mitte Januar 1911 in einer Teufe von 189,30 m das Steinsalzlager erreicht. Im Juni 1911 waren die Vorarbeiten zum Beginn des Abteufens beendet. Mit dem Gefrierprozeß wurde seitens der Firma „Tiefbau- und Kälte-Industrie, Aktiengesellschaft, vorm. Gebhardt u. König", am 15. November 1911 begonnen. Im August 1912 war eine Teufe von 180 m erreicht. Zur Zeit beträgt dieselbe 220 m. Es fanden mehrfach Wassereinbrüche statt. Der letzte im September 1914.

Zweiter Schacht: Durchschlag mit dem von Teutonia. Die Verbindungsstrecke geht von der 360 m-Sohle der Teutonia aus.

Tagesanlagen: Schachtturm und Kesselhaus mit Kessel und Maschinen. Im Übrigen sollen alle Teutonia-Tagesanlagen gegen mäßige Bezahlung für „Ilsenburg" mit tätig sein. (Quelle:7*).

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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