Die Kali- und Steinsalzschächte Deutschlands
Die Kali- und Steinsalzschächte             Deutschlands

9.3 Amelie

 

 

9.3.1 Schacht "Amelie I"

 

F-68310

Wittelsheim (Elsaß)

Route vers la Mine

 

RW 25 93 583

HW 52 95 833

 

47°47´38,15´´N

07°14´54,55´´O

 

Technische Daten (11*):

  • Teufzeit: April 1908 - Dezember 1909
  • Schachtdurchmesser: 5,5 m
  • Endteufe: 709,4 m
  • Stilllegung:   September 2002
  • Schachtröhrenverfüllung: August 2006 - Juni 2007
  • Stahlbetonplatte: Zum Zeitpunkt der Fotos erst in Vorbereitung

 

 

9.3.2 Schacht "Amelie II"

 

F-68310

Wittelsheim (Elsaß)

Chemin de la Dynamitiere

 

RW 25 93 372

HW 52 95 191

 

47°47´17,51´´N

07°14´41,73´´O

 

Technische Daten (11*):

  • Teufzeit: November 1911 - Dezember 1912
  • Schachtdurchmesser: 4,5 m
  • Endteufe: 682,8 m
  • Stilllegung:   September 2002

Aus der Geschichte: (Quelle: 7*)

 

Gewerkschaft Amelie

in Wittelsheim, (Kreis Thann Ob.-Els.)

 

Telegrammadresse: Amelienwerk Mülhausen-Els.

Telephon: Mülhausen 4131, 4133 und 4134.

Gründung: 06. Juni 1906.

Anzahl der Kuxe: 1000, davon 997 im Besitz der Deutschen Kaliwerke, A.-G.

Gegenstand des Unternehmens: a) Betrieb des Bergwerks Amelie und andere Bergwerke; b) die Mutung von Bergwerken, sowie die Beteiligung an anderen Bergwerksunternehmungen; c) die Herstellung von Anlagen für die Weiterverarbeitung oder die Verwertung von Bergwerkserzeugnissen, ferner die Beteiligung an Anlagen und Unternehmungen dieser Art; d) die Verwertung der gewonnenen oder sonst erworbenen Erzeugnisse, der Handel mit solchen Erzeugnissen, sowie die Beteiligung an Unternehmungen, die eine solche Verwertung bezwecken; e) die Veranstaltung und der Betrieb von Wohlfahrtsunternehmungen, zwecks Förderung des Wohles der Arbeiter und sonstigen Angestellten der Gewerkschaft, sowie die Beteiligung an derartigen Wohlfahrtsunternehmungen.

Gerechtsame: 9 reichsländische Maximalfelder von zusammen 18 000 000 qm Fläche, entstanden durch Konsolidation von 9 Feldern von je 2 000 000 qm.

Eisenbahnstation: Reichweiler.

Schachtbau: Der südlich von Wittelsheim im Nonnenbruchwald niedergebrachte Schacht 1 hat einen lichten Durchmesser von 5,50 m. Bis zu 75 m wurde das Gefrier-verfahren angewandt. Bei 630 m wurde das obere Kalilager von 1,30 m Mächtigkeit erreicht, bei 649 m das zweite 5,60 m mächtige Lager. Die Hauptfördersohle wurde bei 660 m Teufe angesetzt. Der Gehalt der Salze an Reinkali beträgt durchschnittlich 25 %. Schacht 2 wurde in 1800 m Entfernung von Schacht 1 niedergebracht. Er hat einen lichten Durchmesser von 4,50 Meter. Das obere Kalilager wurde bei 518 m, das untere bei 540 m Teufe angetroffen. Die Hauptfördersohle ist bei 545 m Teufe angesetzt. Die Güte der Salze entspricht der von Schacht 1. In Betrieb genommen wurde Schacht 2 gegen Ende 1912.

Bohrergebnisse: Die Gewerkschaft Amelie und ihre Tochtergewerkschaften haben mehr als 100 Bohrungen niedergebracht, von denen 95 salzfündig wurden und 17 bis ins Kalilager geführt sind. Das abgebohrte Gebiet bedeckt einen Flächenraum von rund 200 Quadratkilometer. Es treten in ungestörter flacher Ablagerung über das ganze Gebiet der Gewerkschaft Amelie ausgebreitet, und zwar in einer Teufe von 400— 700 m, zwei Kaliflöze auf, die in einem Abstand von etwa 20 m einander parallel laufen. Das Kalilager ist unter einer Oberfläche von ca. 190 qkm zwischen Heimsbrunn, Sausheim, Ensisheim, Regisheim, Ungersheim, Sultz, Sennheim und Schweighausen nachgewiesen. In diesem Gebiet wurde die Salzablagerang in einer Tiefe von 200 bis 800 m angetroffen sie besitzt eine mittlere Mächtigkeit von 200 bis 300 m und enthält eine obere Kalischicht bis zu 1,5 m Mächtigkeit und 15—20 m tiefer eine weitere Schicht von 2,70 bis 5,30 m, durchschnittlich 4,25 m Mächtigkeit. Die Salze sind Sylvinite.

Zweischachtfrage: Verbindung der Schächte I und I I .

Tagesanlagen: 2 vollständige Schacht- und Mahlwerksanlagen nebst Lagerschuppen, 1 elektr. Kraftzentrale, 1 Chlorkaliumfabrik, Bahnanschluß an Station Reichweiler. Die Werke sind an das Leitungsnetz der Oberrhein Kraftwerke angeschlossen.

Beteiligungen: Die Gewerkschaft ist beteiligt an den Gewerkschaften Else und Josef bei Wittelsheim und besitzt das Bergwerk Marie-Louise I (Konzern A.-G. Deutsche Kaliwerke.)

 

Asse II
Steinsalzkristalle auf Grubenbahnschwelle
Schachtausmauerung (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Esserschacht
Kalisalz Soligorsk
Alte Lohntüte
Schachtröhre mit Tübbingausbau (Modell Deutsches Bergbaumuseum Bochum)
Fördergerüst Schacht Theodore (Elsaß)
Gewerkschaft Beienrode
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© Lars Baumgarten