Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

9.14 Theodore-Eugene

9.14.1 Schacht "Theodore"

 

F-68270
Wittenheim (Elsaß)
Rue de Genaral de Gaulle

 

RW 25 99 417

HW 52 99 871

 

47°49´45,71´´N
07°19´38,14´´O

 

Technische Daten vom Schacht Theodor: (11*)

Teufzeit: Sept. 1911 bis Nov. 1912

Schachtdurchmesser: 5,0 m

Endteufe: 738,6 m

Ende der Förderung: 1986

Verfüllung: 1988 bis 1990

Betonplatte: 1991

Das Fördergerüst wurde danach von einem Traditionsverein übernommen.

Aus der Geschichte:

 

Gewerkschaft Theodor

in Wittenheim i . Els.

 

Gründung: 4. 11. 1911. Verfassung regelt sich nach dem Berggesetz für Elsaß-Lothringen vom 16. 12. 1873.

Schachtbau: Der Schacht wurde Ende Oktober 1911 von der Firma Haniel u. Lueg bis zu einer Teufe von ca. 50 m fertig in Eisen ausgebaut. Von da ab hat die Gewerkschaft das Abteufen selbst übernommen. Ende 1911 hatte der Schacht eine Teufe von ca. 115 m und Mitte 1912 von ca. 320 m. Inzwischen hat die Gewerkschaft das obere KaIilager bei 546 m, das untere bei 565 m Teufe angefahren. Die Endteufe liegt bei 585 m. Das obere Kalilager hatte bei einem Kaligehalt von 26—27 % eine Mächtigkeit von 1,25 m, das untere bei 23 % eine solche von ca. 4,10 m.

Anzahl der Kuxe: 1000, wovon sich 501 im Besitze der Gewerkschaft Wintershall und 334 im Besitze des Elsaß-lothringischen Fiskus befinden.

Zweischachtfrage: Lösung erfolgt mit dem Durchschlage nach dem Schachte der Gew. Prinz Eugen.

Anleihe: Zum Zweck des Ausbaues des Werkes haben die Verkäufer des Werkes eine mit 5 % zu verzinsende Anleihe von 2 Mill. M. übernommen.

Ausbeute: Im Jahre 1918 wurden 1500 M. pro Kux gezahlt.

 

Absatz der beiden Gewerkschaften Theodor und Prinz Eugen:

 

 

1916 

(dz K2O)

1917

(dz K2O)

Kainit 12-15 %

30 409,63

  12 131,55

Kalidüngesalz 20-22 %

60 274,77

259 851,35

Kalidüngesalz 30-32 %

30 914,78

  18 591,25

Kalidüngesalz 40-42 %

66 270,99

  14 258,88

Chlorkalium

  1 947,40

    4 991,63

zusammen

189 817,57

309 827,66

 

 

 

 

Tagesanlagen: Die Tagesanlagen sind fertiggestellt. Gemeinsam mit der Gewerk-schaft Prinz Eugen sind erbaut worden: 1 Anschlußbahn nach Station Reichweiler O.-E., 1 Fabrik, 4 Beamtendoppelwohnhäuser, 1 Kasino, 1 Arbeiterkolonie bestehend aus 12 Ein- und 31 Zweifamilienwohnhäusern.

Letzte Gewerkenversammlung: 6. Juli 1918. (Quelle:7*)

9.14.2 Schacht "Prince Eugene"

 

F-68270

Wittenheim (Elsaß)

Rue de Genaral de Gaulle

 

RW 25 99 577

HW 52 99 615

 

47°49´37,32´´N

07°19´45,61´´O

 

Technische Daten vom Schacht Prinz Eugen: (11*)

Teufzeit: Nov. 1911 bis Dez. 1912

Schachtdurchmesser: 5,0 m

Endteufe: 730,6 m

Ende der Förderung: 1986

Verfüllung: 1988 bis 1990

Betonplatte: 1992

  • Die Schächte Theodore und Prince Eugene wurden von Wintershall errichtet und nahmen 1912 den Betrieb auf
  • Namensgeber war der Direktor der Wintershall Theodor Lichtenberger der gleichzeitig Eigentümer von Theodore und Direktor der Gewerkschaft Amelie war
  • Tagesanlagen: Gemeinsam mit der Gewerkschaft Theodore sind erbaut: 1 Fabrik, 4 Beamtendoppelwohnhäuser, 1 Kasino, 12 Einzelwohnhäuser, 31 Zweifamilienwohnhäuser, 1 Anschlußbahn nach Station Reichweiler
  • 1933 Errichtung einer Bromfabrik
  • 1986 Einstellung der Förderung von Kalisalzen
  • 1988 stellt die Firma Seremine in einigen Gebäuden reine Salze zur Verwendung in der Medizin her
  • 1990 werden beide Schächte verfüllt
  • 1992 Abriss des Fördergerüstes Prince Eugene
  • 1995 Gründung einer Interessengemeinschaft für den Erhalt des Fördergerüstes Theodore
  • Derteit ist nur noch die Kaliaufbereitung in Berieb, die das aus Deutschland kommende Rohsalz zu Dünger verarbeitet
Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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